Lötschberg-Basistunnel
Der Lötschberg-Basistunnel ist ein Eisenbahntunnel, der zwischen Frutigen im Berner Oberland (Kanton Bern, Schweiz) und Raron (Kanton Wallis, Schweiz) am Lötschberg die Alpen unterquert. Dieser Basistunnel ist Teil der Neue Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) und bildet neben der Gotthardachse eine weitere Option für den Schienenverkehr durch die Schweizer Alpen.
Ursprünglich war das Projekt als zweiröhriger Tunnel geplant. Aufgrund von Einsparungen und der Prognose verminderten Verkehrsaufkommens wurde beschlossen, den Ausbau in Etappen zu vollziehen. In der ersten Ausbaustufe wird nur ein Drittel der Strecke tatsächlich zweiröhrig befahrbar sein und in einem weiteren Drittel die zweite Röhre im Rohbau fertiggestellt. Die Gesamttunnellänge der ersten Ausbaustufe beträgt 88,1 km (inklusive Zugangstunneln). Die Länge des Tunnels beträgt von Portal zu Portal 34,6 km.
Die Transitzüge durch den Lötschberg-Basistunnel sollen auf der Strecke Deutschland – Basel – Olten – Bern – Thun – Frutigen – Raron – Brig – Italien verkehren. Die Fahrzeiten von Bern nach Brig werden sich halbieren, von heute 100 Minuten auf neu ca. 50 Minuten, diejenigen von Basel nach Domodossola von heute 195 Minuten auf ca. 120 Minuten.
Am 12. April 1994 erfolgte in Frutigen der erste Spatenstich zum Bau eines Sondierstollens bis Kandersteg. Die erste Sprengung zum eigentlichen Tunnelbau wurde am 5. Juli 1999 beim Fusspunkt Mitholz durchgeführt. Nach einer Bauzeit von 6 Jahren war der 34,6 km lange Tunnel am 15. März 2005 erfolgreich durchbrochen, allerdings nur die Weströhre, die zur Zeit nicht ausgebaut werden soll. Offiziell bekanntgegeben und gefeiert wird deshalb der Oströhrendurchbruch am 28. April 2005. Im Anschluss an den Durchbruch wird mit dem Innenausbau des Tunnels mit Sicherungstechnik und Gleisbau begonnen. Erste Testfahrten sollen im Mai 2007 erfolgen. Die Inbetriebnahme dieser Bahn-Alpentransversale wird voraussichtlich im Dezember 2007 geschehen.
Bis 2010 wird der Tunnel durch die BLS betrieben, eine Privatbahn im Kanton Bern, und danach neu ausgeschrieben.
Daten und Fakten
| Länge des Tunnels | 34,6 km |
| Beginn der Arbeiten | 05. Juli 1999 |
| Länge gesamtes Stollensystem | 88,1 km |
| Ausgehobenes Material | 16 Millionen Tonnen |
| Ausbruch mit Tunnelbohrmaschinen | 20 Prozent |
| Ausbruch mit Sprengungen | 80 Prozent |
| Höhe Schiene Nordportal Frutigen | 776 m.ü.M |
| Höhe Schiene Südportal | 654 m.ü.M |
| Höhe Scheitelpunkt | 828 m.ü.M |
| Gefälle im Basistunnel | 3 bis 13 Promille |
| Länge Gleisanlagen | 57 km |
| Videokameras für Überwachung | 133 |
| Brandmeldezentralen | 20 |
| Telefonapparate | 437 (davon 56 drahtlos) |
| Geplante Inbetriebnahme | Dezember 2007 |
| Kosten Basistunnel | 4,2 Mrd. SFr. (Stand Mai 2005) |
| Projektbeteiligte | 2500 |
| Bei Arbeitsunfällen getötete | 5 |
