Lynchjustiz

thumb|Opfer der Lynchjustiz, US-Südstaaten 1889

Mit Lynchjustiz wird das eigenmächtige, illegale Vorgehen gegen (vermeintliche) Verbrecher und unliebsame Personen ohne richterliches Verfahren bezeichnet.

Viele Autoren führen den Begriff auf den als willkürlich bekannten Oberst und Richter Charles Lynch zurück, der im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg sowohl englandtreue Loyalisten als auch Kriminelle ohne ordentliches Gerichtsverfahren bestrafen ließ (meist durch Auspeitschen).

Andere Quellen geben John Lynch an, der Ende des 16. Jahrhunderts von den Bewohnern North Carolinas mit unumschränkter richterlicher und exekutiver Gewalt ausgestattet wurde.

Auch William Lynch (1742 - 1820) aus Virginia wird häufig im Zusammenhang mit Lynchjustiz genannt. Er organisierte eine Bürgerwehr in Pittsylvania County um eine berüchtigte Räuberbande zu fangen und zu bestrafen.

Nach dem amerikanischen Bürgerkrieg wurde „Lynching“ immer mehr zu einem Terrorinstrument gegen Afroamerikaner, oft praktiziert von Mitgliedern des Ku-Klux-Klans.

Als Lynchen bezeichnet man seither die Bestrafung (insbesondere mit dem Tod) ohne richterliches Urteil durch eine, u. U. von einem Agitator, aufgebrachte Volksmenge (Mob).

Siehe auch: Emmett Till, Strange Fruit

See also: Lynchjustiz, 16. Jahrhundert, Agitator, Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg, Begriff, Bestrafung, Bürgerwehr, Emmett Till, Gerichtsverfahren, Illegal