Lingen (Ems)

Wappen Karte
120px|Das Lingener Stadtwappen 140px|Lingen in Deutschland
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Kreis: Emsland
Fläche: 176,13 km²
Einwohner: 56.382 (01.03.2005)
Bevölkerungsdichte: 293 Einwohner je km²
Höhe: 22 m ü. NN
Postleitzahl: 49808, 49809, 49811
Vorwahl: 0 59 1   (Zentrum)

0 59 06 (Lünne)
0 59 07 (Geeste)
0 59 37 (Geeste, Groß Hesepe)
0 59 63 (Bawinkel)

Geografische Lage: 52° 31' n. Br.
07° 19' ö. L.
Kfz-Kennzeichen: EL (früher: LIN)
Gemeindeschlüssel: 03 4 54 032
Stadtgliederung: 12 Stadtteile/Stadtbezirke
Website: www.lingen.de
E-Mail-Adresse: info@lingen.de
Politik
Bürgermeister: Heiner Pott (CDU)
Bundestagsabgeordneter: Dr. Hermann Kues MdB (CDU)

Lingen (Ems) ist eine große selbstständige Stadt im Landkreis Emsland, in Niedersachsen. Die an der Ems und nahe der Grenze zu den Niederlanden liegende Stadt hat 56.382 Einwohner (Stand: 1. März 2005).

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Vergrößerung des Stadtgebietes

In den 70er-Jahren wurde das Stadtgebiet durch Zusammenschlüsse und Eingemeindungen im Rahmen der Gemeindereform vergrößert. Schon 1970 schlossen sich die Gemeinden Darme, Laxten und Brockhausen freiwillig Lingen an. 1974 wuchs die Stadt um das Gebiet der bisherigen Gemeinden Bramsche-Wesel, Estringen, Hüvede-Sommeringen, Mundersum, Baccum, Ramsel, Münnigbüren, Holthausen, Brögbern, Clusorth-Bramhar, Altenlingen und Schepsdorf. 1978 wurden kleinere Gebiete von der Gemeinde Wietmarschen an Lingen übertragen, nämlich Wachendorf, Rheitlage und Herzford.

Nachbargemeinden

Lingen grenzt im Norden an Geeste und Bawinkel, im Osten an Langen, Thuine und Messingen, im Süden an Lünne und Emsbüren sowie im Westen an Wietmarschen.

Geschichte

250px|thumb|Lingen um 1647

Politik

Im Stadtrat hat die CDU seit Jahrzehnten die absolute Mehrheit. Zuletzt wurden die 42 Ratsherren und -frauen am 9. September 2001 gewählt. Hinzu kommt der direkt gewählte Oberbürgermeister. Die 43 Sitze verteilen sich wie folgt:

Die nächsten Kommunalwahlen werden 2006 stattfinden.

Partnerstädte

Lingen (Ems) hat fünf Partnerstädte:

Verkehr

Straße

Lingen wird von der Autobahn 31 tangiert und ist Schnittpunkt der Bundesstraßen 70, 213 und 214.

Schiene

Lingen liegt an der 1855 eröffneten Eisenbahnlinie Ruhrgebiet – Nordsee (Emslandstrecke). Am Bahnhof Lingen (Ems) halten die zweistündlich verkehrenden Intercitys der Linie Luxemburg - Norddeich. Außerdem verkehrt stündlich der Emsland-Express Münster - Emden. Zahlreiche Güterzüge bedienen vor allem die Betriebsbahnhöfe Holthausen (Erdölraffinerie) und Hanekenfähr (Industriegebiet Lingen-Süd).

Von 1904 bis 1952 gab es außerdem eine Schmalspurbahn von Lingen über Berge nach Quakenbrück.

Wasserwege

Die Ems bei Lingen ist schiffbar, wird heute jedoch nur noch im Freizeitverkehr befahren. Bereits seit 1829 umfährt der Güterverkehr die zahlreichen Schleifen der Ems zwischen Lingen und Meppen auf einem Kanal, der damals Ems-Hase-Kanal hieß und seit über hundert Jahren in den Dortmund-Ems-Kanal einbezogen ist.

Die Erdölraffinerie in Holthausen sowie das Benteler-Stahlwerk in Hanekenfähr haben eigene Häfen. Hingegen haben der Alte und der Neue Hafen, nahe des Stadtzentrums gelegen, an Bedeutung für die Wirtschaft verloren.

Sehenswürdigkeiten

Der Marktplatz gilt als beste Stube der Stadt. Das historische Rathaus von 1555 mit seinem Treppengiebel von 1663 gilt als das Wahrzeichen der Stadt; es dient heute repräsentativen Zwecken und steht für standesamtliche Trauungen zur Verfügung. Gleich daneben befindet sich die Alte Posthalterei, ein zweigeschossiges Fachwerkhaus mit Walmdach, das von 1653 bis 1851 Lingens Poststelle war und heute eine Gaststätte beherbergt. Ansonsten wird der Marktplatz von Giebelhäusern beherrscht, zu denen das Haus der Kivelinge von 1583 zählt, eines der ältesten Bürgerhäuser Lingens.

Östlich des Marktplatzes und mit ihm durch die schmale Clubstraße verbunden, liegt der Universitätsplatz mit dem 1678 bis 1680 gebauten Seminargebäude (heute Kunstschule des Kunstvereins Lingen), dem Professorenhaus von 1684/85 (heute Theaterpädagogisches Zentrum, TPZ) und der barocken evangelisch-lutherischen Kreuzkirche, die 1733 bis 1737 errichtet und 1888 im neuromanischen Stil erweitert wurde.

Die schönste Straße Lingens dürfte die Burgstraße sein. Vom Marktplatz aus findet man zunächst das Hellmannsche Haus von 1641 mit seinem reich ornamentierten Fachwerkgiebel und die ab 1832 errichtete katholische Bonifatiuskirche. Etwas weiter findet man das Palais Danckelmann von 1646, das seit Jahrhunderten das Amtsgericht beherbergt; im zugehörige Kutscherhaus (Gesindehaus) aus dem frühen 18. Jahrhundert befindet sich ein Teil des Heimatmuseums.

Sehenswert sind auch die evangelisch-reformierte Kirche an der Kirchstraße und der 1961 restaurierte Pulverturm als Überrest der ehemaligen Festung.

Außerhalb des Stadtzentrums sind das Schloss Herzford und das 180 Hektar große Speicherbecken zu erwähnen, das in den 80er-Jahren als Kühlwasserreservoir für das Kernkraftwerk gebaut wurde und ein beliebtes Naherholungsgebiet ist.

Wiederkehrende Veranstaltungen

Wirtschaft

Eisenbahnausbesserungswerk

Beim Bau der Hannoverschen Westbahn Löhne - Emden wurden in Lingen die zentralen Werkstätten angelegt und 1856 in Betrieb genommen. Sie ernährten zeitweise ein Drittel der Lingener Haushalte und waren lange Zeit der einzige größere Industriebetrieb Lingens. Nach langem Schrumpfen wurde das Bundesbahn-Ausbesserungswerk Lingen 1985 geschlossen.

Das Wagenwerk wurde abgerissen; an seiner Stelle stehen heute die Emslandhallen, in denen Märkte und Veranstaltungen stattfinden. Nach jahrelangem Leerstand und Verfall des direkt am Bahnhof gelegenen Lokwerks wurde zunächst die Halle IV saniert. Seit 1997 ist dort ein Zentrum für Wirtschaft, Medien und Kunst angesiedelt. Die restlichen Hallen werden seit 2003 zu einem IT-Zentrum ausgebaut, in das auch neue Institute der Fachhochschule Osnabrück einziehen sollen.

Erdölraffinerie

Die seit 1953 bestehende Erdölraffinerie Emsland (BP Lingen) im Ortsteil Holthausen stellt mit etwa 600 Mitarbeitern unter anderem Kraftstoffe, leichtes Heizöl und Flüssiggas aus deutschem und ausländischem Rohöl her.

Kraftwerke

1968 nahm der VEW-Konzern in der damals noch selbstständigen Gemeinde Darme das Kernkraftwerk Lingen in Betrieb. Es war eines der ersten kommerziellen Kernkraftwerke Deutschlands. Bereits 1979 wurde es stillgelegt. 1989/90 erlangte es noch einmal eine gewisse Bekanntheit, als dort Molkepulver dekontaminiert wurde, das nach der Katastrophe von Tschernobyl verstrahlt worden war.

Seit 1972 bzw. 1975 laufen in der Nachbarschaft des Kernkraftwerkes zwei Kombikraftwerke, die Erdgasblöcke des Kraftwerkes Emsland mit einer Leistung von insgesamt 420 Megawatt.

1988 wurde das Kernkraftwerk Emsland mit einer Leistung von 1400 Megawatt in Betrieb genommen. Es ist eines der jüngsten deutschen Kernkraftwerke und gilt als eines der sichersten. Seit 2002 gibt es in unmittelbarer Nähe ein Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente.

Alle diese Kraftwerke gehörten ursprünglich dem VEW-Konzern. Seit dessen Fusion mit RWE gehören sie zur RWE Power AG. In den Lingener Kraftwerken sind über 400 Menschen beschäftigt.

Industriepark Lingen-Süd

In der Nähe der Kraftwerke entwickelte sich ein Industriegebiet. Dort gibt es unter anderem

Weitere wichtige Wirtschaftszweige

Söhne der Stadt

Weblinks


See also: Lingen (Ems), 1.FC Köln, 1. März, 1227, 1314, 1366, 1372, 1394