Lehrerausbildung

Die Lehrerausbildung in Deutschland ist, mit dem gesamten Bildungsapparat, Ländersache. Es wäre daher eine Differenzierung notwendig.

Grundsätzlich umfasst die Lehrerausbildung ein Fachstudium (normalerweise) zweier Unterrichtsfächer an einer Universität; hinzu kommen (in unterschiedlicher Ausprägung und Gewichtung) die jeweilige Fachdidaktik, allgemeine Erziehungswissenschaft und Ausschnitte von Psychologie (z.B. Entwicklungspsychologie). Ein Staatsexamen beendet das universitäre Studium - und ist klassischer Weise kein berufsqualifizierender Abschluss. Den erreicht man erst mit erfolgreicher Beendigung des Referendariats.

Einige Bundesländer (z.B. NRW, Mecklenburg-Vorpommern fordern schon während des Studiums Praktika an Schulen (MVP: Sozialpraktikum, Orientierungspraktikum (ca. vier Wochen in einem anderen als dem gewählten Schultyp), Hauptpraktikum (Vier Wochen im gewählten Schultyp).

Im Anschluss erfolgt das praktisch orientierte Referendariat an Seminar und Schule, das mit dem zweiten Staatsexamen abgeschlossen wird.

Die Absolventen sind dann Lehrer in den jeweiligen Fächern für die entsprechende Schulform. Versuche, die Lehrerausbildung auch in Deutschland nicht - wie international üblich - an Schulformen, sondern an den zu unterrichtenden Jahrgangsstufen (Stufenlehrerausbildung) zu orientieren, sind kläglich gescheitert. Damit reproduziert die Lehrerausbildung das selektive Schulsystem auch auf der Lehrerseite. Die Lehrerausbildung ist neben der Fortbildung ein Bestandteil der Lehrerbildung.

Spezielle Ausbildungsgänge gibt es durchweg für Grundschulen meist zusammen mit Hauptschulen, für Realschulen, für Gymnasien und für berufsbildende Schulen. Daneben gibt es unterschiedlich organisierte Ausbildungsgänge für Lehrerinnen und Lehrer für Behinderte Schülerinnen und Schüler.

Als einziges Bundesland leistet sich Baden-Württemberg Pädagogische Hochschulen (PH), die nicht - wie das in anderen Bundesländern der Fall ist - in die Universitäten integriert sind. Es gibt derzeit sechs Pädagogische Hochschulen, an denen Lehrer/innen ausgebildet werden: in Freiburg im Breisgau, Heidelberg, Karlsruhe, Ludwigsburg, Schwäbisch-Gmünd und in Weingarten. Noch in den Jahren bis 1970 hatten alle Bundesländer der damaligen Bundesrepublik Pädagogische Hochschulen, an denen - wie derzeit nur noch in Baden-Württemberg - die Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer für Grundschulen und Hauptschulen stattfindet. Damit wird die unterschiedliche Behandlung von Volksschullehrern und Gymnasiallehrern, die den unterschiedlichen, aus dem 19. Jahrhundert überkommenen beamtenrechtlichen sogenannten Laufbahngruppen (gehobener Dienst und Höherer Dienst) samt deren unterschiedlicher Bezahlung nicht nur fortgesetzt, sondern auch begründet.

Sonderschullehrer

Grundsätzlich umfasst die Lehrerausbildung ein Fachstudium (normalerweise) zweier sonderpädagogischer Fachrichtungen an einer Universität; hinzu kommen zwei Unterrichtsfächer. Darüber hinaus(in unterschiedlicher Ausprägung und Gewichtung) die jeweilige allgemeine Behindertenpädagogik, allgemeine Erziehungswissenschaft und Ausschnitte von Psychologie (z.B. Entwicklungspsychologie). Ein Staatsexamen beendet das universitäre Studium. Zwei Ausbildungsgänge sind hier prinzipiell zu unterscheiden: Die sogenannte "Grundständige Ausbildung" und die "Konsekutive Ausbildung". Bei der Grundständigen Ausbildung erfolgt das Studium von Anfang an auf die sonderpädagogische Tätigkeit hin orientiert. Bei der Konsekutiven Ausbildung hingegen handelt es sich um ein Zusatzstudium, das an ein erfolgreiches Studium für ein Lehramt angeschlossen wird. Beide Formen haben Vor- und Nachteile, wobei die Diskussion in letzter Zeit im Hinblick auf die Bemühungen der Integration von Behinderten in das Regelschulwesen überwiegend die Konsekutive Ausbildung zu präferieren scheint. Dagegen sprechen vor allem fiskalische Gründe.


Kategorie:Schulwesen


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