Löwen (Belgien)

thumb|200px|Rathaus von Löwen bei Nacht Löwen (niederländisch Leuven, französisch Louvain) ist eine belgische Stadt in der Region Flandern. Sie liegt am Fluss Dijle, ist Hauptort der Provinz Flämisch-Brabant und hat 84.600 Einwohner.

Die Altstadt von Löwen besitzt mit dem Alten Markt (Oude Markt) und dem gotischen Rathaus (Stadhuis) einige der schönsten Beispiele flämischer Architektur.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Flagge von Löwen besteht aus drei horizontalen Streifen: rot-weiß-rot. Nach einer Legende gehört das zum Gedenken an die Schlacht von 891 gegen die Wikinger. Es war Arnulf von Kärnten, der die angreifende Armee führte und die Wikinger schlug. Während der Schlacht soll soviel Blut geflossen sein, dass beide Ufer der Dijle rot vom Blut waren (die zwei roten Streifen) dazwischen stömte die Dijle hell hindurch (der weiße Streifen).

Im 12. Jahrhundert entwickelte sich Löwen aus einer Burg der Grafen von Löwen. 1425 wurde die Universität gegründet, die zwischen 1797 und 1834 geschlossen war und Löwen zu einem Mittelpunkt des Geisteslebens in Belgien machte. Sehenswert sind die Kirche Sint Pieters, die Universität und das Rathaus, allesamt Bauten der Gotik.

Im 1. Weltkrieg gelangte die Stadt durch den so genannten "Fall Löwen" zu trauriger Berühmtheit: 248 Zivilisten wurden von deutschen Soldaten getötet und die Universitätsbibliothek niedergebrannt. Carl Zuckmayers Erzählung Engele von Löwen spielt im Löwen zur Zeit des 1. Weltkriegs.

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Löwen nach der Zerstörung im Jahre 1915

Universität

Löwen ist Sitz der ältesten Universität Belgiens und der Benelux-Staaten, der Katholischen Universität Löwen. Seit ihrer Gründung im Jahre 1425 gehört die K.U. Löwen zu den bedeutendsten europäischen Universitäten und brachte durch die Jahrhunderte zahllose namhafte Wissenschaftler und Persönlichkeiten wie Adriaan van Utrecht (Papst Hadrian VI.), Erasmus, Vesalius, Mercator, Georges Lemaître und Lacan hervor.

Im Jahre 1968 wurde Löwen eines der Zentren des belgischen Sprachenstreits, in dem die niederländischsprachigen Provinzen politische und kulturelle Autonomie innerhalb Belgiens forderten. Obwohl die Universität zu dieser Zeit offiziell zweisprachig (französisch/niederländisch) war, wurde der de facto Zustand von den niederländischsprachigen Studenten zunehmend als unzumutbar empfunden. Nach zum Teil heftigen Auseinandersetzungen zwischen Studenten und den Behörden kam es schließlich zu einer Aufteilung der K.U. Leuven in eine niederländischsprachige und eine französischsprachige Universität. Löwen blieb daraufhin Sitz der niederländischsprachigen K.U.L., während der französischsprachige Teil an den neugegründeten Ort Neu-Löwen (französ.: Louvain-la-Neuve, niederl.: Nieuw-Leuven) im wallonischen Landesteil verlegt wurde.

Das Stadtbild wird stark vom studentischen Leben geprägt (2004: 28000 Studenten, davon 3000 Ausländer). Im Stadtinnerern findet man viele Bars und Kneipen, die eine große Auswahl an Bieren der örtlichen Brauereien bieten. Einer der größten Arbeitgeber der Stadt ist die Brauerei InBev, die zu den weltweit größten Brauereien zählt.

Städtepartnerschaft

Weblinks

See also: Löwen (Belgien), 's-Hertogenbosch, 12. Jahrhundert, 1425, 1797, 1834, 1968, Arnulf von Kärnten, Belgien, Benelux