Lichtmischpult

Ein Lichtmischpult ist eine Steuereinheit, mit der Lichtanlagen oder -installationen, z.B. in Theatern, Discos und auf Konzerten, gesteuert werden können. Hierbei werden die meist über Dimmer angeschlossenen Scheinwerfer oder Lichteffekte in ihrer Intensität "zusammengemischt" sowie, soweit möglich, ihre Erscheinungsform (z.B. Farbe, Fokus, Muster) über entsprechende Parameter bestimmt.

Lichtmischpulte lassen sich im allgemeinen in zwei Gruppen unterteilen.

Inhaltsverzeichnis

1. Analoge Lichtmischpulte

Analoge Lichtmischpulte geben für jeden Kanal eine bestimmte Gleichspannung (meist von 0-10 V) aus, die von den Dimmern in die entsprechende Wechselspannung umgesetzt werden.

Für die Übertragung der Signale ist daher für jeden Kanal eine eigene Ader des Steuerkabels (zwischen Pult und Dimmer bzw. Lampe) notwendig, weshalb die Kabel bei großen Installationen dick und unhandlich sind. Analoge Pulte werden heutzutage meist nur noch für kleinere Szenen v. a. im Amateur- und semiprofessionellen Bereich eingesetzt. Vor Einführung der Digitaltechnik wurden natürlich auch umfangreiche Pulte benutzt, die in älteren Häusern noch vereinzelt anzutreffen sind.

2. Digitale Lichtmischpulte

Digitale Lichtmischpulte benutzen das DMX-Signal oder zunehmend auch Netzwerk-Protokolle wie ArtNet oder ACN, um die eingestellten Werte an die Dimmer zu übermitteln. Die Übertragung geschieht bei DMX für alle Kanäle einer Linie mittels eines meist dreiadrigen Kabels, was die Verkabelung einfacher macht.

Digitale Pulte können pro DMX-Linie 512 Kanäle ansteuern. Der Anschluß von bis zu acht Linien ist bei modernen Pulten keine Seltenheit. Ihr Einsatzbereich sind professionelle Lichtsteuerungen und sie sind meist viel komplexer als analoge Pulte.

Presets

Ein Preset ist die bei Möglichkeit, während der Ausgabe einer Lichtszene bereits eine zweite auf dem Pult einzustellen, um nach Ende der Szene sofort auf die andere umblenden zu können. Um dies zu ermöglichen, müssen für jeden Kanal mindestens 2 Regler vorhanden sein. Meistens sind diese in 2 Reihen untereinander angeordnet. Die erste Reihe ist dann für das erste, die zweite für das zweite Preset.
Bei Moving-Light-Controllern oder Hybridpulten bezeichnet der Begriff Preset bzw. Palette zwar auch eine "Voreinstellung", allerdings werden hier Kanalwerte gespeichert, um danach aus den einzelnen Presets im Baukastenverfahren die endgültigen Lichtstimmungen zu erstellen. Dies hat den Vorteil, dass bei Aktualisierung eines Presets diese Änderungen automatisch in die Lichtstimmungen übernommen werden, in denen das Preset gespeichert wurde.

CUEs

Ein CUE ist eine Lichtszene, d. h. in einem CUE wird gespeichert, welche Kanäle mit welcher Auslastung angesteuert werden sollen. So lassen sich z. B. die jeweiligen Farbanteile einer Szene komfortabel festlegen und speichern. Während einer Vorstellung müssen so nicht die einzelnen Kanalregler eingestellt werden, sondern nur ein CUE, der die komplette Lichtszene auf einmal ausgibt.

Häufig wird ein CUE auch als "Preset" oder "Memory" bezeichnet.

Eigentlich ist "cue" die originäre Bezeichnung für das Stichwort bzw. den Einsatz, der die Szene einleitet (von englisch "cue" = Stichwort, Aufruf).

Sequenz

Eine Sequenz (auch "Chaser") ist eine Reihe von festgelegten Werten für bestimmte Kanäle. Sequenzen können benutzt werden, um Lauflicht- und Blinkeffekte zu programmieren, hauptsächlich verwendet man sie jedoch zur Steuerung von Scannern und Moving Heads (bewegliche Scheinwerfer).
Unterscheidet ein Lichtpult zwischen Chaser und Sequenz, so bezeichnet der Chaser in der Regel eine konstant getaktete Abfolge von Lichtstimmungen, während in der Sequenz jede einzelne Stimmung eine eigene Stand- und Überblendzeit besitzt.

Stack

Ein Stack ist eine Aneinanderreihung von CUEs und/oder Sequenzen. Sie werden verwendet, um bei festgelegten Programmabläufen (z. B. Theater) von einem CUE in den nächsten zu wechseln. Stacks können auch Informationen zum Überblenden von einer Stimmung in die nächste beinhalten. Falls ein Stack programmiert wurde, muss der Lichttechniker während der Vorstellung nur noch zum richtigen Zeitpunkt im Stack weiterschalten, was durch einen Tastendruck geschieht.

Manche Hersteller (z.B. MA Lighting) bezeichnen einen solchen Stack auch als "Sequence" oder Cue-List und die o.g. Sequenz als "Chaser". Eine eindeutige Festlegung gibt es hier nicht, da die unterschiedlichen Hersteller sich nur bedingt an eine einheitliche Nomenklatur halten.

See also: Lichtmischpult, Cue, DMX-Signal, Dimmer, Disco, Farbe, Fokus, Intensität, Konzert, Lauflicht