Liquiditätsprämie

Die Liquiditätsprämie ist der Preis bei einem Kreditgeschäft dafür, dass der Gläubiger über das verliehene Geld während der Laufzeit des Kredites nicht verfügen kann.

Beispiel

Eine renomierte Bank bietet Ihnen einen Festgeld-Vertrag an: Sie sollen der Bank 2000€ geben und in 2 Jahren erhalten sie 2000€ sowie einen Inflationsausgleich garantiert zurück. Würden Sie auf dieses Geschäft eingehen?

In aller Regel lautet die Antwort auf diese Frage Nein., denn das Geld hätte man (fast) genauso gut behalten können. In den 2 Jahren könnte es sein, dass der Gläubiger z.B. sein Auto reparieren muss oder eine andere, unerwartete Geldausgabe (z.B. wegen Krankheit) hat. Für diese würden dann diese 2000€ unter Umständen fehlen, vielmehr müsste er selbst einen Kredit aufnehmen, was ihm insgesamt teurer kommen würde. Die Bank kann aber ihr Angebot abändern:

Eine renomierte Bank bietet Ihnen einen Festgeld-Vertrag an: Sie sollen der Bank 2000€ geben und in 2 Jahren erhalten sie 2060€ sowie einen Inflationsausgleich garantiert zurück. Würden Sie auf dieses Geschäft eingehen?

Auch bei diesem Angebot, der 60€ Gewinn bringen könnte, ist vielleicht das Risiko (und der dazugehörige Aufwand), selbst einen Kredit aufnehmen zu müssen, immer noch zu hoch.

Eine renomierte Bank bietet Ihnen einen Festgeld-Vertrag an: Sie sollen der Bank 2000€ geben und in 2 Jahren erhalten sie 2120€ sowie einen Inflationsausgleich garantiert zurück. Würden Sie auf dieses Geschäft eingehen?

Bei 120€ Gewinn wird das Angebot langsam interessant. In diesem Beispiel liegt die Liquiditätsprämie also bei etwa 3% im Jahr.

Geschichte des Konzeptes

Das Konzept der Liquiditätsprämie wurde maßgeblich von John Maynard Keynes in seinem Werk "Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes" vorangebracht.

See also: Liquiditätsprämie, Geld, Gläubiger, John Maynard Keynes, Krankheit, Kredit, Laufzeit, Preis, Inflationsausgleich, Festgeld