Lößhohlweg
In Lößlandschaften bilden sich häufig typische Hohlwege, sogenannte Lößhohlwege. Sie sind jedoch im Zuge der Flurbereinigung selten geworden. Ihre Entstehung ist prinzipiell nicht durch morphologische Prozesse zu erklären, da Löß sehr wasserdurchlässig ist und daher keine Erosion stattfindet. Die Hohlwege entstanden jedoch im Zuge der Verdichtung durch die Nutzung festgelegter Wege durch Mensch und Tier. Diese Verdichtung des Bodens führte zur Wasserundurchlässigkeit des Bodens und in der Folge zu Erosion durch abfließende Niederschläge. Die Lößhohlwege sind ökologisch wertvolle Lebensräume für viele Pflanzen und Tiere, da sie spezielle Bedingungen bieten. Vor allem die Gegensätze zwischen schattigen und sonnigen, trockenen und feuchten sowie windigen und windstillen Plätzen sind verantwortlich für das Vorhandensein der "Lebensgemeinschft Hohlweg". Vom Menschen wurde der leicht zu bearbeitende und dennoch stabile Löß der Seitenwände eines Hohlwegs teilweise als Lägerräume genutzt, nicht jedoch als Wohnmöglichkeit wie irrigerweise früher behauptet wurde. Beispiele für Lößhohlwege sind unter anderem am Kaiserstuhl bei Freiburg zu finden.
