Live-CD

left|25px|Begriffsklärung Dieser Artikel behandelt Live-CDs auf dem Software-Sektor, für Musik-CDs siehe Live-Album

Eine Live-CD ermöglicht das Starten eines Betriebssystems ohne Installation und Beeinflussung des Inhalts der Festplatte. Dazu wird die CD oder DVD einfach in den Computer gelegt und der Rechner neu gestartet. Nach dem Starten steht eine fertig eingerichtete Betriebssystem-Umgebung mit verschiedenen Anwendungen bereit. Nach Entfernung der CD ist alles wieder beim alten, da das ursprüngliche Betriebssystem auf der Festplatte nicht angerührt wird.

Aufgrund dieses Konzeptes werden bei Benutzung einer Live-CD keinerlei Benutzeraktivitäten oder Änderungen gespeichert. Auf Wunsch können Konfigurationsdaten meist auf Festplatte, USB-Stick oder Diskette gesichert werden, um diese später wieder nutzen zu können.

Je nach Zielgruppe und Anwendungsbereich bauen Live-CDs auf verschiedenen Betriebssystemen auf und beinhalten verschiedene Anwendungen.

Inhaltsverzeichnis

Übersicht Live-CDs

Kennenlernen von Linux

Sehr verbreitet sind Live-CDs zum Kennenlernen von Linux. Sie ändern den Festplatteninhalt bewusst nicht. Die meisten Live-CDs lassen sich darüber hinaus auf Wunsch auch auf der Festplatte installieren und als vollwertiges, bereits fertig eingerichtetes Betriebssystem nutzen.

alternative Benutzeroberfläche

Linux-Live-CDs gibt es auch mit alternativen Benutzeroberflächen:

Leichtgewichte

Diese Linux-Live-CDs sind auf geringen Umfang optimiert und passen in der Regel auf eine Mini-CD oder einen USB-Stick.

Kennenlernen anderer Betriebssysteme

Multimedia

Diese Live-CDs enthalten insbesondere Software für die Bearbeitung von Audio und Video

für Web-Entwickler

Firewall und Router

Spiele-CDs

für Wartung / Reparatur / Sicherheitsüberprüfung

Bildung/Edutainment

Entwicklung und Ausblick

Bereits die ersten Betriebssysteme ließen sich direkt vom Startmedium betreiben, auf das nach dem Start nicht mehr zurückgegriffen werden musste. Beipiele sind frühe UNIX-Versionen, CPM/8 und MS-DOS 1.0, die damals noch von "Live-Disketten" betrieben wurden. Mit größerer Komplexität der Systeme wurden später Installationen auf der Festplatte notwendig und Live-Startmedien gerieten in Vergessenheit.

Bequemen Umgang mit Live-CDs ermöglichte dann Mac OS 7. Es wurde mit einer startfähigen Installations-CD oder Disketten ausgeliefert. Durch einfaches Verschieben eines Systemorders auf CD ließ sich voll funktionstüchtige Live-CD erstellen. Macintosh Anwendungen laufen meist problemlos von einer CD, da sie nicht auf eine beschreibbare Windows-Registry oder ähnliches angewiesen sind.

Microsoft hat für die Verwaltung großer Unternehmensnetzwerke Windows PE (Preinstalled Environment) an Entwickler verteilt, eine nicht öffentlich verfügbare Live CD mit Windows 2000. Microsoft hat kein Interesse an einfach zu erstellenden und bequem benutzbaren Live-CDs. Dadurch würde sich eine einmal erworbene Windows-Version beliebig und für den Hersteller nicht nachprüfbar auf verschiedenen Rechnern einsetzen lassen. Dies wird dann illegal, wenn von einer Betriebssystem-Installation mehrere Live-CDs erstellt werden. Daher betrachtet Microsoft das Projekt Bart PE mit Argwohn und Sorge.

Großes Interesse der Öffentlichkeit und zunehmende Verbreitung fanden Live-CDs mit der Entwicklung von Knoppix, von dem es mittlerweile unzählige Derivate gibt.

Literatur

Weblinks

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See also: Live-CD, AFROS, Anwendungsprogramm, Atari, Auditor (Linux), Bart PE, BeOS, Betriebssystem, BootCD