Lingam
thumb|Shiva Lingam Der Lingam (Sanskrit. n., लिङ्ग, liṅga) ist ein Symbol, das eng mit der Hindu-Gottheit Shiva in Verbindung steht. Der phallusartige Shiva-Lingam wird gewöhnlich mit der (männlichen) Schöpferkraft des Shiva assoziiert. Es zeigt jedoch nicht nur ausströmende schöpferische Potenz, sondern auch deren Kontrolle und aufwärtsgerichtete Transformation in erlösendes Wesen.
Es gibt natürlich geformte Lingams - etwa aus Gestein - und handwerklich gefertigte in verschiedenen Ausführungen und Materialien. Nicht selten sieht man in Shiva-Tempeln meterhohe Linga-Statuen. Während der Svayambhu Lingam (alleinstehend, wörtl: "selbstseiend") in Tempeln eher selten anzutreffen ist, ist dort eher eine Kombination von Lingam und Yoni (stilisiertes weibliches Geschlecht) gebräuchlich. Letztere steht als eine Art umgebender Sockel stellvertretend für die Weiblichkeit.
Solche Linga sind oft nur im obersten - sichtbaren - Drittel zylindrisch geformt um Shiva zu repräsentieren. Das mittlere - im Sockel versenkte - Drittel ist achteckig, und repräsentiert Vishnu, das unterste Drittel ist viereckig und ein Symbol für Brahma.
Durch rituelle Handlungen (Puja) wird die weibliche Kraft oder aktive Energie (Shakti), die im Lingam gesammelt ist, geehrt. Über den Lingam werden in ritueller Weise "reine" Substanzen wie Ghi (geklärtes Butterfett), Sandelholzöl oder Milch gegossen und über das Sammelbecken der Yoni in eine Schale geleitet. Diese rituell reinen Substanzen sind Prasada, göttliche (reine) Nahrung, welche an Gläubige verteilt werden zu deren Segnung.
In Vereinigung mit dem weiblichen Prinzip (Shakti), oft auch anthropomorph dargestellt, sog. Shiva-Shakti oder Ardhanarishvara (Gott, der zur Hälfte eine Frau ist), steht hier der tantrische Aspekt Shivas im Vordergrund. Eng verknüpft ist diese Darstellung mit dem Shri-Yantra oder Shri-Chakra. Dabei werden in den anthropomorphen Darstellungen unter Zuhilfenahme sexueller Symbolik wie der geschlechtlichen Vereinigung religiöse Prinzipien dargestellt, im Shri-Yantra geschieht die Vermittlung analoger Inhalte mittels geometrischer Formen durch eine abstrakte Darstellungsweise.
Nach archäologischen Befunden wurde Shiva bereits in vorchristlicher Zeit in seiner anikonischen Form als Lingam verehrt. Parallel kommen die frühere Form des naturalistischen Kultbildes (Phallus mit angedeuteter Eichel) und die eingesichtigen Lingas (Phallus mit angesetztem Kopf) vor.
Kategorie:Hinduismus
