Lockheed L-188 Electra
[[Bild:Electra.JPG|thumb| Eine Frachtversion der Electra der österreichischen Amerer Air, aufgenommen im September 2004 in Zürich]] Die Lockheed L-188 Electra war ein in den Jahren 1957 bis 1962 von den Lockheed-Werken in den USA gebautes viermotoriges Turboprop-Flugzeug für den Personen- und Frachttransport auf Mittelstrecken.
Die Electra repräsentiert — wie auch die britische Bristol Britannia oder die sowjetische Tupolew Tu-114 — die höchste Entwicklungsstufe der propellergetriebenen Verkehrsflugzeuge: Dank des Turboprop-Antriebs (Gasturbinen statt Kolbenmotoren treiben die Propeller an) erreichte sie Reisegeschwindigkeiten über 600 km/h bei niedrigem Treibstoffverbrauch und Reichweiten über 4.000 km. Trotzdem wurde sie zum kommerziellen Misserfolg, da Anfang der 1960er Jahre bereits Düsenflugzeuge für Mittelstrecken (etwa die Boeing 727 oder die Convair 880) zur Verfügung standen. So wurden lediglich 170 Exemplare der Electra gebaut.
Kurz nach Indienststellung im Januar 1959 fiel die erste Electra einem rätselhaften Absturz zum Opfer, zwei weitere ungeklärte Abstürze von Flugzeugen dieses Typs folgten. Diese Unfälle führten im Frühjahr 1960 zur Einschränkung und schließlich zum zeitweiligen Entzug der Zulassung durch die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA. Als Ursache all dieser mysteriösen Unfälle entpuppte sich eine zu schwach konstruierte Flügelwurzel, die den starken Vibrationen der Turboprop-Motoren auf Dauer nicht Stand hielt. Doch schon im Januar 1961 wurde mit dem Umbau aller bereits fertig gestellten L-188-Maschinen begonnen, so dass das Flugverbot aufgehoben werden konnte. Die meisten der für den Personentransport gebauten L-188-Maschinen konnten 72 (seltener 85) Passagiere befördern.
Angeboten wurde die Electra in einer Mittelstreckenvariante namens L-188A und in einer L-188C (inoffiziell Super Electra) genannten Version mit erhöhter Reichweite. Hauptabnehmer waren große US-Fluggesellschaften wie Northwest oder Eastern sowie die australische Ansett und die niederländische KLM. Schließlich wurde für die US-Kriegsmarine auch noch ein Derivat namens Lockheed P-3 Orion als U-Boot-Jäger und Seeaufklärer angeboten. So wurde die Produktion bis in die 1990er aufrechterhalten.
Technische Daten (L-188A)
- Länge: 31,81 m
- Spannweite: 30,18 m
- Höhe: 10,00 m
- Antrieb: 4* Turboprop Allison 501 D-13 (je 2.800 kW) oder 501 D-15 (je 3.022 kW), die auf je 1 Vierblatt-Propeller arbeiten
- Höchstgeschwindigkeit: 652 km/h
- Dienstgipfelhöhe: 8.655 m
- Reichweite: 4.040 km
- max. Startgewicht: 52.664 kg
- Jungfernflug: 06. Dezember 1957
Weblinks
- airliners.de: Lockheed L-188 Electra
- Historische Airlines & Airliners: Lockheed L-188 Electra (mit zahlreichen Farbfotos)
Siehe auch: Liste von Flugzeugtypen
