Leoben

Dieser Artikel behandelt die Stadt Leoben, für das gleichnamige Dorf siehe Leoben in Kärnten.


Wappen
fehlt noch
Karte
Karte Österreich, Leoben hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Steiermark
Bezirk: Leoben
Fläche: 107,74 km²
Einwohner: 25.804 (Volkszählung 2001)
Höhe: 541 m ü. A NN
Postleitzahl: 8700
Vorwahl: +43 3842
Geografische Lage: 47° 23' n. Br.
15° 06' ö. L.
Gemeindekennzahl: 61108
Adresse des
Rathauses:
Erzherzog-Johann-Straße 2
8700 Leoben
Website: www.leoben.at
e-mail: stadtgemeinde@leoben.at
Politik
Bürgermeister: Dr. Matthias Konrad (SPÖ)

thumb|right|Leoben um 1900 Leoben ist die zweitgrößte Stadt des österreichischen Bundeslandes Steiermark, Sitz der Montanuniversität Leoben und das wirtschaftliche Zentrum der Obersteiermark. Leoben ist die Bezirkshauptstadt des gleichnamigen Bezirkes.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Leoben liegt im oberen Murtal. Der alte Stadtkern wurde in einer Murschleife knapp unter der Mündung des Vordernberger Baches begründet. Damit bildet es den südlichen Ausgangspunkt der Eisenstraße. Heute erstreckt sie sich auf beiden Seiten des Flusses bis an die Bergflanken. Diese sind im Norden die Ausläufer des Hochschwab, im Süden die Abhänge der Gleinalpe und im Westen die Ausläufer der Eisenerzer Alpen.

Stadtteile

Wappen

Das Wappen der Stadt Leoben zeigt auf rotem Grund einen weißen Vogel Strauß mit je einem Hufeisen in Schnabel und Klaue. Es ist bereits seit dem Mittelalter in Verwendung und geht auf Legenden vom "Eisen fressenden Strauß" zurück.

Geschichte

Die erste Nennung des Namens "Liupina" findet sich in einer Schenkungsurkunde von König Ludwig das Kind an den Gaugrafen Aribo im Jahr 904. Eine Siedlung unter dem Namen "Forum Liuben" wird erstmals im Jahr 1173 genannt, diese befindet sich rund um die Jakobskirche. Ab 1261 wird unter König Ottokar II. die Stadt nordwärts an ihre jetzige Stelle in der "Murschleife" verlegt, in diese Zeit fällt auch die Verleihung des Stadtrechts. 1314 findet sich die erste Erwähnung als Eisenhandelsplatz ("Rauheisenverlagsort"). 1480 wird beim Türkensturm die "Waasenvorstadt" im Westen in Brand gesteckt, auch die dortige Kirche "Maria am Waasen" fällt dem Feuer zum Opfer.

In den Wirren von Reformation und Gegenreformation dient die Stadt im Jahr 1525 als wichtiger Stützpunkt zur Niederschlagung des Knappenaufstandes im Ennstal und rund um Schladming. Trotzdem bekennt man sich 1572 am Brucker Ausschusslandtag offiziell zum Augsburger Bekenntnis, was jedoch nur bis 1613 von Bestand ist. In diesem Jahr beginnt die Rekatholisierung; der Jesuitenorden gründet eine Niederlassung in Leoben und errichtet 1660 - 65 die Kirche "St. Xaver".

1797 trafen sich französische und österreichische Gesandtschaften in Leoben. Dort schlossen Napoleon und die Vertreter Österreichs den Vorfrieden von Leoben. 1805 wurde die Stadt von den durchziehenden Franzosen besetzt.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts gab es eine langsame aber stetige Weiterentwicklung. Dafür geben unter anderem die folgenden Ereignisse Zeugnis ab:

Auch in der folgenden ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts konnten sich zahlreiche Betriebe in Leoben etablieren.

Von ca. 1782 bis 1859 war die Stadt Zentrum des Bistums Leoben und damit Bischofssitz. 1859 erfolgte die Vereinigung mit der Diözese Graz-Seckau.

1939 wurden die beiden bis dahin selbstständigen Gemeinden Göss und Donawitz eingegliedert, wodurch sich die Fläche des Stadtgebietes beinahe verdoppelte.

Schwierige wirtschaftliche Zeiten musste die Stadt in den 1960er-Jahren (Schließung des Kohleberbaus Seegraben) und den 1980ern (Einschränkung der Eisen- und Stahlindustrie in der Hütte Donawitz) überstehen. Durch eine Umorientierung in neue Richtungen gelang es, auch diese Krise zu überstehen:

Politik

Als Industriestadt ist Leoben traditionell sozialdemokratisch dominiert. Auch zur Zeit stellt die SPÖ die stärkste Fraktion (absolute Mehrheit) im Gemeinderat und mit Dr. Matthias Konrad den Bürgermeister, im Gemeinderat sind allerdings fünf Fraktionen vertreten: SPÖ (20 Mandate), ÖVP (5), KPÖ (3), FPÖ (2) sowie Die Grünen (1).

Wirtschaft, Bildung und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen

Bildung

Leoben beherbergt mit der Montanuniversität Leoben eine der Hauptausbildungsstätten Europas für Hüttenwesen und andere montanistische Studien, wie z. B. Bergbau, Werkstoffwissenschaften und Erdölwesen.

Verkehr

An der österreichischen Südbahn gelegen ist Leoben eine wichtige Drehscheibe für den Eisenbahnverkehr.

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Aus dem Stift Göss stammt das älteste erhaltene christliche Messgewand, der "Gösser Ornat". Es wurde um 1260 als Seidenstickerei angefertigt und kann heute im Museum für Angewandte Kunst in Wien besichtigt werden.

Theater

Stadttheater Leoben: Das 1790 gegründete Theater wird noch heute bespielt und ist damit das älteste durchgehend bespielte Theater Österreichs.

Bauwerke

1280 bin ich erstanden da,
1794 war ich dem Sturze nah,
ich bin somit in jedem Falle
sehr alt und älter als ihr alle,
sah viele Feinde durch mich gehen
und blieb doch immer aufrecht stehen,
sah viermal auch die Franken schon,
doch immer fest den Kaiserthron,
sah Krieger jüngst aus Ost und West,
blieb auch in diesen Stürmen fest.

Regelmäßige Veranstaltungen

Persönlichkeiten

Literatur

Günther Jontes: Leoben, Podmenig, Fohnsdorf 1989, ISBN 3-900-662-20-7

Weblinks

See also: Leoben, 1020, 1149, 1173, 1188, 1260, 1261, 1271