Luftspule
Luftspulen sind induktive Bauteile ohne weichmagnetischen Kern.
Luftspulen werden in verschiedenen Formen gebaut. Sehr häufig werden Zylinderspulen verwendet. Häufig verwendete Bauformen sind Kreisringspulen, auch Toroidspulen genannt, sowie Rechteckspulen. Die magnetischen Feldlinien verlaufen bei der Kreisringspule überwiegend im Spuleninneren. Flachspulen können Spiral- oder Rechteckform haben.
Meistens wird ein isolierter Draht spiralförmig aufgewickelt, und die Enden zur Kontaktierung verzinnt.
Sie können auch leicht in Leiterplatten eingeätzt werden (Planarspulen). Es lassen sich jedoch nur verhältnismaßig kleine Induktivitäten auf diese Weise herstellen. thumb|Kurzschlussbegrenzungsdrossel Die Verwendung von Luftspulen erfolgt meist im Hochfrequenzbereich z.B. als Drosselspule bei Filtern oder in Schwingkreisen. Es gibt jedoch auch Anwendungen in der Hochspannungstechnik, so als Kurzschlussbegrenzungsdrossel.
Luftspulen besitzen im Vergleich zu Spulen mit weichmagnetischem Kern relativ kleine Induktivitäten. Beim Einsatz als Kurzschlussbegrenzungsdrossel ist das von Nachteil. Dafür - und das ist nun der grosse Vorteil - gehen Luftspulen nicht in Sättigung, d. h. deren Induktivität bleibt unabhängig vom die Spule durchfliessenden Strom immer gleich gross. Sättigung heisst, dass weichmagnetische Kerne nur magnetische Flüsse bis zu einem bestimmten Mass aufnehmen können. Überschreitet der den magnetischen Fluss treibende Strom einen bestimmten Wert, sinkt damit die Induktivität der Spule mit Kern schlagartig, womit eine Kurzschlussbegrenzungsdrossel ihren Einsatzzweck nicht mehr befriedigend erfüllen kann.
Typische Induktivitätswerte von Luftspulen liegen im Bereich 1e-5 H bis 0.1 H.
Kleinere Luftspulen können unter Verwendung von Backlackdraht z.B. durch Erhitzung selbsttragend ausgeführt werden.
