Lucius Iunius Brutus

Lucius Iunius Brutus war der Sage nach der erste Consul der römischen Republik nach dem Sturz des letzten etruskischen Königs.

Er habe maßgeblich die Vertreibung des letzten etruskischen Königs Tarquinius Superbus im Jahr 510 v. Chr. herbeigeführt. Die 244 Jahre bestehende Königsherrschaft sei dann durch die römische Republik (libera res publica) abgelöst worden. Den Beinamen Brutus (deutsch: „Tölpel“) habe er erhalten, weil er sich während der Königsherrschaft aus Klugheit dumm gestellt habe.

Nach der heutigen Forschung ist die Figur des Brutus als fiktiv anzusehen. Es gibt praktisch keine authentischen Quellen, die bis in die Zeit der frühen Republik zurückreichen. Spätere Autoren haben die spärliche Überlieferung immer freier ausgestaltet, teilweise aus Eigeninteresse. So verschaffte sich vermutlich das plebeische (und damit erst während der mittleren Republik, ab Ende des 4. Jahrhunderts v. Chr., politisch wirksame) Geschlecht der Iunii Bruti einen mythischen Vorvater.

Brutus galt als Verkörperung der Freiheit der römischen Republik und diente deshalb den Mördern Gaius Iulius Caesars als Vorbild für ihre Tat, insbesondere Marcus Iunius Brutus, der als direkter Nachfahre des Republikgründers angesehen wurde. Aber auch unter Caesars Erben Augustus wurde Brutus (vor allem von Titus Livius und Vergil) als Verkörperung römischer Tugenden hervorgehoben.

Literatur

Weblinks

Siehe auch

Brutus, Lucius Iunius Brutus, Lucius Iunius Brutus, Lucius Iunius

Personendaten
Brutus, Lucius Iunius
erster römischer Consul

See also: Lucius Iunius Brutus, 510 v. Chr., Augustus, Consulat, Deutsche Sprache, Etrusker, Gaius Iulius Caesar, Liste der römischen Konsuln, Marcus Iunius Brutus