Leitstelle

Eine Leitstelle (oft auch Einsatzzentrale, Funkleitstelle) leitet den Einsatzbetrieb der zugeordneten Organisation, nimmt Informationen entgegen, wertet sie aus und koordiniert die angeschlossenen Dienste.

Insbesondere im Rahmen der öffentlichen Daseinsvorsorge gibt es wichtige Leitstellen, die

Notrufe entgegennehmen und Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei und andere Notfalldienste einsetzen können. Sie sind rund um die Uhr erreichbar und stehen untereinander in Verbindung. In ganz Europa muss unter der Notrufnummer 112 ein Ansprechpartner erreichbar sein, der Hilfe aus den og. Bereichen vermittelt.

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Arbeitsplatz in einer Leitstelle
Inhaltsverzeichnis

Arten

Notfalldienste

Es gibt zahlreiche Dienste, die eine Leitstelle als zentralen Ansprechpartner betreiben:

Benennung Fachdienst besondere Aufgaben
Feuerwehreinsatzzentrale (FEZ) Feuerwehr, weitere Katastrophenschutzeinheiten organisiert Sondergerät (z. B. Sandsäcke bei großen Flutkatastrophen, Sonderlöschmittel)
Polizeieinsatzzentrale (PEZ) Polizei, Sicherheitsbehörden, Ämter Vermittlung an zuständige Behörden
Rettungsleitstelle (RLSt) Rettungsdienst, Krankentransport, Sanitätsdienst, Betreuungsdienst fragt aufnahmebereite Krankenhäuser ab, weist das Zielkrankenhaus zu
Krankentransportleitstelle Krankentransport Organisation von Intensivverlegungen und Auslandsrückholungen
Arzt-Vermittlungszentrale Ärztlicher Bereitschaftsdienst vermittelt einen diensthabenden Hausarzt außerhalb der Sprechzeiten
Hausnotrufzentrale Hausnotrufdienste, Pflegedienste gibt Notfälle von angeschlossenen Mitgliedern an RLSt, PEZ oder FEZ weiter
Sicherheitszentrale Sicherheitsdienste überwachen Einrichtungen, z. B. mittels Einbruchsmeldeanlagen oder Kameras, aber auch in Aufzügen steckengebliebenen Personen zu helfen.

Leitstellen von Behörden

Auch von Behörden sind Leitstellen eingerichtet, die auch international miteinander verknüpft sein können. Sie werden vor allem bei großräumigen Katastrophen Ansprechpartner diverser Organisationen. In Österreich gibt es dazu im Innenministerium die Bundeswarnzentrale und in allen Bundesländern je eine Landeswarnzentrale der Landesregierungen. In den Landeswarnzentralen laufen beispielsweise alle automatisch erfassten Messwerte der Umweltsonden oder Hochwasserpegel zusammen und lösen dementsprechende Alarme bei Erreichen entsprechender Stände aus.

Weitere Leitstellen im Sicherheitsbereich:

Andere Organisationen

Andere Organisationen mit überregionaler oder öffentlicher Bedeutung und eigenen Einsatzgruppen haben ebenfalls Einsatzleitstellen, z. B.:

Sonderformen

Die Begriffe "Kombinierte Leitstellen" und "Integrierte Leitstellen" werden - obwohl von der Bedeutung her unterschiedlich - oft auch synonym verwendet.

Zuständigkeiten

Die einzelnen Leitstellen haben neben der organisatorischen auch klar getrennte örtliche Zuständigkeitsgebiete. Diese umfassen in Deutschland meist das Gebiet einer größeren Stadt oder eines oder mehrerer Landkreise.

In Österreich sind für die Feuerwehren auch Bezirksalarmzentralen, Bereichsalarmzentralen oder Landeswarnzentralen auf Bezirks- oder Landesebene üblich. Im österreichischen Rettungsdienst werden die beteiligten Organisationen (z. B. Rotes Kreuz, Arbeiter-Samariter-Bund u. ä.) oft von organisationseigenen Leitstellen koordiniert.

Betreiber

Der Betrieb der Leitstellen der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben ist örtlich unterschiedlich per Gesetz oder Verordnung geregelt.

Es kommen dafür behördeneigene Leitstellen (Polizei, Berufsfeuerwehr), der Betrieb durch den zuständigen Landkreis bzw. die Stadt oder durch eine mit dem Betrieb beauftragte Hilfsorganisation in Frage.

Es kann vorkommen, dass mit dem Leitstellenbetrieb ein Privatunternehmen beauftragt wird. In Niederösterreich wird z.B. die Leitstelle des Rettungsdienstes von einer Firma namens LEBIG betrieben, die von den betroffenen Rettungsorganisationen gemeinsam gegründet wurde.

Personal

Die Mitarbeiter von Leitstellen werden Disponenten oder Einsatzsachbearbeiter genannt. Sie sind je nach Rechtsverhältnis Angestellte oder Beamte des Leitstellenbetreibers. In den meisten Leitstellen sind mindestens je zwei Disponenten im Dienst, bei großen Leitstellen auch 10 oder 20.

Je nach interner Organisation übernimmt ein Disponent die Abwicklung eines kompletten Auftrages von der Notrufannahme bis zum Einsatzende oder man teilt sich die dabei anfallenden Aufgaben unter mehreren Disponenten (Telefonist, Sprechfunker) auf.

Die Disponenten in der Leitstelle haben in ihrem Bereich meist die Ausbildung, die auch für das Einsatzpersonal vor Ort notwendig ist, oft eine Führungsausbildung. Darüber hinaus haben sie noch eine spezielle Weiterbildung für die Arbeit in der Leitstelle. Sie müssen ortskundig sein und gute Kenntnisse über die Hilfsmöglichkeiten der eigenen und der benachbarten Organisationen haben.

Einsatzsachbearbeiter der Zentralen Leitstellen und Leitfunkstellen in Hessen z.B. müssen Rettungssanitäter bzw. Rettungsassistent und Gruppenführer der Feuerwehr sein, bevor sie einen vierwöchigen Lehrgang für Einsatzsachbearbeiter an der Hessischen Landesfeuerwehrschule in Kassel absolvieren.

Das Team einer Leitstelle muss ständig den Überblick über zum Teil mehrere gleichzeitig laufende Einsätze behalten und sich untereinander abstimmen. Daher ist neben dem Fachwissen auch Team-, Kommunikationsfähigkeit und Stressresistenz gefragt.

Weitere Positionen in einer Leitstelle sind:

Aufgaben

Typische Aufgaben sind:

Ausrüstung

Leitstellen brauchen vor allem Kommunikationsgeräte:

thumb|Kombinierter Funk- und Telefontisch

Unterbrechungsfreie Stromversorgungen und Notstromaggregate sorgen für den reibungslosen Betrieb in Extremfällen.

Weitere Hilfsmaterialien sind Alarmpläne, Kartenmaterial, Tonaufzeichnungsgeräte, etc.

Bei ihrer Tätigkeit werden die Disponenten idR. von einem computergestützten Leitstellensystem unterstützt (Einsatzleitrechner). Dieses System sorgt für die Archivierung von Einsatzdaten, macht Alarmvorschläge, stellt Strassen-/Ortskarten und Einsatzpläne zur Verfügung, sorgt für die automatische Alarmierung von Einheiten auf Tastendruck, überträgt Einsatzdaten, verbindet die verschiedenen Arbeitplätze oder sogar verschiedene Leitstellen untereinander und hilft bei statistischen Auswertungen und Abrechnungen. Oft sind diese Systeme zur Sicherheit doppelt vorhanden.

Die Erweiterung des Sprechfunks durch ein Funkmeldesystem erleichtert die Arbeit durch die Entlastung des Funkverkehrs und die direkte Verbindung zum Einsatzleitrechner (automatische Dokumentation der Abfahr- und Eintreffzeiten, Darstellung der freien und belegten Fahrzeuge).

Die Abbildung zeigt einen kombinierten Funk- und Telefonarbeitsplatz der Rettungsleitstelle Rosenheim.

Weiterführende Informationen

Weblinks

Siehe auch: Portal Feuerwehr, Portal Erste Hilfe, Erste Hilfe - Rettungskette


Hinweis Gesundheitsthemen Kategorie:AlarmierungKategorie:Führungs- und EinsatzmittelKategorie:FeuerwehrKategorie:PolizeiKategorie:Rettungsdienst

See also: Leitstelle, Alarm, Alarm- und Ausrückeordnung, Alarmanlage, Alarmierungssysteme der Feuerwehr, Alarmplan, Arbeiter-Samariter-Bund, Arbeitsgruppe, Aufzugsanlage, Auslandsrückholung