Lotos-Sutra
Das Lotossutra (Sanskrit: Saddharmapundarikasutra, wörtlich: "Sutra der Lotosblume vom wunderbaren Gesetz) ist ein Sutra des Mahayana-Buddhismus.
Das Lotossutra gilt im Mahayana als höchste buddhistische Lehre, die direkt zur Erleuchtung führen soll. Man nimmt an, daß es ca. 700 Jahre nach dem Tod Buddha Shakyamunis schriftlich niedergelegt wurde.
Es wurde in Indien, Nepal und Zentralasien in Sanskrit überliefert, sowie in Tibet und in China.
Im Gegensatz zu früheren Lehren des Buddha legt es den Schwerpunkt nicht auf das Streben nach Leere (Shunyata) und Nichtsein, sondern breitet eine Philosophie aus, die beim Einzelnen ansetzt. Wirkliche Veränderung kann demgemäß nur geschehen, wenn der einzelne Mensch sich verändert. Das Lotossutra bringt die Freiheit des Menschen zum Ausdruck, sein eigenes Leben und sein Schicksal selbst bestimmen können.
Die Struktur des Lotossutra ist dadurch gekennzeichnet, daß es viele Parabeln enthält, die den buddhistischen Dharma verdeutlichen sollen.
Das Lotossutra besteht aus 28 Kapiteln, von denen die ersten 14 als theoretische Lehre gelten, die von Buddha Shakyamuni erläutert wird. Sie werden als 'Gesetz der Erscheinung' verstanden und enthalten die Lehre über die Organisation des Universums, des menschlichen Lebens und der menschlichen Beziehungen, basierend auf der Erfahrung des Shakyamuni. Demgemäß besitzt jedes Lebewesen die Möglichkeit die letztendliche Wahrheit zu verstehen. Auch die Möglichkeit, die Buddhaschaft zu erlangen wird erläutert. Als Hauptelement der Erleuchtung wird die Weisheit des Buddha dargestelllt.
In den anderen 14 Kapiteln, die als 'Gesetz des Ursprungs' verstanden werden, wird dargestellt, daß der Buddha die Menschen seit ewigen Zeiten belert hat und er das fundamentale Prinzip ist, das die Erscheinungen des Universums bedingt und das von Anbeginn des Universums an existiert hat. Der Buddha erscheint hier als Verkörperung der universellen und allgemeinen Wahrheit und gilt als Verkörperung der kosmischen Ordnung bzw. des Dharma, dessen irdische Verkörperung dazu dient, allen leidenden Wesen zu helfen. Der Buddha als kosmisches Prinzip wird "ursprünglicher Buddha" genannt.
Siehe auch:Diamant-Sutra, Herz-Sutra, Trikaya
