Lohnstückkosten
Als Lohnstückkosten werden angefallene Lohnkosten je erbrachter Leistung bezeichnet. Um die Lohnstückkosten zu erhalten, wird die Gesamtheit der Lohnkosten, die für ein Produkt, oder eine Dienstleistung anfallen, durch die resultierende Leistung (z. B. Stück, o. ä.) dividiert. Lohnstückkosten können somit für einzelne Produkte oder Unternehmen berechnet werden, aber auch für ganze Branchen und Volkswirtschaften.
Falls die Lohnkosten stärker steigen als die Produktivität, steigen ebenfalls die Lohnstückkosten. Lohnstückkosten auf einem niedrigen Niveau können durch niedrige Löhne und eine hohe Produktivität erzielt werden. Dieses Ziel kann erreicht werden, indem in Niedriglohnländern auf einem hohen technischen Grad gearbeitet wird. In Deutschland wird versucht, den hohen Lohnkosten mit einer hohen Produktivität zu begegnen, wodurch die Lohnstückkosten stabil gehalten werden sollen. (Umgekehrt kann man argumentieren, dass hohe Lohnkosten durch hohe Produktivität gerechtfertigt sind.)
Im übrigen sollten Lohnstückkosten stets vorsichtig betrachtet werden. Zum einen können Lohnstückkosten aufgrund kapitalintensiver Produktionsprozesse niedrig ausfallen. Zum anderen wird in die Lohnstückkosten nur die Produktivität der arbeitenden Bevölkerung eingerechnet, während Arbeitslose unberücksichtigt bleiben. Des weiteren können bei der Berechnung von Lohnstückkosten Unterschiede auftreten, die davon abhängen, ob auf Nationalwährungsbasis oder in einheitlicher Währung gerechnet wird. Laut einer Studie des DIW (vgl. [1]) sind die nominalen Lohnstückkosten in Deutschland höher als in Japan, während sich im Falle von realen Lohnstückkosten ein umgekehrtes Ergebnis präsentiert.
Siehe auch: Lohnnebenkosten
