Libanonkrieg
Der Libanonkrieg oder Libanon-Feldzug war der 5. israelisch-arabische Krieg.
Da die PLO nach ihrer Festsetzung im südlichen Libanon immer wieder Angriffe auf Israel startete, begann Israel am 06.06.1982 mit einem Angriff auf den Libanon. Ziel war die Zerschlagung der militärischen PLO-Organisation durch den Vormarsch bis Beirut, von wo aus die PLO ihre Aktionen koordinierte. In Westbeirut wurden 10.000 PLO-Kämpfer von den israelischen Truppen eingeschlossen und zur Aufgabe aufgefordert.
Während der Belagerung kam es zu Massakern mit rund 2500 Toten in den palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Schatila durch die christlichen Phalange-Milizen der Maroniten, als Präsident Bashir Gemayel (Maronit) ermordet wurde. Das israelische Militär griff nicht ein, um die Massaker zu verhindern. Ende August musste sich die PLO auf Druck Israels aus dem Libanon zurückziehen und richtete in Tunis ihr neues Hauptquartier ein. Mit ein Grund für den schnellen Sieg Israels über die PLO war dabei, dass die syrische und libanesische Armee nicht in die Kämpfe zu Gunsten der PLO eingriffen, da Syrien und Libanon ein eigenes Interesse daran hatten, die PLO als regionalen Machtfaktor auszuschalten.
Israel hielt den südlichen Libanon zunächst bis 1985 besetzt und richtete danach eine Sicherheitszone im Vorfeld der israelischen Grenze ein, um Angriffe auf Israel verhindern zu können. Erst am 24. Mai 2000 wurde die Sicherheitszone von Israel endgültig geräumt; Teile der dortigen libanesischen Bevölkerung, insbesondere Milizionäre der mit Israel kollaborierenden SLA und deren Familien, siedelten nach Israel über, da sie einerseits mit Strafverfolgung durch den libanesischen Staat rechnen mussten, andererseits Racheakte und Lynchjustiz befürchteten. Mit dem Libanon bestehen allerdings bis heute Streitigkeiten um ein 25 Quadratkilometer großes Gebiet um die so genannten Shebaa-Farmen. Die Staatszugehörigkeit dieser Flächen am Fuß der Golanhöhen ist nicht eindeutig geklärt.
Die Sicherheitszone erfüllte ihren Zweck nur bedingt. Bis zuletzt kam es immer wieder zu Angriffen der Hisbollah mit Katyusha-Raketen auf nordisraelische Siedlungen, vor allem auf Kiryat Shmona. Opfer waren vor allem israelische Zivilisten.
Infolge des Libanon-Feldzugs und des Massakers von Sabra und Schatila musste Ariel Scharon, der zu diesem Zeitpunkt das Amt des Verteidigungsministers innehatte 1983, nach einem Prozess in Israel, zurücktreten. Seine Verantwortung für den Krieg wird noch heute oftmals hervorgehoben. Als allerdings am 8. Juni 1982 Abgeordnete der linken Chadash-Front den Rücktritt des israelischen Kabinetts forderten, wurde selbst von den Oppositionsführern der Avoda, Rabin und Peres die Einheit des Volkes gefordert und somit nicht grundsätzlich gegen den Krieg opponiert.
