Leistungsloses Einkommen

Die Erklärung für den Begriff (leistungslos) wird folgendermaßen hergeleitet.

Die meisten Menschen handeln nach folgendem Prinzip. Mit minimalen Aufwand den maximalen Nutzen zu erreichen. Solange ein Mensch durch persönlich zu erbringende Leistungen für seine Bedürfnisbefriedigung tätig werden muß, hat er dafür nur eine begrenzte Möglichkeit. Seine begrenzende Resource ist die Zeit. Diese steht ihm 24 Stunden zur Verfügung. Abzüglich gewisser elementarer Bedürfnisse zur Aufrechterhaltung der körperlichen Integrität verbleiben davon stets weniger als 24 Stunden um eine persönliche Wohlstandsvergrößerung vorzunehmen. Gerade diese eigene zu erbringende Leistung ist eine negative (dämpfende) Rückkopplung beim Entstehen der eigenen Wünsche und deren Befriedigung. Wünsche wachsen demzufolge nicht in den Himmel.

Nun ist es durchaus möglich im Rahmen einer begrenzten Resource "Zeit" soviel Geld zu verdienen, das das was für den täglichen Bedarf ausgegeben wird nur ein Bruchteil des erarbeiteten Einkommens ausmacht. Somit kann eine Vermögensbildung einsetzen und es können Sparguthaben angelegt werden. Sofern dieses Geld also nicht verschatzt wird, kann es in Form von Krediten wieder dem Wirtschaftkreislauf als Tauschmittel beigesteuert werden, was beim Verschatzen (z.b.unters Bett legen) nicht der Fall wäre. Zwar war der Erwerb dieses weitergegebenen Guthabens mit eigenen Leistungen verbunden, die bloße Weitergabe beinhaltet aber keine weitere Leistungserbringung des "persönlichen Wohlstandsschaffenden".

Desweiteren besteht das Problem, das eine Verhinderung der Weitergabe des Tauschmittels "Geld", zu einer Tauschmittelknappheit führt. Ein Teil der darin liegenden Probleme werden u.a. im Stichwort Deflation behandelt. Deshalb ist es notwendig, das die Zirkulation des Tauschmittels ungehindert stattfinden kann. Diese ungehinderte Zirkulation bezeichnet man als Liquiditätseigenschaft des Geldes. Diese Eigenschaft wird durch eine monetäre Infrastruktur (Bargeldmenge und Girokonten bei Geldinstituten etc..) erreicht.

Wie man sehen kann, ist weder die Bargeldmenge noch das vorhandensein von Girokonten (die lediglich eine zusätzliche Möglichkeit von Liquiditätsübertragungen ermöglichen) ursächlich mit persönlichen Leistungen des Wohlstandsschaffenden verbunden. Dennoch erhält er für die Weitergabe der Liquiditätseigenschaft (eine Eigenschaft die unabhängig von jedem Wirtschaftssubjekt, einem neutralem Tauschmittel innewohnen muss) eine Prämie. Diese Prämie ist einer von mehreren Anteilen die den sogenannten Zins bilden. Verliehenes Kapital (überlassene Liquidität) wird stets für zwei (drei) Zwecke verwendet. Herstellung von Konsumgütern und Investitionsgütern (z.b. Wohnungen oder Häuser die vermietet werden können) und drittens zum Spekulieren. Alle Kosten die der Kapitalentleiher für die Liquiditätsüberlassung zu zahlen hat, werden anteilig dem Konsumgutpreis oder auch dem Investitionsgutpreis (z.b Mieten) aufgeschlagen.

Daraus folgt aber, das nicht immer nur der Kapitalentleiher diesen Zinskostenanteil erarbeiten (aufbringen) muss, sondern stets der Endverbraucher eines Konsumgutes oder der Nutzer eines Investitionsgutes. Über den Mechanismus der im Produktpreis enthaltenen Liquiditätsprämie findet also ein stetiger Kapitaltransfer zu dem "persönlich Wohlstandschaffenden" statt. Je größer das von ihm ersparte Guthaben ist, umso größer ist die Menge der Liquiditätsprämie die im in Form von Zinsen zufließen und sein Vermögen weiter erhöhen. Diesen Vorgang bezeichnet man als positive Rückkopplung. Wobei der Begriff positiv hier bedeutet das ein unbegrenztes Wachstum ermöglicht wird, was in einer begrenzten Welt jedoch nicht möglich sein kann.

Über diesen Effekt werden Guthaben aufgebaut, die täglich Millionen von "Werteinheiten" an den persönlich Wohlstandschaffenden transferieren ohne das er dafür eine eigene Leistung erbringen musste. Dieser Prozess wird in der Freiwirtschaft als Bezug von leistungslosem Einkommen bezeichnet. Diese seien ungerechtfertigt und führen zu sozialen Spannungen, da ihn die Allgemeinheit über die Produkt und Investitionsgüterpreise aus ihrem verdienten Arbeits-entgeld aufbringen muss. Mit zunehmender Vermögensbildung in einer Volkswirtschaft erwachsen enorme "Liquiditätseigenschaften" und damit Liquiditätsprämien die die gesamte Volkswirtschaft als Kostenanteil aus ihrem Bruttosozialprodukt erwirtschaften muss. Es ist stets so, das mit zunehmenden Alter einer Volkswirtschaft die Liquiditätseigenschaften in den Vermögen stärker wachsen, als das Bruttosozialprodukt. Dies hat damit zu tun, das die Liquiditätseigenschaft eine kumulutative Größe (abgeleitet aus den aufaddierten Guthaben) ist, während ein Bruttosozialprodukt von wesentlich mehr Faktoren in seinem Wachstum abhängt. Wenn dieser Punkt erreicht ist, kommt es zu Verteilungsauseinandersetzungen zwischen denen, die das Sozialprodukt erwirtschaften (Unternehmen und Mitarbeiter aller Unternehmen) und jenen die über Kapitalerträge (Liquiditätsprämien) "leistungslos" erhalten.

Eine Umlaufgebühr auf liquide Wertstände, die den Faktor Zeit mit der Werteigenschaft verbindet, indem der Wert in einem festgelegten Massstab schrumpft, soll die Liquiditätsprämie abschöpfen und die Liquiditätseigenschaft des Tauschmittels garantieren, weil eine Verschatzung sich nicht mehr rechnet.--85.74.46.126 03:10, 23. Jun 2005 (CEST)

See also: Leistungsloses Einkommen, Neutralem Tauschmittel