Luna-Programm
| thumb|Luna 9 Lander |
Bild nicht gefunden Luna 10 |
Bild nicht gefunden Luna 11/12 |
Bild nicht gefunden Luna 13 Lander |
Bild nicht gefunden Luna 16 |
Bild nicht gefunden Lunochod 1 |
Bild nicht gefunden Rückkehrkapsel der Luna 20 Mission |
Bild nicht gefunden Luna 22 |
Mit Luna 4 bis Luna 24 (von rus. und lat. Mond) wurden sowjetische Mondsonden der zweiten Serie bezeichnet. Die Sonden der Vorgängerserie waren Lunik 1-3 bezeichnet worden.
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Frühe Landungen
Luna 4-9 hatten als Ziel eine Sonde weich auf der Mondoberfläche abzusetzen. Bis dies mit Luna 9 gelang mussten zahlreiche Rückschläge hingenommen werden. Die erste Sonde dieser Serie, Luna 4, wurde am 2. April 1963 gestartet. Die Oberstufe brachte die Sonde jedoch auf eine falsche Umlaufbahn, so dass die Sonde den Mond in 833.6 km Entfernung passierte. Luna 5, am 9. Mai 1965 gestartet, stürzte, nachdem die Bodenstation die Kontrolle über das Haupttriebwerk verloren hatte, am 12. Mai auf dem Mond ab. Ursache war eine unkontrollierbare Rotation der Sonde. Luna 6 (Start: 6. Juni 1965) verfehlte den Mond, als eine Kurskorektur in der falschen Richtung erfolgte, in 159218 km Entferung. Bei Luna 7 (Start: 4. Oktober 1965) fiel das Lagekontrollsystem vor der Landung aus, so dass die Zündung des Bremstriebwerks ausblieb. Bei Luna 8 (Start: 3. Dezember 1965) geriet die Sonde neun Sekunden nach Zünden des Bremstriebwerks in Rotation und schlug hart auf dem Mond auf.
Luna 9 (Start: 31. Januar 1966) gelang die erste weiche Landung auf dem Mond am 3. Februar 1966. Die Sonde maß die Strahlung an der Mondoberfläche und sandte Panoramen der Mondoberfläche zurück zur Erde. Der Lander arbeitete bis zum Erschöpfen der Batterien am 6. Februar 1966. Eine instrumentell verbesserte Version von Luna 9 war Luna 13. Diese Sonde landete am 24. Dezember 1966. Die Luna 4-9 + 13 Sonden wogen zwischen 1446 und 1620 kg beim Start. Auf den Lander entfielen nach der Landung lediglich 90-113 kg. Neben diesen Sonden gab es sechs weitere Starts, bei denen die Sonden beim Start verloren gingen oder in einem Erdorbit strandeten.
Frühe Mondorbiter
Die Sonden Luna 10-12 waren Mondorbiter, die den Bus der Landesonden Luna 2-9 nutzten, jedoch anstatt eines Landers eine Sektion mit Instrumenten mitführten. Wie die Lander waren die Orbiter batteriebetrieben, wodurch die aktive Zeit im Orbit auf einige Wochen beschränkt war. Luna 10 schwenkte als erste Raumsonde am 3. April 1966 in einen Mondorbit ein. Die Experimente an Bord vermaßen das Magnetfeld des Mondes und detektierten Mikrometeoriten und Teilchen. Aus den Veränderungen der Bahn konnte man erstmals auf Massekonzentrationen in der Mondkruste schließen. Am 3. April 1966 wurde bei der Eröffnung des 23.sten Kongresses der KPdSU eine aufgezeichnete Sendung von Luna 10 abgespielt: Ingenieure hatten die Sonde so programmiert, dass sie die Internationale abspielte.
Luna 11 wurde am 24. August 1966 gestartet. Die Monate seit dem Start von Luna 10 wurden genutzt um die Instrumentierung zu verbessern. Luna 11 führte eine Filmkamera mit. Der Film wurde an Bord entwickelt und digitalisiert. Das Experiment fiel jedoch aus. Die Sonde übertrug Daten aus dem Mondorbit bis zum 31. Oktober 1966. Die Wiederholung dieser Mission mit Luna 12, gestartet am 22. Oktober 1966 verlief dagegen erfolgreich.
Rückfuhr von Mondproben
Bislang nutzte die Sowjetunion die Molnija Rakete mit einer maximalen Nutzlast von etwa 1600 kg für Mondsonden. Die nächste Serie sollte die wesentlich stärkere Proton einsetzen, die etwa 6000 kg zum Mond befördern kann. Ziel der ersten Missionen war es Bodenproben vom Mond zur Erde zurückzubringen. Luna 15,16,18,20,23,24 hatten diese Aufgabe. Sie bestanden aus einer Landestufe und einer Rückstartstufe mit einer kleinen Landekapsel. Die Landung erfolgte nicht direkt. Zuerst schwenkten die Sonden in einen Mondorbit ein, der dann während einiger Tage so abgeändert wurde, dass der nächste Punkt der Bahn über dem Landegebiet lag. Dieser Punkt wurde auf die Oberfläche abgesenkt und die Restgeschwindigkeit durch ein Raketentriebwerk reduziert. Nach der Landung entnahm ein Bohrer eine Bodenprobe und überführte diese in die Rückkehrkapsel. Der Rückstart erfolgte direkt zur Erde, wo die Sonde durch einen Fallschirm abgebremst wurde und in der Sowjetunion niederging. Von den etwa 5600-5720 kg Startmasse gelangten 39 kg zurück zur Erde, davon entfielen etwa 100-200 g auf die Bodenproben.
Luna 15 sollte vor den Amerikanern Mondgestein zurückbringen. Die Sonde wurde am 13. Juli 1969 gestartet, drei Tage vor der Apollo 11 Mission. Sie schlug aber beim Landeversuch am 21. Juli 1969 hart auf. Nachdem man nun nicht mehr als Erster Mondproben zur Erde bringen konnte, ließ man sich mit dem nächsten Start Zeit und überarbeitete die Sonde. Luna 16 (12. September 1970) brachte als erste sowjetische Mission Mondgestein zurück. Luna 18, gestartet am 2. September 1970, verstummte bei der Landung und ist eventuell in unzugänglichem Gelände umgekippt oder bei der Landung beschädigt worden. Luna 20 (14. Februar 1972) landete etwa 1800 m von Luna 18 entfernt und gewann 55 g Bodenproben, da der Bohrer nur 15 cm tief eindringen konnte. Zur Gewinnung von mehr Gestein entwickelte man für die beiden letzten Sonden einen verbesserten Bohrer, der bis zu 2 m tief bohren konnte. Luna 23, gestartet am 28. Oktober 1974, landete zwar erfolgreich, doch wurde bei der Landung der Bohrer beschädigt, so dass keine Bodenproben gewonnen wurden. Die letzte Luna Sonde, Luna 24 (gestartet am 9. August 1976) brachte 170 g Mondgestein zur Erde zurück.
Mondrover
Durch Weglassen der Rückstartstufe konnte die Unterstufe der Luna 15-24 Sonden auch eine größere Nutzlast auf dem Mond landen. Dies wurde zweimal zur Beförderung eines Mondrovers genutzt.
Luna 17 brachte am 18. November 1970 Lunochod 1 zum Mond. Lunochod wurde von der Erde aus ferngesteuert. Zur Navigation übertrugen Fernsehkameras Bilder der Umgebung. In regelmäßigen Abständen wurden hochauflösende Panoramen der Umgebung gewonnen. Der Mondboden wurde durch Penetrometer und Röntgenfluoreszenzspektrometer untersucht. Lunochod 1 wog 756 kg, war 1.35 m hoch, 2.21 m lang und 2.15 m breit. Zentraler Teil war ein mit Stickstoff gefüllter Behälter in dem sich die technische Ausrüstung befand. Energie lieferten die Solarzellen im Deckel. Vor dem Auskühlen während der Mondnacht schützte eine kleine Menge Polonium-210, welches mit einer Halbwertszeit von 138 Tagen zerfällt und dabei Wärme abgibt. Während der 322 Tage in denen Lunochod 1 aktiv war, legte er 10.54 km zurück. Die Sonde machte rund 20.000 Aufnahmen und 206 Panoramen. An 500 Stellen maß das Penetrometer die physikalischen Eigenschaften der Mondoberfläche. An 25 Stellen wurde die Oberfläche mit dem Röntgenfluoreszenzspektrometer untersucht. 80000 m² der Oberfläche wurden untersucht oder im Bild festgehalten. Die Sonde fiel aus, weil die Wärmeabgabe der Poloniumquellen nach fast 3 Halbwertszeiten auf ein Siebetel gefallen war.
Lunochod 2 wurde von Luna 21 am 15. Januar 1973 zum Mond gebracht. Obgleich diese Mission nur 5 Monate dauerte, legte dieses mit 840 kg etwas schwerere Lunochod über 37 km zurück. Die Sonde musste aufgegeben werden, nachdem Sie in einen Krater gefahren war und die Sonnenzellen mit Staub bedeckt waren, so dass man nicht mehr ausreichend Strom zum Betrieb hatte.
Orbiter
Luna 19 und Luna 22 waren Mondorbiter. Dabei hatte man ein Lunochod ohne Räder in einen Mondorbit gebracht und dieses mit weiteren Experimenten ausgerüstet. Ein Radar Höhenmesser vermaß das Profil der Oberfläche. Ein Gammastrahlenspektrometer detektierte Radioaktive Strahlung aus dem Zerfall von Kalium, Uran und Thorium und eine Panorama Kamera erstellte Streifen der Mondoberfläche mit einer Auflösung von 100 x 400 m pro Pixel. Luna 19 wurde am 28. September 1971 gestartet. Diese Sonde arbeitete bis zum 20. Oktober 1972 im Orbit. Ihr folgte am 29. Mai 1974 Luna 22. Diese Sonde arbeitete bis zum 2. September 1975 im Mondorbit. Dieser Rekord ist bis heute noch gültig.
Weblinks
- http://solarsystem.dlr.de/RPIF/missions/programs/luna/topics.shtml
- ausführliche Luna Missionsübersicht in dt.
Siehe auch: Raumfahrt, Geschichte der Raumfahrt, Liste der unbemannten Raumfahrtmissionen
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