Lehmkuhlen

Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Gemeinde Lehmkuhlen in Schleswig-Holstein. Ein Ortsteil der Gemeinde Holthusen in Mecklenburg trägt ebenfalls den Namen Lehmkuhlen.


Wappen Karte
140px|Deutschlandkarte, Position von Lehmkuhlen hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Plön
Fläche: 31,23 km²
Einwohner: 1.478 (31.12.2002)
Bevölkerungsdichte: 47 Einwohner je km²
Postleitzahl: 24211
Vorwahl: 04342
Geografische Lage: 10° 22' n. L.
54° 14' ö. Br.
Kfz-Kennzeichen: PLÖ
Gemeindeschlüssel: 01 0 57 046
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Amt Preetz-Land
Am Berg 2
24211 Schellhorn
Offizielle Website: www.gemeinde-lehmkuhlen.de
E-Mail-Adresse: info@amtpreetzland.de
Politik
Bürgermeister: Dr. Norbert Langfeldt (WGL '94)
Inhaltsverzeichnis

Geografie

Lehmkuhlen ist eine Flächengemeinde mit knapp 1.500 Einwohnern östlich von Preetz (Schleswig-Holstein). Die Gemeinde besteht aus vier größeren Ortsteilen, mehreren kleineren Außenbezirken und erstreckt sich über 3.123 Hektar. Damit ist sie die größte Gemeinde im Amtsbezirk des Amt Preetz-Land.

Im Gemeindegebiet liegen von Norden nach Süden die Dörfer Rethwisch, Falkendorf, Lepahn und Trent. Weiterhin befinden sich die Meierhöfe bzw. Gutshöfe Bredeneek, Hohenhütten, Marienwarder, Christiansruhe, Trenthorst und Gut Lehmkuhlen sowie einige Weiler in der Gemeinde.

Westlich des Ortsteils Lepahn befindet sich das Quellgebiet der Spoolsaus, ein Bach, der sich weiter über Rethwisch nach Bredeneek zieht, wo er in der Schwentine mündet.

Wappen

Das Wappen zeigt im oberen Bereich ein Eichenblatt (Breedeneek) und Reet (Rethwisch). Die gelbe Einfärbung im unteren Bereich symbolisiert den hohen Anteil an Lehmböden, getrennt durch die blaue, geschwungene Linie, die den Wasserlauf Spoolsau, der das gesamte Gemeindegebiet durchzieht, symbolisiert.

Geschichte

thumb|150px|Lepahner MühleDie ersten benannten Eigentümer war im Mittelalter die Familie von Ryckestorp (1369), die vermutlich auch dem Gut Rixdorf ihren Namen gab. Da weitere chronoligische Nennungen fehlen, geht man davon aus, dass das Geschlecht ausgestorben ist. Von 1424 an saß die Familie Ahlefeldt für rund 300 Jahre auf Lehmkuhlen und begründete damit eine der wenigen Linien, die in Ostholstein heimisch wurden. Letzte Nachfahrin dieser Linie war Adolphine von Ahlefeldt, die im Alter von 102 Jahren 1895 in Preetz verstarb. 1704 wurde Lehmkuhlen an Heinrich Reventlow verkauft. Heinrich Reventlow war ein Schwager von Georg Heinrich von Schlitz und wurde 1708 in den Stand des Reichsgrafen erhoben.

1737 konnte der Erbe, Detelv Reventlow dem Konkurs nicht entgehen, obwohl das abschließende Urteil erst 1760 gefällt wurde. Im Zuge der Liquidation wurde Lehmkuhlen an die Familie Roepstorff verkauft, und schließlich 1781 von Magdalene von Hahn erworben. Ihr Sohn, Friedrich von Hahn verkaufte den Besitz 1792 an den Hofrat von Hinüber, der die Wohnungen des Besitzes an französische Einwanderer vermietete. Hofrath von Hinüber, stammte aus Marienwerder in Niedersachsen und lies den Meierhof Marienwerder, heute Marienwarder genannt, vom Haupthof Lehkuhlen abtrennen.

Im Oktober 1797 wurde das Herrenhaus Lehmkuhlen von Joseph Marquis de La Fayette angemietet, der von dem Hamburger Kaufmann Parish unterstützt wurde. La Fayette gab Lehmkuhlen 1798 nach der Hochzeit seiner Tochter als Wohnsitz auf. Im gleichen Jahr erwarb Joachim Friedrich von Bernsdorff das Gut, und verkaufte es 1807 wieder an Jens Peter Neergaard.

Neergaard musste sich aufgrund seines Konkurses 1826 von Lehmkuhlen trennen, welches von Andreas Christiansen erworben wurde, dessen Erben das Gut 1842 an Carl Godeffroy verkauften. 1907 verkauften die Erben das Gut an Conrad Hinrich II von Donner, die 1902 ihren Wohnsitz von Altona nach Bredeneek verlegten. Das Herrenhaus Lehmkuhlen wurde 1910/11 umfangreichen Ausbauten unterzogen und diente Conrad Hinrich III Freiherr von Donner ab 1911 als Wohnsitz.

Seit 1907 befanden sich so die drei Gutsbezirke Lehmkuhlen, Rethwisch und Bredeneek nebst den schon 1905 erworbenen Meierhöfen Christiansruhe und Hohenhütten in einer Hand und wurden zum Gutsbezirk Lehmkuhlen zusammengefasst. Der Gutshof und das Herrenhaus in Lehmkuhlen waren der Sitz der Gutsherrschaft unter Conrad Hinrich III Freiherr von Donner, dessen Eltern Bredeneek nicht verließen. 1928 wurden aus dem Gutsbezirk zunächst die beiden Landgemeinden Lehmkuhlen und Rethwisch gebildet. 1934 entstand daraus die Gemeinde Lehmkuhlen, deren Gebiet seitdem unverändert geblieben ist.

Bredeneek

Bredeneek (Bredeneek vormals Bredenbek oder auch Bredeneck = diese Bezeichnungen leiteten sich von einer Verbreiterung und Furt durch die Spo(h)lsau ab an der das Dorf gelegen hatte) liegt an der Spoolsau und gehörte im 15. Jahrhundert der Preetzer Gilde. Der Schmied Marx Dahl, der 1738 das Chorgitter der Preetzer Klosterkirche, eines der bedeutendsten seiner Art in Schleswig-Holstein, geschaffen hatte, stammte aus Bredeneek. Im 16. Jahrhundert wurde das Dorf aufgegeben und es entstand das Gut.

Religionen

Bedingt durch die historische Entwicklung gehören die Einwohner zwei unterschiedlichen Kirchengemeinden an. Der südöstliche Bereich einschließlich der Ortschaft Lepahn gehört zur Kirchengemeinde Lebrade. Die restliche Gemeinde gehört zur Kirchengemeinde Schellhorn.

Politik

Der Gemeinderat hat 13 Gemeindevertreter. Die Wählergemeinschaft Lehmkuhlen von 1994 (WGL '94) stellt mit 9 Gemeindevertretern die größte Fraktion. Die CDU stellt als zweite Fraktion 3 Gemeindevertreter und die SPD kann mit einem Gemeindevertreter keine Fraktion bilden.

Die letzten Wahlen fanden am 2. März 2003 statt. Die nächsten Wahlen werden im Frühjahr 2008 stattfinden.

Die Hebesätze für die Grundsteuer A und die Grundsteuer B betragen 260% und für die Gewerbesteuer 320%.

Die Gemeinde Lehmkuhlen gehört zum Amt Preetz-Land.

Bürgermeister

Ehemalige Bürgermeister

Otto Möller 1945 15. Juni 1946
Johannes Stoll 15. Juni 1946 1948
Voigt (kommissarisch) 1948 1949
Johannes Stoll 1949 1950
Josef Leitgeb 1950 1953
Joseph Huczko 1953 1954
Sigried von Perbandt 1954 20. Mai 1955
Alfons Jagsch 20. Mai 1955 5. April 1966
Ernst Schlüter 5. April 1966 1986
Jürgen Wendt 1986 1994
Dr. Norbert Langfeldt 1994 heute

Wirtschaft

Die Gemeinde ist vorwiegend land- und forstwirtschaftlich geprägt. Der Waldanteil beträgt über 15% und liegt damit deutlich über dem Landesdurchschnitt.

Verkehr

An der westlichen Grenze der Gemeinde verläuft die Bundesstraße 76, die von Kiel nach Plön weiterführt. Von der Bundesstraße 76 zweigen in östliche Richtung im Norden die Landstraße 211 und im Süden die Kreisstraße 25 ab. Die Landstraße 211 verbindet dabei die Bundesstraßen 76 und 202 und führt durch Bredeneek. Die Kreisstraße 25 führt im weiteren Verlauf über die Nachbargemeinde Lebrade zur Bundesstraße 430.

Eine Gemeindestraße verläuft das Gemeindegebiet von Norden über Dammdorf, Rethwisch, Falkendorf und Trent nach Süden. Im Norden ist sie in Preetz an die Landstraße 211 angeschlossen, die an Bredeneek vorbeiführt. Von Rethwisch verläuft eine Gemeindestraße in östlicher Richtung und verbindet die beiden Nachbargemeinden Martensrade und Rastorf. Von Lepahn führt eine weitere Gemeindestraße nordöstlich über Marienwarder und Hohenhütten zur Nachbargemeinde Martensrade.

Öffentliche Einrichtungen

Bildungseinrichtungen

Ämter

Freizeit- und Sportanlagen

In den Ortsteilen Lepahn und Rethwisch existiert jeweils ein Sportverein nebst Sportplatz sowie jeweils eine Freiwillige Feuerwehr, die gemeinsam eine Jugendfeuerwehr betreiben.

Rund 20% des Rad- und Wanderweges Schusteracht liegt im Gemeindegebiet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke und Denkmale

Arboretum Lehmkuhlen

Das Arboretum Lehmkuhlen entstand aus einem um 1820 angelegten Gutspark, der um 1905 auf rund 50 ha erweitert wurde. Zwischen 1911 und 1937 wurden mehr als 1.000 unterschiedliche Baumarten gepflanzt, wodurch die Anlage auch heute noch eine hohe dendrologische Bedeutung hat.

Ehrenmal Marienwarder

Das Ehrenmal Marienwarder ist die Gedenkstätte für die Gefallenen Söhne und Töchter der Gemeinder der beiden Weltkriege. Am Volkstrauertag findet jährlich um 14 Uhr eine Kranzliederlegung statt.

Herrenhaus Bredeneek

Das Herrenhaus Bredeneek fälschlich oft als Schloß bezeichnet befindet sich im nördlichsten Teil der Gemeinde. Der Gutsparkpark reicht bis an die Schwentine. Das Herrenhaus wurde 1830 im klassizistischen Stil von Conrad Hinrich I Donner erbaut. Zwischen 1989 und 1902 wurde es von Conrad Hinrich III von Donner durch erhebliche Erweiterungen in die heutige Form umgebaut.

Regelmäßige Veranstaltungen

Weblinks

Siehe auch: Amt Preetz-Land, Kreis Plön, Schusteracht, Schwentine



Kategorie:Ort in Schleswig-Holstein

See also: Lehmkuhlen, 1369, 1424, 15. Jahrhundert, 15. Juni, 16. Jahrhundert, 1704, 1708