Lukrez
Titus Lucretius Carus, genannt Lukrez, (* 99 v. Chr.; † 55 v. Chr.) war ein römischer Dichter und Philosoph.
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Philosophie
Lukrez war ein Vertreter der Atomistik. Er berief sich vor allem auf die Lehre von Epikur. Sein Lehrer war wahrscheinlich Philodemos.
Lukrez war überzeugt, dass die Seele sterblich sei (wofür er 28 (!) Beweise vorbrachte) und dass es den Göttern nicht möglich sei, sich in das Leben der Menschen einzumischen. Seine Philosophie sollte dem Menschen Gemütsruhe und Gelassenheit geben und ihm die Furcht vor dem Tode und den Göttern nehmen. Er nimmt, im Gegensatz zu Epikur, Anteil an den gesellschaftlichen Ereignissen seiner Zeit, verurteilt den sittlichen Verfall des Adels, klagt den Krieg und seine Schrecken an.
Auf Lukrez beriefen sich insbesondere die materialistischen Philosophen späterer Zeiten, so etwa im 17. Jahrhundert und im marxistischen Sozialismus.
Literaturgeschichtliche Bedeutung
Lukrez und Cicero waren Pioniere der philosophischen Schriftstellerei in lateinischer Sprache. Sie mussten daher oft erst ein geeignetes Vokabular prägen und um Unabhängigkeit von der griechischen Sprache und Literatur ringen.
Die Wahl der Form des Lehrgedichts (in Hexametern) unterscheidet Lukrez von Cicero. Auch für diese Gattung der lateinischen Literatur kommt Lukrez Pionierrang zu. Unter diesen Voraussetzungen ist verständlich, dass Lukrez' Verse nicht die Eleganz der späteren lateinischen Hexameter-Dichtung (insbesondere Vergil, Ovid) erreicht.
Als Epikureer hielt Lukrez sich von der Politik seiner Zeit fern. Es wird gern als "Wagnis seiner Dichtung" bezeichnet, dass er Epikurs Lehre, zumal dessen Physik, in einem Gedicht zu verkünden suchte (s. o.) - obwohl Epikur selbst sagte, dass ein Epikureer nicht dichte bzw. nicht dichten solle, doch diese Aussage bezog sich möglicherweise eher auf den 'Stoff' des Mythos (fabulae) und nicht sosehr auf die 'Form' eines Gedichtes an sich. Da Lukrez nun eine Wahrheit, eine Lehre, eigentlich gar eine (epikureische) Heilslehre verkündet, durfte er dies trotz der Aussage seines Lehrers Epikur dichterisch tun. Frühere Versuche philosophischer Dichtung anderer Autoren scheiterten v. a. an ästhetisch-stilistischen Problemen (vgl. Cic. Ac. II,5,6 und Tusc. I,6; II,7 u. IV,6f.).
Lukrez wurde 96/95 v. Chr. geboren, und angeblich soll er durch einen Liebestrank verrückt geworden sein und sich um 54 v. Chr. umgebracht haben. Insofern unterstreicht es die Leistung des Autors, sein Werk De rerum natura in den lichten Momenten seiner in erster Linie depressiven Krankheit verfasst zu haben; kein Geringerer als Cicero selbst - so berichtet es Hieronymus - emendierte das Werk und gab es nach Lukrezs Tod heraus. De rerum natura umfasst sechs Bücher und stellt Physik, Psychologie und Kulturtheorie Epikurs dar. Die Ethik wird nur am Rande behandelt. Die sechs Bücher teilen sich in drei Gruppen: I+II Atomlehre, III+IV Lebensprinzip (anima) und Geist (animus), V+VI die Welt und ihre Phänomene. Als Quelle dürfte Lukrez die heute nur noch z. T. erhaltenen Schriften Epikurs selbst benutzt haben.
Lukrez will Lehrer sein, und zwar als erklärter Jünger Epikurs (vgl. die Außenproömien [Einleitungen der Bücherpaare] mit ihren Hymnen auf Epikur); Ziel (vgl. dazu Arthur Schopenhauer) ist die Befreiung des Menschen von der Religion, und zwar durch Erkenntnis. Er will in einer chaotischen Zeit fernhalten von den Sinn- und Wertlosigkeit, nicht zuletzt durch den Hinweis auf die Natürlichkeit und Vergänglichkeit aller Dinge - auch der vermeintlich göttlichen.
Werke
- De rerum natura (Lehrgedicht)
Weblinks
| Personendaten | |
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| NAME | Lukrez |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | römischer Dichter und Philosoph |
| GEBURTSDATUM | 99 v. Chr. |
| GEBURTSORT | |
| STERBEDATUM | 55 v. Chr. |
| STERBEORT | |
