Lunz am See
| Wappen | Karte |
|---|---|
| 180px| | 180px|Lage des Orts |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Niederösterreich |
| Politischer Bezirk: | scheibbs (SB) |
| Fläche: | 101,41 km² |
| Einwohner: | 2045 (Volkszählung 2001) |
| Höhe: | 601 m ü. NN |
| Postleitzahl: | 3293 |
| Vorwahl: | 07486 |
| Geografische Lage: | 47,85 n. Br. 15,05 ö. L. |
| Gemeindekennziffer: | 32005 |
| Anschrift der Verwaltung: | Marktgemeinde Lunz am See Amonstraße 16 3293 Lunz am See |
| Offizielle Website: | www.lunzamsee.at |
| E-Mail-Adresse: | gemeindeamt@lunz.at |
| Politik | |
| Bürgermeister: | Martin Ploderer |
Lunz am See ist eine Marktgemeinde mit 2.045 Einwohnern im Bezirk Scheibbs in Niederösterreich.
| Inhaltsverzeichnis |
Geografie
Lunz am See liegt im Mostviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfaßt 101,41 Quadratkilometer. 82,44 Prozent der Fläche sind bewaldet. Im Gemeindegebiet liegt der Lunzer See.
Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden außer Lunz am See.
Geschichte
Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum. Im österreichischen Kernland Niederösterreich liegend teilte der Ort die wechselvolle Geschichte Österreichs. Lunz am See (liunze in montanis)
Funde aus der jüngeren Steinzeit, wie etwa ein ca. 4000 Jahre altes Serpentin-Steinbeil, belegen eine frühe Besiedelung. Später wechselten Illyrer, dann Kelten ins obere Ybbstal, gefolgt von den Römern. Bereits die Kelten, später die Römer bauten das "norische Eisen" am steirischen Erzberg ab und transportierten es über den Paß von Mendling nach Lunz und weiter durch das Bodingbachtal zu den Schmiedewerkstätten von Cetium St. Pölten und Arelape Pöchlarn.
Während der Völkerwanderung durchsetzte sich die Bevölkerung rudimentär mit Awaren und stärker mit Slawen. Viele Menschen flüchteten damals aus dem von kriegerischen Stämmen durchzogenen Donautal ins Gebirge, zum Teil in die zahlreichen Höhlen der nördlichen Voralpen.
Das spärlich besiedelte Land wurde zur Zeit der karolingischen Ostmark von Westen - vor allem von den Bayern - wiederbesiedelt. Als "Liunze in Montanis" - Lunz in den Bergen - wird der Ort erstmals 1203 urkundlich erwähnt. 1340 erwirbt Herzog Albrecht XI. das Gebiet um Lunz und schenkt es dem Kloster Gaming. 1392: erste Erwähnung der "Frauenkirche ze Lunz", wo "Maria im goldenen Sessel" verehrt wird.
Der Bau dieser Kirchen wurde zweifellos durch die zunehmende wirtschaftliche Stärke ermöglicht, es entstehen in dieser Zeit die ersten Hammerwerke, da die einfachen Schmieden dem steigenden Bedarf an Wirtschaftsgütern nicht nachkommen konnten. Lunz am See erreicht mit der gesamten Eisenstraße eine lokale wirtschaftliche Bedeutung, insgesamt eine erste Blütezeit. Von der Wohlhabenheit an der Eisenstraße zeugt noch heute das Amonhaus, das Meister Ofner 1551 im Renaissancestil erbauen ließ.
Türkeneinfälle, die Pest, sowie Reformation und Gegenreformation, die Kriege gegen die Franzosen und Churbaiern und die napoleonischen Invasionen erschüttern immer wieder die Gemeinde. Sowohl Dialekt wie auch Ortsnamen (Franzosenreith) sind bis heute davon beeinflußt. Im 19. Jhd. wurde wiederum ein Aufschwung möglich, die zweite Blüte. Der Unternehmer Andreas Töpper arbeitete intensiv an der Vermarktung der Metallerzeugnisse, 1832 wurde ein Eisenwalzwerk errichtet, der Energiebedarf wurde beinahe vollständig aus der Wasserkraft der Ybbs gedeckt. Eine Steinbrücke - die Töpperbrücke -, die mit in Mariazell gegossenen Heiligenfiguren geschmückt wurde zeugt vom Reichtum der Zeit. Auf kaiserliche Anordnung sollte eine Normalspurbahn ins Ennstal gebaut werden. Realisiert wurde eine Schmalspurbahn, mit erheblichem Gefälle zwischen Gaming und Lunz, Anschluß an das Ennstal über Waidhofen/Ybbs.
Einwohnerentwicklung
Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 2045 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 2154 Einwohner, 1981 2218 und im Jahr 1971 2301 Einwohner.
Politik
Bürgermeister der Marktgemeinde ist Martin Ploderer, Amtsleiter Thomas Weber. Im Marktgemeinderat gibt es bei insgesamt 21 Sitzen folgende Mandatsverteilung: ÖVP 12, SPÖ 9, andere keine Sitze.
Wirtschaft und Infrastruktur
Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 105, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 117. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 881. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 43,86 Prozent.
Besondere Arbeitgeber:
Die Biologische Station Lunz wurde 1905 von Carl Kupelwieser gegründet und gilt als Wiege der Limnologie, umfangreiche Studien werden seitdem durchgeführt.
1948 Wurde das Institut für Bienenkunde, anfangs noch in den Räumlichkeiten der Biologischen Station eingemietet, gegründet. Ab 1970 in einem eigenen Gebäude ist es heute ein Teil der AGES Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit.
Während der Bestand der "Bienenkunde" bis auf weiteres gesichert scheint ist der Fortbestand des weltweit zweitältesten Limnologischen Instituts ungewiß.
Weblinks
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