Linz

Basisdaten

200px|center|Österreich Karte (Linz) 95px|center|Wappen von Linz

Wahlspruch
Linz. Eine Stadt lebt auf.
Spruch
In Linz beginnts
Bundesland
Oberösterreich
Bezirk
Statutarstadt
Fläche
96,105 km²
Einwohner
188.118 (Stand März 2005)
Höhe
266 m ü. NN
Postleitzahlen
4010-4047-4040-4030-4020
Vorwahl
0732 (auch noch 070)
Geografische Lage
48° 18′ 11″ Nördlicher Breite
14° 17′ 26″ Östlicher Länge
Kfz-Kennzeichen
L
Amtliche Gemeindekennzahl
40101
Gliederung des Stadtgebiets
9 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung
Bürgerservice Center
Hauptstraße 1-5
A-4041 Linz
Webseite
www.linz.at
E-Mail-Adresse
info@mag.linz.at

Politik

Bürgermeister
Franz Dobusch (SPÖ)
Im Stadtsenat
[1] vertretene Parteien
SPÖ (5), ÖVP (2), Die Grünen (1)
Im Gemeinderat
[2] vertretene Parteien
SPÖ (34), ÖVP (15), Die Grünen (7), FPÖ (5)

Dieser Artikel behandelt die oberösterreichische Hauptstadt Linz an der Donau. Für die gleichnamige deutsche Stadt siehe Linz am Rhein, für die ehemalige Gemeinde in Sachsen siehe Schönfeld (Sachsen).


Linz ist die Landeshauptstadt des österreichischen Bundeslandes Oberösterreich. Mit 186.298 Einwohnern (Stand: Volkszählung 2001) ist sie die größte Stadt Oberösterreichs und die drittgrößte Österreichs nach Wien und Graz. Die Stadt ist Zentrum des oberösterreichischen Zentralraums und hat eine Fläche von 96,105 km2.

Linz ist Statutarstadt und somit sowohl Gemeinde als auch Bezirk.

Linz hat auch viele Veranstaltungen, wie z. B. das Pflasterspektakel, die Linzer Klangwolke, den Prix Ars Electronica oder den OMV Linz Marathon.

Linz wird im Jahr 2009 gemeinsam mit der litauischen Hauptstadt Vilnius Europäische Kulturhauptstadt sein.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

thumb|left|500px|Linz vom Pöstlingberg aus

Linz liegt auf beiden Seiten der Donau. Der nördlich der Donau gelegene Stadtteil heißt Urfahr und wurde erst im Jahr 1919 Teil von Linz. Er ist über drei Donaubrücken erschlossen. Umgeben vom Kürnberger Wald, dem fruchtbaren Eferdinger Becken und den sanften Hügeln des Mühlviertels, liegt das Linzer Becken mit der oberösterreichischen Landeshauptstadt. Die Donau durchfließt das Stadtgebiet von Linz stromabwärts in einem nord-ostsüdöstlichen Halbkreis. Die Traun mündet 7 km östlich des Stadtzentrums in die Donau. Das ehemals problematische Umweltimage als Industriestandort hat Linz durch eine diesbezüglich äußerst konsequente Politik abgelegt. Die Stadt, welche mit Namen wie Johannes Kepler, Anton Bruckner und Adalbert Stifter eng verbunden ist, gehört mittlerweile zu den saubersten Landeshauptstädten Österreichs und bietet eine hohe Lebens- und Freizeitqualität, wenngleich es in einzelnen Stadtteilen je nach Windverhältnissen doch noch zu Geruchsbeeinträchtigungen kommen kann.

Stadtteile

Die einzelnen Stadtteile von Linz sind in statistische Bezirke aufgeteilt. Eine Aufteilung des Stadtgebiets in Stadtbezirke als politische Einheiten existiert in Österreich nur in den Städten Wien und Graz:

Statistische Bezirke: Altstadtviertel, Rathausviertel, Kaplanhofviertel, Neustadtviertel, Volksgartenviertel, Römerberg-Margarethen
Statistische Bezirke: Freinberg, Froschberg, Keferfeld, Bindermichl, Spallerhof, Wankmüllerhofviertel, Andreas-Hofer-Platz-Viertel
Statistische Bezirke: Makartviertel, Franckviertel, Hafenviertel
Statistische Bezirke: Neue Welt, Scharlinz, Bergern, Neue Heimat, Wegscheid, Schörgenhub, Kleinmünchen
Statistische Bezirke: Ebelsberg, Wambach, Ufer, Pichling, Posch, Mönchgraben
Statistische Bezirke: Alt-Urfahr, Heilham, Hartmayrsiedlung, Harbachsiedlung, Karlhofsiedlung, Auberg
Statistische Bezirke: Pöstlingberg, Bachl-Gründberg
Statistische Bezirke: St. Magdalena, Katzbach, Elmberg

Nachbargemeinden

Linz grenzt im Süden an den Bezirk Linz-Land (Gemeinden Leonding, Traun, Ansfelden, St. Florian, Asten) und im Norden an den Bezirk Urfahr-Umgebung (Gemeinden Puchenau, Gramastetten, Ottensheim, Lichtenberg, Kirchschlag, Altenberg, Engerwitzdorf, Steyregg).

Wappen

Beschreibung

Das Wappen der Stadt zeigt in rotem Schild über einem silbernen Zwillingswellenbalken zwei silberne, mit drei Zinnen bekrönte Türme. Die Türme schließen ein offenes Tor ein, über dem der rot-weiß-rote Bindenschild Österreichs angebracht ist.

Bedeutung

Tor und Türme symbolisieren die mittelalterliche befestigte Stadt. Die Wellenbalken deuten die Lage der Stadt an der Donau an. Der österreichische Bindenschild ist ein Hinweis auf die ehemals landesfürstliche Stadt.

Geschichte

Das Stadtwappen von Linz entwickelte sich aus dem Siegelbild, das ab spätestens 1242 Verwendung fand. Dieses Siegelbild zeigte bereits das offene Stadttor begrenzt von zwei zinnenbewehrten Türmen auf Felsgrund. Ab 1288 wurde das Tor auf Wasser stehend dargestellt.

Geschichte

Antike

Linz wurde zum ersten Mal 410 im römischen Staatshandbuch als „Lentia“ erwähnt. Diese Bezeichnung leitet sich wahrscheinlich vom keltischen Wort lentos - biegsam, gekrümmt ab. Die Siedlung war somit nach der Biegung der Donau benannt, an der sie sich befand. Zur Sicherung der Verbindung über die Donau legten die Römer Mitte des 1. Jahrhunderts ein Kastell an, das im 2. Jahrhundert durch ein größeres ersetzt wurde. Lentia wurde nach dem 2. Jahrhundert einige Male durch Einfälle der Germanen zerstört, überdauerte aber die Völkerwanderung.

Mittelalter

Im Frühmittelalter wurde Linz durch das Vordringen des bayerischen Herzogtums nach Osten wieder bedeutsamer. 799 wurde der deutsche Name der Stadt als „Linze“ zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 806 wird sie zum Markt ernannt. Während der Herrschaft der Karolinger erfüllte Linz Markt- und Zollaufgaben für den Traungau.

Unter den Babenbergern entwickelte sich Linz zur Stadt, bis 1242 erhielt sie einen Stadtrichter und ein Stadtsiegel. Die Linzer Maut war eine der wichtigsten Einnahmequellen der österreichischen Herzöge, wodurch die Stadt Aufschwung nahm. Ebenso war es durch seine Randlage zu Bayern als Ort für Fürstenversammlung interessant. 1335 wurde dort der Erwerb von Kärnten durch die Habsburger abgeschlossen.

Seit Ende des 13. Jahrhunderts war Linz Sitz des Landeshauptmanns und so zum Zentralort von Österreich ob der Enns geworden. Friedrich III. wählte die Stadt sogar als Residenzstadt aus und machte sie so von 1489 bis 1493 zum Mittelpunkt des Heiligen Römischen Reichs. Während des 15. Jahrhunderts konnten die Linzer Bürger das Recht zur Wahl eines Rates und zur Wahl des Bürgermeisters sowie zur Blutgerichtsbarkeit erlangen. 1497 erhielt Linz das Recht zum Bau einer Brücke über die Donau.

Neuzeit

Zur Zeit der Reformation war Linz bis 1600 protestantisch. Während dieser Zeit errichteten die Stände auf dem Gelände des ehemaligen Minoritenklosters das Landhaus im Stil der Renaissance als Zeichen ihrer Macht. Im Landhaus war später auch die Landschaftsschule untergebracht, an der zwischen 1612 und 1626 Johannes Kepler lehrte. Ab 1600 führten Jesuiten und Kapuziner die Gegenreformation durch. Der dadurch mit ausgelöste Bauernkrieg traf 1626 auch die Stadt, als sie unter der Führung Stefan Fadingers neun Wochen lang belagert wurde.

Nach dem Ende des Dreißigjährigen Kriegs wurde die Stadt barockisiert. Wesentlichen Anteil daran hatten neue Klostergründungen von Orden. 1672 gründete Christian Sint die "Wollzeugfabrik", die erste Texilfabrik Österreichs. Im 18. Jahrhundert wurde diese verstaatlicht; zeitweise arbeiteten dort über 50'000 Menschen.

Im österreichischen Erbfolgekrieg wurde Linz 1741 von bayerischen und französischen Truppen besetzt, ebenso während der Koalitionskriege in den Jahren 1800/01, 1805/06 und 1809. Am 3. Mai 1809 kam es dabei in Ebelsberg beim Traunübergang zu einem blutigen Gefecht zwischen Österreichern und Franzosen. 1800 brach in der Linzer Altstadt ein Großbrand aus, der die Stadt stark zerstörte.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Dampfschiffahrt auf der Donau eingeführt. Die 1832 von Budweis her errichtete Pferdeeisenbahn war die erste Eisenbahn auf dem Kontinent. Bis 1861 wurde die Stadt durch die Westbahn ("Kaiserin Elisabeth Bahn") ein wichtiger Knotenpunkt auf dem Weg von Wien nach Salzburg beziehungsweise Passau. 1880 wurde in Linz eine Pferdestraßenbahn errichtet, die 1897 elektrifiziert wurde. Die Pöstlingbergbahn als steilste Adhäsionsbahn der Welt wurde 1898 eröffnet.

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts erfasste die Industrialisierung auch Linz, wo eine Schiffswerft und eine Lokomotivfabrik errichtet wurden. Auch die Textilindustrie hatte in Linz einen bedeutenden Standort. Bis 1923 wurden zahlreiche ehemalige Vororte eingemeindet, darunter 1919 auch Urfahr am nördlichen Ufer der Donau.

Zeitgeschichte

Zur Zeit des Austrofaschismus begannen am 12. Februar 1934 im Linzer Hotel Schiff die Februarkämpfe. Auslöser war, dass Truppen der Heimwehr im Parteilokal der Sozialdemokraten auf der Linzer Landstraße nach Waffen suchten. Die Sozialdemokraten leisteten bewaffneten Widerstand, der später in einen Bürgerkrieg mündete.

Nach dem "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich in der Zeit des Nationalsozialismus sollte Linz, das als Alterssitz Hitlers vorgesehen war, zu einem Industrie- und Verwaltungszentrum ausgebaut werden. Hitler ging in Linz zur Schule und verband sie mit seiner Jugend. Er hatte der Stadt daher eine hervorgehobene Rolle im Deutschland nach dem Krieg zugedacht. Bereits 1938 erfolgte die Grundsteinlegung für die "Hermann Göring Werke" zur Herstellung von Eisen und Stahl - nach dem Krieg wurden diese Industrieanlagen in die VOEST überführt. Im Zuge dieser großangelegten Ausbaupläne wurden auch ca. 10000 Wohnungen errichtet, die bis heute weite Teile des Linzer Stadtbildes prägen. Der Zweite Weltkrieg verhinderte eine Durchführung der meisten anderen Pläne, unter anderem eine monumentale Prachtstraße. Nach dem Krieg wollte sich Hitler in Linz zur Ruhe setzen.

Zur Besatzungszeit war Linz bis 1955 entlang der Donau geteilt. Der Norden mit Urfahr war sowjetisch besetzt, der Süden von den USA. 1966 wurde Linz mit der "Hochschule für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften" zur Universitätsstadt, daraus wurde 1975 die Johannes Kepler Universität Linz.

Ab Ende der 1970er Jahre versuchte Linz, vom Image der grauen und schmutzigen Industriestadt wegzukommen. Im Zuge dessen wurde die Ars Electronica ins Leben gerufen, ein Festival für Computerkunst. Dieses Festival gehört noch immer zu den wichtigsten Veranstaltungen dieser Art. 1974 wurde das Brucknerhaus an der Donaulände eröffnet. Durch das Ars Electronica Center und das städtische Lentos-Museum für moderne Kunst ist Linz inzwischen auch als Kulturstadt bedeutend. Diese Bedeutung soll als Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2009 weiter unterstrichen werden. 2004 wurde der Bau eines neuen Musiktheaters am Standort Blumau beschlossen.

Städtepartnerschaften

Universitäten und Fachhochschulen

Soziales

Freizeit & Sport

Gesundheitswesen

Religion

Schul- und Bildungswesen

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten

Kultur

thumb|300px|Lentos bei Nacht

Veranstaltungszentren, Clubs und Lokale

Parks

thumb|300px|Donaulände von Osten fotografiert

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

Johannes Kepler (1571 - 1630)

Johann Konrad Vogel (Zuckerbäcker, Erfinder der Linzer Torte, (1796 - 1883)

Adalbert Stifter (Dichter, Schriftsteller, Lehrer, Maler, 1805 - 1868)

Fritz Aigner (Maler, 1930 - 2005)

Anton Bruckner (Komponist, Domorganist 1824 - 1896)

Hermann Bahr (Schriftsteller, 1863 - 1934)

Egmont Colerus (Schriftsteller, 1888 - 1939)

Fritz Eckhardt (Schauspieler, 1907 - 1995)

Helmut Eder (Komponist, 1916 - 2005)

Herbert Eisenreich (Schriftsteller, 1925 - 1986)

Valie Export (Medienkünstlerin, *1940)

Karl Fellinger (Arzt, 1904 - 2000)

Johann Grueber (Forschungsreisender und Missionar, 1623-1680)

Adolf Kainz (Kanusportler, 1903 - 1948)

Thomas Karlitzky (Philosoph, 1937 - 1998)

Albert Leibenfrost (Politiker, 1923 - 2005)

Christoph Leitl (Politiker, *1949)

Anton Matosch (Heimatdichter, 1851 - 1918)

Johann Gregor Memhardt (Baumeister und Politiker, 1607 - 1678)

Karl Moik (Fernsehmoderator, *1938)

Birgit Minichmayr (Schauspielerin, *1977)

Maria Anna von Österreich (Königin von Portugal, 1683 - 1754)

Robert Reininger (Philosoph, 1869 - 1955)

Andreas Reischek (Forschungsreisender, 1845 - 1902)

Veit Relin (Schauspieler, *1926)

Sophie Rois (Schauspielerin, *1961)

Margit Schreiner (Schriftstellerin, *1953)

Richard Tauber (Opernsänger, 1891 - 1948)

Elisabeth Theurer (Dressurreiterin, *1956)

Herwig van Staa (Politiker, *1942)

Sieglinde Wagner (Opernsängerin, 1921 - 2003)

Franz Welser-Möst (Dirigent, * 1960)

Wirtschaft

Linz ist der größte Wirtschaftsstandort im oberösterreichischen Zentralraum, der zu den drei stärksten in ganz Österreich zählt. In Linz siedelten sich während und nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute bedeutende Unternehmen, wie die VOEST/voestalpine (entstanden aus den Hermann-Göring-Werken) oder die Chemie Linz an. Weitere Unternehmen aus der Metall-, Papier- und chemischen beziehungsweise pharmazeutischen Industrie sowie Unternehmen aus dem Forschungs- und Entwicklungsbereich. Ebenso ist Linz Standort für Niederlassungen aus der Lebensmittel- und Versandhausbranche.

Verkehr

Straße

Die Stadt Linz ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Neben der im Süden vom Stadtgebiet verlaufenden A1 Westautobahn Wien - Salzburg, verläuft die A7 Mühlkreisautobahn, die zusammen mit der geplanten S10, der Mühlviertler Schnellstraße, eine wichtige Verkehrsverbindung in die Tschechische Republik darstellt, durch das Stadtgebiet. Im Stadtgebiet von Ansfelden, südwestlich von Linz gelegen zweigt die A25 Welser Autobahn ab, die in die A8 Innkreis Autobahn mündet, welche bis zur Staatsgrenze bei Passau führt.

Wichtige Innerstädtische Durchzugsstraßen sind:

Wichtige Verkehrsbauwerke:

Eisenbahn

Die 1825 errichtete und 1832 eröffnete Pferdeeisenbahnstrecke von Linz nach Budweis war die erste Bahnstrecke auf dem europäischen Festland. Diese Bahnstrecke verband die Donau mit der Moldau und machte Linz zu einem bedeutenden Verkehrsknotenpunkt.

Linz wurde 1852 an die Kaiserin-Elisabeth-Westbahn angeschlossen und wurde ein wesentlicher Knotenpunkt für den Verkehr nach Bayern und Salzburg. Neben dem Hauptbahnhof am damaligen Südende der Stadt wurde 1880 zusätzlich der Central-Frachten- und Rangierbahnhof für den Güterverkehr errichtet.

Der ursprüngliche Linzer Hauptbahnhof wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und zwischen 1945 und 1950 neu aufgebaut. Zwischen 2000 und 2004 wurde er durch ein neues Bahnhofsgebäude mit einer verbesserten Nahverkehrsanbindung ersetzt.

Luftverkehr

In Hörsching befindet sich der Blue Danube Airport Linz mit Linienverbindungen nach Düsseldorf, Frankfurt am Main, Wien, Salzburg, Graz und Zürich. Eine tägliche Billigflugverbindung mit Ryanair gibt es nach London. Zusätzlich stehen noch einige Charterverbindungen nach Ägypten, Griechenland, Italien, Kroatien, Spanien, Tunesien, Türkei am Programm. Der Flughafen hat eine gewisse Bedeutung als Standort für Luftfracht-Speditionen. In Linz ist die einzige österreichische Cargoairline Amerer Air beheimatet. Die Flotte umfasst Lockheed L-188 Electra, Fokker F-27 Mk500 und Piper PA32 Turbo Lance.

Schiffsverkehr

Linz ist der größte Hafenplatz an der oberen Donau. Rund 3,5 Mio. t Güter werden im öffentlichen Linzer Hafen und im voestalpine-Werkshafen Jahr für Jahr umgeschlagen. Damit ist Linz der größte Hafenstandort Österreichs, wobei das Angebot durch den nahegelegenen Hafen Enns noch zusätzlich erhöht wird. Durch gezielte Investitionen hat sich der Hafen Linz in den letzten Jahren zu einem hochmodernen logistischen Dienstleistungszentrum entwickelt. Auf dem rund 150 ha großen Areal, davon 45 ha Wasserfläche, bietet der Hafen Linz modernste Einrichtungen zum effizienten Transport und zur sicheren Lagerung von Gütern und Handelswaren. Durch die Kombination verschiedenster Transportwege und Transportmittel werden alle Anforderungen an Wirtschaftlichkeit, Sicherheit und Termintreue erfüllt. Eine großangelegte Umgestaltung, die dem Linzer Handelshafen eine weitere Kapazitätserhöhung bringen wird, ist z. Zt. in Planung.

Nahverkehr

Die Linz-Linien (ehemals ESG, heute Linz AG) bieten zahlreiche Bus- und drei Straßenbahnlinien in Linz an. Bereits 1880 wurde die erste Pferdetramway in Linz eingeführt, 1914 wurde die Straßenbahnlinie M in Betrieb genommen. Seit 1929 gibt es eine durchgehende Straßenbahnverbindung durch die Linzer Innenstadt, die kontinuierlich bis 1977 nach Auhof verlängert wurde. Seit 2003 fährt die Straßenbahn unter der Linie 2 in den Stadtteil Ebelsberg. Weitere Straßenbahnlinien sind in Planung (nach Wegscheid/Traun und Ansfelden). Zwischen Linz und Eferding verkehrt seit 1912 die Linzer Lokalbahn (LILO), der "Gurkerl-Express". Eine City-S-Bahn vom Hauptbahnhof bis zum Bahnhof Linz-Urfahr (Mühlkreisbahnhof) ist für spätestens 2012 geplant.

Mit 5. Dezember 2004 ging die Nahverkehrsdrehscheibe-Linz in Betrieb. Kernstück ist eine unterirdische Straßenbahntrasse zwischen den Stationen Bulgariplatz und Goethekreuzung (1,9 km Länge), die am 31. August 2004 eröffnet wurde. Dadurch wurde eine direkte Anbindung des neugebauten Hauptbahnhofes verwirklicht. Die Planung dieser Linienvariante geht auf das Jahr 1976 zurück; 2001 wurde nach langem Hin und Her mit dem Bau begonnen, welcher im Jahr 2004 - drei Monate früher als geplant - abgeschlossen wurde. Neben dem Bahnhof entstand auch das neue Busterminal, welches einen zentralen Punkt für die Busse in die Umlandgemeinden und Städte darstellt.

Radverkehr

Linz liegt am beliebten Donauradweg Passau - Wien (=R1).

Der Radverkehrsanteil (s.a. Modal Split) in Linz ist mit 5 % vergleichsweise niedrig (z.B. Salzburg: 18 %, Graz 13 %, Münster (Westfalen) 30 %, Stand 2004). Radwege enden oft gerade dort, wo sie die Verkehrssituation am notwendigsten erfordern würde, immer noch sind zahlreiche Einbahnen für Radfahrer nicht geöffnet und bedingen damit erhebliche Umwege, und manche Stadtteile sind überhaupt nur auf stark befahrenen Straßen erreichbar bzw. befahrbar. Die Initiative Fahrrad (Oberösterreichischer Tocherverein der ARGUS) fordert daher eine mehrjährige Schwerpunktaktion zum Ausbau des Linzer Radwegnetzes. Ein Teil dieser Schwerpunktaktion könnte die Errichtung eines Stegs für Fußgänger und Radfahrer über den Linzer Hauptbahnhof sein. Hauptbremse an dem Projekt ist die ÖBB.

Weblinks

See also: Linz, 1. Jahrhundert, 12. Februar, 1242, 13. Jahrhundert, 1335, 1481