Liedform
Als Liedform bezeichnet man die einfachste musikalische Satzform. Der Begriff leitet sich vom gesungenen Volkslied ab. Er wurde 1839 von Adolf Bernhard Marx geprägt.
Die Verwendung des Begriffes ist dabei aber nicht auf das gesungene Lied beschränkt, sondern kann sich auch auf Instrumentalmusik beziehen. So sind beispielsweise in vielen Sonaten und Sinfonien die langsamen Sätze in Liedform komponiert.
Man unterscheidet:
- einteilige (einfache) Liedform: nur ein einziges musikalisches Motiv wird ausgeführt, bevor die Melodie zur Tonika zurückkehrt; die Form kann dabei aus zwei oder drei Satzgliedern bestehen, die Wiederholungen (ggf. mit variiertem Schluss) darstellen, oder auch andersartig sein (Moglichkeiten: a -a, a - a', a - b; a - a - a, a - a - b, a - b - c, usw.)
- zweiteilige oder zweisätzige Liedform: sie besteht aus zwei deutlich voneinander abgehobenen Abschnitten, von denen der erste oft auf der Dominante endet, der zweite dagegen zur Tonika zurückführt (Möglichkeiten: A - A, A - A', A - B). Diese Form ist die Grundlage für die meisten Tänze und Märsche
- dreiteilige oder dreisätzige Liedform - Unterformen:
- Bogen- oder Brückenform (A - B - A oder A - B - A'; ggf. auch mit Wiederholung: |: A :||: B - A :|). In der Instrumentalmusik z.B. die Grundlage für das Menuett mit einem Trio als Mittelteil
- Barform oder auch Kanzonenform: besonders im Minnesang und Meistersang häufige Form mit den Teilen Stollen - Stollen - Abgesang (A - A - B).
- Gegenbarform: A - B - B
- Reprisenbarform oder auch Rundkanzone: der Stollen wird nach dem Abgesang identisch oder variiert wiederholt (A - A - B - A; A - A' - B - A; A - A' - B - A"). Diese Form findet sich häufig in der Popmusik und im Jazz und heißt daher auch Songform
