Lombardenbund
Der Lombardenbund (Lega Lombarda) war ein mittelalterlicher Städtebund in Oberitalien (Lombardei), der in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts als Abwehrreaktion gegenüber der erstarkten Italienpolitik der römisch-deutschen Kaiser aus dem Hause der Staufer entstanden war. Die Zielsetzung war rein militärischer Art, das Zusammengehörigkeitsgefühl war äußerst schwach und die Struktur des Bundes kaum ausgeprägt. Friedrich I. Barbarossa bekämpfte den Lombardenbund energisch. Dieser wiederum fürchtete um seine kommunalen und finanziellen Freiheiten und wehrte sich mit allen Mitteln. Insbesondere Mailand wurde mehrfach belagert und im Jahre 1162 auf Befehl Friedrichs vollständig niedergebrannt. Verbündetete fand der Bund in den Päpsten der Zeit, insbesondere in Alexander III., dem zu Ehren die Bundesfeste Alessandria benannt wurde (nach der Verständigung mit dem Kaiser in "Caesarea" umbenannt). Nach der Schlacht von Legnano 1176 kam es endgültig im Frieden von Konstanz 1183 zu einer Kompromisslösung. Ein zweiter Lombardenbund formierte sich in der Zeit Kaiser Friedrichs II. Er kam dem ersten jedoch weder an Macht noch an Bedeutung gleich.
In der jüngsten Vergangenheit hat die rechtsgerichtete Partei Lega Nord in Anknüpfung an diesen mittelalterlichen Bund (!) eine Politik gegenüber der Zentralregierung in Rom propagiert, die auf eine Bevorzugung des industriellen Nordens hinausläuft.
Literatur
- Odilo Engels: Die Staufer. 7. Aufl., Stuttgart u.a. 1998.
- Helmut Maurer (Hrsg.): Kommunale Bündnisse Oberitaliens und Oberdeutschlands im Vergleich. (= Vorträge und Forschungen, Band 33). Sigmaringen 1987
