Leichtfahrzeug
Ein Leichtfahrzeug ist ein mehrspuriges (zumeist) motorisiertes Fahrzeug, welches in Gewicht und Maßen gegenüber einem klassischen Automobil deutlich reduziert ist. Hervorstechendstes Merkmal ist somit der geringe Platzbedarf in ruhendem und fließendem Verkehr (inkl. Stau). Das Leichtfahrzeug schließt die Lücke zwischen Motorrad und dem herkömmlichen Personenwagen (umgangssprachlich Auto). Dementsprechend nehmen Leichtfahrzeuge im Regelfall ein oder zwei Personen auf.
Die Grenzziehung der Maße von Leichtfahrzeugen lässt sich grob unterhalb des Smart Zweisitzers vornehmen. Dort, wo Leichtfahrzeuge dessen Maße oder Gewicht erreichen oder überschreiten, und lediglich eine geringere Motorisierung aufweisen, wird häufig auch der Begriff Ultraleichtfahrzeuge zur weiteren Unterscheidung gewählt. Allerdings sind solche Unterteilungen nicht allgemeingültig und können sich verändern.
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Vergangenheit, Gegenwart und Zukunftsperspektive
Leichtfahrzeuge stellen angesichts aktueller Verkehrsprobleme eine potentielle Zukunftsperspektive dar. Interessant ist dabei, dass Leichtfahrzeuge eine Rückkehr zu den Anfängen des "Autos für Jedermann" darstellen, und, insbesondere bei dreirädrigen Modellen, Ähnlichkeit mit historischen Fahrzeugen, wie der Isetta oder dem Messerschmitt Kabinenroller aufweisen können. Die historische Entwicklung ist also eindeutig von den Leichtfahrzeugen weggegangen. Auch die derzeitige geringe Nachfrage und Marktaufteilung stellt Leichtfahrzeuge eindeutig als Nischenfahrzeuge dar. Die Marktsegmente von Fahrrad, Motorrad und Auto sind klar aufgeteilt und haben ihre jeweilige Anhängerschaft, Hybride zwischen diesen Fahrzeugen haben es schwer, Verbreitung zu erlangen, selbst wenn hohe Aufmerksamkeit erzielt wird. Ein Beispiel dafür war der Misserfolg des BMW C1 am Markt ebenso wie die derzeit geringe Verbreitung von Velomobilen und Elektroautos.
Politisch gewichtigstes Gegenargument gegen Leichtfahrzeuge ist deren geringere Sicherheit gegenüber dem Auto. Angesichts der Sicherheitsvorteile gegenüber Zweirädern und der starken Häufigkeit von "Alleinfahrten" im Verkehr wäre andererseits deren langfristiger Erfolg nur konsequent.
Leichtkraftfahrzeuge gemäß Führerschein Klasse S
Seit dem 1. Februar 2005 dürfen in Deutschland Jugendliche ab 16 Jahren mit einem besonderen Führerschein Klasse S, Leichtfahrzeuge mit bis zu 4 kW Leistung, 350 kg Gewicht und 45 km/h Höchstgeschwindigkeit lenken. Die Einordnung entspricht von der Geschwindigkeit damit Kleinkrafträdern. Bereits angebotene Fahrzeuge orientieren sich im Erscheinungsbild und Räderzahl zur Zeit im wesentlichen am klassischen Auto. Dieser Führerschein und aktuelle Leichtfahrzeuge hat bei Politikern, Verkehrsexperten und Eltern gleichermaßen viele Fragen aufgeworfen und ist hoch umstritten.
Sachlich ist gegen die Widerstände einzuwenden, dass 16-Jährige bereits seit langem 80 km/h schnelle und bis 11 kW starke Leichtkrafträder führen dürfen. Andererseits existiert die Befürchtung, dass die Anzahl der am motorisierten Straßenverkehr teilnehmenden Jugendlichen sich mit mehrspurigen Fahrzeugen erhöhen wird und sich dies, u.U. gerade wegen der eingeschränkten Geschwindigkeit als Verkehrshindernis, in steigenden Unfallzahlen bemerkbar machen wird. Die Frage, inwieweit eine frühe Gewöhnung Jugendlicher an den Straßenverkehr mit geringeren Geschwindigkeiten zu einer gesamten Abnahme oder deren wachsende Zahl zu einer gesamten Zunahme von Verletzten und Unfalltoten führen wird, wird sich erst im Nachhinein beantworten lassen.
Quads
Hauptartikel unter: Quad
Quads sind aus dem Motorrad heraus entwickelte vierrädrige Fahrzeuge (quad=vier). Sie sind meist sehr geländegängig und entsprechend stark motorisiert. Sie dienen vorwiegend als offroad-Freizeitfahrzeuge.
Leichtelektromobile
Als Leichtelektromobil (LEM) wird ein batteriebetriebenes Automobil in Leichtbauweise bezeichnet. Es ist eine Sonderform des Elektroautos.
Nachdem um 1900 Elektromobile im Vergleich zu den mit Verbrennungsmotor angetriebenen Automobilen durchaus konkurrenzfähig waren, gab es erst nach der Ölkrise wieder Bestrebungen, Elektrofahrzeuge zu entwickeln. Ein grundlegendes Problem der Elektrofahrzeuge liegt in dem geringen Energieinhalt des Energiespeichers (Akku). Um diesen Mangel auszugleichen und befriedigende Reichweiten zu erhalten muss der Energieverbrauch eines Elektrofahrzeugs sehr gering gehalten werden. Dies wird, wie auch der Name schon sagt, durch konsequenten Leichtbau erreicht. Leichtelektromobile sind zumeist relativ klein (1 - 1,2 m x 2 - 3 m), nur ein- bis zweisitzig, haben eine Kunststoffkarosserie, schmale Reifen und bevorzugt drei Räder.
Viele Konzepte von Leichtelektromobilen kamen aus einem Versuchsstadium nie heraus (SAM, Voltaire, Hotzenblitz). Kommerziell erfolgreich waren nur die Firmen Kewet, Twike und Citycom mit dem CityEL (ehemals: el Trans).
Als Traktionsbatterien kommen zumeist Bleiakkumulatoren oder Nickel-Cadmium-Akkus zum Einsatz und neuerdings werden auch Lithium-Ionen-Akkumulatoren erprobt. Typischerweise reicht der Energiegehalt der Akkus für einen Betrieb mit einer Stunde Höchstgeschwindigkeit, so dass die Reichweiten der Leichtelektromobile bei maximal 50-80 km liegen.
Experimentalfahrzeuge und Konzeptautos
Mit die spektakulärsten Vertreter und auch aus technologischer Sicht besonders interessante Ableger sind die auf engl. so genannten Tilting Three Wheelers (TTW), sich neigende dreirädrige Fahrzeuge.
Sogar Daimler-Chrysler hat bereits 1997 ein solches Konzeptauto vorgestellt, den Mercedes F 300 Life-Jet. Hierbei handelt es sich um ein Trike, welches in Kurven sich in die Kurve neigt. Es fährt auf Motorradreifen und bietet Fhrleistungen die zwischen einem PKW und einem Motorrad liegen. Das Hardtop kann abgenommen werden, so wird es zum Frischluftvergnügen. In der Reihe sind weitere Experimentalfahrzeuge entstanden, die aber nicht alle in die Kategorie Leichtfahrzeuge fallen.
Der Shellkonzern startet jedes Jahr einen Eco-marathon, in dem Fahrzeuge mit einem Liter Benzin möglichst weit fahren sollen. Die Fahrzeuge sind alle Experimentalfahrzeuge, die mit Benzin, Wasserstoff, Solar oder Diesel betrieben werden. Der Verbrauch wird auf eine Liter Benzin umgerechnet. Der Sieger des Jahres 2005 kam mit einem Liter 3836 km weit. Das entspricht 0,00026 l/km bzw. 0,026 l/100 km. Dieses wurde mit einem Wasserstoff getriebenen Fahrzeug von der Schweizer "ETH Zürich" erreicht. Der besste Diesel errang Platz 11 in der Gesamtwertung und erreichte 1807 km / l mit einem 4,2 PS starken (schwachen;)) Triebwerk. Das Fahrzeug wurde von der "FH Offenburg" ins Rennen geschickt.
Siehe auch
Weblinks
- Daimler-Chrysler Konzeptfahrzeug F 300 Life-Jet
- Forum der Elektromobilfahrer
- Liste bekannter Tilting Three Wheelers (TTW) (engl.)
- shell Eco-Marathon
- Ligier Deutschland GmbH, Hersteller von Leichtkraftfahrzeugen
