Lokaler Ring

In der Algebra ist ein lokaler Ring ein Ring mit 1, der genau ein maximales Linksideal besitzt. Lokale Ringe spielen in der Algebraischen Geometrie eine wichtige Rolle, sie werden dort benutzt, um das "lokale Verhalten" von Funktionen auf algebraischen Varietäten und Mannigfaltigkeiten zu beschreiben.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Ein Ring R mit 1 heißt lokaler Ring, wenn er eine der folgenden äquivalenten Bedingungen erfüllt:

Eigenschaften

Ist R lokal, dann stimmt das maximale Linksideal mit dem maximalen Rechtsideal und mit dem Jacobsonradikal überein.

Kommutativer Fall

Ist der Ring R kommutativ mit 1, dann sind zusätzlich die folgenden Bedingungen äquivalent zur Lokalität:

Für die Äquivalenz der beiden letztgenannten Bedingungen wird hier ein Beweis gegeben:

Einige Autoren verlangen, dass ein lokaler Ring zusätzlich noethersch sein muss, und nennen einen nichtnoetherschen Ring mit genau einem maximalen Linksideal einen quasi-lokalen Ring. In der Wikipedia lassen wir diese Zusatzforderung weg und sprechen ggf. explizit von noetherschen lokalen Ringen.

Beispiele

\mathbb{Z}_{(2)} = \left\{\frac{a}{b} : a,b\in \mathbb{Z}, 2 \nmid b\right\} und nennt ihn die "Lokalisation von Z bei 2". Er entsteht aus Z durch einen Vorgang, denn man Lokalisierung eines Ringes nennt.

See also: Lokaler Ring, Algebra, Algebraische Geometrie, Algebraische Varietät, Bruch (Mathematik), Duale Zahlen, Dualsystem, Einheit (Mathematik), Einheitengruppe, Faktorring