Mac OS X

Mac OS X
Bildschirmfoto (en)
Entwickler: Apple Computer
Version: 10.4.1  (16. Mai 2005)
Größe: etwa 3 GB
Startmedium: Festplatte
Stammbaum: \ BSD
  \ OPENSTEP (NeXTStep)
    \ Darwin
      \ Mac OS X
Lizenz: APSL und Apple-EULA
Sonstiges: Preis: 129
Sprache: Deutsch, uvm.
Kompatibel zu: Mac OS Classic und FreeBSD
Website: www.apple.com/de/macosx

Mac OS X ist die aktuelle Version von Mac OS, dem Apple Betriebssystem für Macintosh Computer. Die erste kommerzielle Version von Mac OS X erschien im März 2001.

Inhaltsverzeichnis

Der Name

Der Buchstabe X steht zum einen für die römische Zahl 10 und verweist auf die Nachfolge früherer Macintosh Betriebssysteme wie Mac OS 8 und Mac OS 9. Zum anderen folgt Mac OS X der Tradition anderer Unix-Derivate, deren Namen fast ausschließlich mit einem X enden, wie zum Beispiel AIX, IRIX, A/UX, Sinix, Xenix.

Das "X" gilt darüber hinaus bei Marketingexperten als ein Blickfang und ist daher heute ein (Mode-)Bestandteil von vielen Marken- und Firmennamen. Daher hat auch Microsoft als Reaktion darauf beim Nachfolger von Windows 2000 die Versionsnummer in XP geändert. Dem folgte dann MS Office XP und die X-Box. Auch Macromedia kam mit der Version MX ihrer Produkte dazu.

Aussprache

Hinsichtlich der korrekten Aussprache des Namens gibt es einige Verwirrung. In der von Apple verwendeten, offiziellen Aussprache wird das „X“ als die Zahl 10 gesprochen, also wie „Mac OS Ten“. Manche verwenden die halbdeutsche Aussprache „Mac OS Zehn“, andere wiederum sprechen das „X“ auch als Buchstaben X aus: „Mac OS Ix“. Die Abkürzung OS steht im übrigen für Operating System (engl. Betriebssystem), wird also nicht einsilbig ausgesprochen.

Architektur

Die Basis von Mac OS X wird Darwin genannt und entstand aus 4.4BSD und dem Mach-Kernel. Dieser Teil von Mac OS X ist Open Source. Durch Darwin verfügt Mac OS X über Fähigkeiten wie Speicherschutz, präemptives Multitasking, Mehrbenutzerfähigkeit, erweitertes Speichermanagement und symmetrisches Multiprocessing (SMP).

Obwohl Mac OS X auf UNIX basiert, kann es wie ein gewöhnliches Einzelplatzbetriebssystem verwendet werden. Auf Wunsch fragt OS X beim Start nicht einmal nach Name und Kennwort. Wie bei UNIX üblich, wird aber trotzdem bei sicherheitsrelevanten Aktionen das Kennwort verlangt.

Seinen Darwin-Kern verbirgt Mac OS X vor dem Benutzer. Dies geschieht teils um Verwirrung zu verhindern, teils um den Benutzer davor zu schützen, grundlegende Systemfunktionen zu verändern und zu zerstören. Selbstverständlich können professionelle Benutzer aber auch über die Console, genannt "Terminal", Root-Zugriff erlangen.

Aqua

Die auffälligste Änderung gegenüber den Vorgängern (Mac OS 9) ist die neue Oberfläche Aqua (lateinisch für Wasser). Sie soll durch Lichteffekte wie Reflexionen und Schlagschatten auf diversen Oberflächenelementen wie Schaltflächen oder Einblendmenüs an Wassertropfen erinnern. Ebenfalls markant ist die "Nadelstreifen"-Optik der Fensterhintergründe und der Fotorealismus der Icons.

Als ein weiteres Erscheinungsbild für Fenster gibt es auch Brushed Metal ("gebürstetes Metall"). In den Apple Human Interface Guidelines empfiehlt Apple die Verwendung dieses Designs für Programme, die einen Teil der Hardware oder ein bestimmtes Gerät darstellen, z.B. eine digitale Kamera oder DVD-Player.

Komplett neue Elemente in Aqua gegenüber älteren Oberflächen sind sogenannte Sheets und Drawers: Sheets sollen das Problem lösen, dass für einen Benutzer oft nicht ersichtlich ist, zu welchem Dokument eine sich gerade öffnende Dialogbox gehört. Ein Sheet ist eine Art Dialogfenster, das direkt an die Titelzeile des betroffenen Dokuments angehängt wird, und das somit zum untrennbaren Bestandteil des betroffenen Dokuments wird. Drawers sind Schubladen, die durch einen Klick auf die entsprechende Schaltfläche in der Symbolleiste links oder rechts des Hauptfensters ausgefahren werden und Elemente enthalten, die man nicht dauerhaft zur Programmbedienung benötigt - in Apples Mail-Programm (Version 1 - bei Version 2 wurde der Drawer zu einem festem Programmteil gemacht) befindet sich beispielsweise die Ordnerstruktur in einem Drawer.

Eine weitere Besonderheit von Aqua ist die Art der Darstellung der Bildschirminhalte. Hierbei verwendet Apple eine eigene Technologie namens Quartz. Diese Darstellung zweidimensionaler Elemente basiert auf dem PDF-Format. Die Weiterentwicklung dieser Technologie namens Quartz Extreme beschleunigt die Darstellung, indem jedes Fenster als Textur betrachtet und so nicht mehr nur vom Haupt-, sondern auch vom Grafikprozessor berechnet werden kann. Fenster können dadurch in Echtzeit skaliert und transformiert werden.

Netzwerk

Mac OS X bietet die für Unix typischen Netzwerkeigenschaften. Dazu gehört auch eine umfassende Unterstützung von SMB für die Zusammenarbeit mit Computern, die unter Windows laufen. Insbesondere können problemlos Serverfreigaben erzeugt werden, sodass von Windows-Computern auf Daten unter Mac OS X zugegriffen werden kann.

Unter dem Namen "Bonjour" (seit April 2005; vorher "Rendezvous") unterstützt Mac OS X Zeroconf, das es Benutzern ermöglicht, Netzwerkverbindungen und -dienste zu nutzen, ohne sie vorher konfigurieren zu müssen.

Unter dem Namen Mac OS X Server vertreibt Apple eine Variante des Systems, das mit zusätzlichen Diensten und Werkzeugen für den Serverbetrieb ausgerüstet ist.

Kompatibilität

Für ein älteres Mac OS geschriebene Programme benötigen eine Anpassung und Neuübersetzung, um unter Mac OS X lauffähig zu sein. Zu diesem Zweck veröffentlichte Apple eine Carbon genannte Programmbibliothek, die unter Mac OS X und Mac OS 8/9 die selben Programmschnittstellen zur Verfügung stellt und es somit ermöglicht, Programme zu schreiben, die in beiden Versionen lauffähig sind.

Um ältere, nicht angepasste Programme unter Mac OS X benutzen zu können, gibt es die Classic-Umgebung. Dies ist ein als Laufzeitumgebung geladenes Mac OS 9 innerhalb von Mac OS X, in dem solche Programme normal benutzt werden können. Praktisch alle ältere Software für Mac OS kann auf diese Weise verwendet werden. Die Classic-Umgebung entspricht der Blue Box von Rhapsody.

Programmierung

Die native Programmier- und Anwendungsschnittstelle (API) für Aqua-Programme heißt Cocoa und hat sich aus jener von OpenStep entwickelt. Cocoa-Programme werden meist in Objective-C geschrieben, seltener hingegen in Java, für das ebenfalls Cocoa-Bibliotheken existieren. Mit AppleScript Studio besteht darüber hinaus auch die Möglichkeit, Programme in einfachem AppleScript zu schreiben und/oder mit Objective-C oder anderen Sprachen zu erweitern.

Außer Cocoa und Carbon steht eine Java- und eine BSD-Umgebung zur Verfügung. Apple liefert seit Mac OS X 10.3 auch eine eigene Version der X-Window-System- Umgebung mit (X11), so dass auch viele grafische Programme aus der Unix- und Linux-Welt verwendet werden können. Daneben stehen die wichtigsten Unix-Programmiersprachen (z.B. Perl, PHP, Python, Ruby oder Tcl) und -Tools (etwa GCC oder Autoconf) zur Programmierung zur Verfügung. Einige dieser Sprachen bieten Bindings zum Zugriff auf Betriebssystem-APIs, wodurch beispielsweise Python-Programme mit nativer Benutzeroberfläche entwickelt werden können.

Versionen

Siehe auch

Literatur

Weblinks

See also: Mac OS X, 13. August, 13. September, 15. April, 16. Mai, 2000, 2001, 2002, 2003