Lotrichtung

Unter Lotrichtung versteht man die örtliche Richtung des Schwerevektors. Sie wird durch ein frei hängendes Schnurlot realisiert.

Ihr oberer Schnittpunkt mit der Himmelskugel heißt Zenit, der untere Nadir. Aus der Lotrichtung bzw. der Lage des Zenits am Sternhimmel lassen sich geografische Breite und Länge bestimmen. Sie bilden in den Geowissenschaften - speziell in der Geodäsie - ein wichtiges Koordinatensystem.

Physikalisch betrachtet ist die Lotrichtung auf einem rotierenden Körper eine Folge seiner Gravitation und (in geringerem Ausmaß) der Fliehkraft. Deshalb weist sie nur auf kugelförmigen Himmelskörpern mit gleichmäßiger Massenverteilung zum Mittelpunkt. Die Rotation (und die daraus folgende Fliehkraft und Abplattung) verursacht eine Ablenkung, die bei der Erde bis 0,2° beträgt und am Saturn fast 10°. Um diesen Betrag ist die (geo)zentrische Breite kleiner als die geografische.

thumb|right|thumb|right|400px|Berge krümmen die Lotrichtung um bis zu 0,01°. Die Lotlinien durchstoßen das Geoid und alle anderen Niveauflächen unter genau 90°

Genauer betrachtet, ist die Lotrichtung keine Gerade, sondern eine Raumkurve. Sie durchstößt als Lotlinie alle Niveauflächen des Schwerefeldes senkrecht. Die Lotkrümmung läßt sich durch aufwendige Messungen feststellen (siehe Gravi- bzw. Gradiometrie) oder rechnerisch durch Modellierung von Massen des Geländes (Topographie) und des geologischen Untergrundes. Die Krümmung beträgt im Flachland etwa 1", im Hochgebirge jedoch über 10", was einige cm...dm pro km ausmacht.

Die Messung der Lotrichtung erfolgt

Wiki- und Weblinks

o Astrogeodäsie, Potentialtheorie, Sphärische Astronomie
o Erdfigur, Gravimetrie, Lotabweichung

See also: Lotrichtung, Abplattung, Astrogeodäsie, Astrolab, Bauwesen, Erde, Erdfigur, Erdmittelpunkt, Erdschwerefeld, Geodynamik