Macbeth (Shakespeare)
Die Tragödie Macbeth (auch: The Scottish Play) wurde um 1608 von William Shakespeare geschrieben. Sie beschreibt den Aufstieg des königlichen Heerführers Macbeth zum König, seine Veränderung zum Tyrannen und seinen Fall. Das Stück handelt von der Entdeckung oder der Anatomie des Bösen. thumb||270px|Szene aus Macbeth
Shakespeare verwob in diesem Drama geschichtliche Fakten (über den historischen König Macbeth und den zeitgenössischen James I) geschickt mit Aberglaube, Mythologie und Fiktion. Das Drama wird von vielen Schauspielern lieber als the Scottish play bezeichnet. Den wirklichen Namen innerhalb eines Theaters auszusprechen soll die Aufführung des Stückes zum Scheitern verurteilen oder allgemein Unglück bringen.
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Handlung
Das Stück spielt im mittelalterlichem Schottland und setzt an einem Treffen von drei Hexen, die den Nornen ähnelnden und wenig weiblich aussehenden drei Schicksalsschwestern (weird sisters), in einer düsteren Atmosphäre ein. Sie planen einen gewissen Macbeth nach einer Schlacht anzutreffen und sprechen das Motto des Stückes: "Foul is fair and fair is foul" (dt. abscheulich ist schön und schön ist abscheulich)—nichts ist, wie es scheint.
Es folgt das Ende einer knapp entschiedenen Schlacht. Die norwegischen Eindringlinge in Schottland wurden vertrieben und ein blutender Soldat berichtet dem alten schottischen König Duncan von Macbeths heldenhaftem Mitwirken, das die Schlacht zu ihrem Gunsten entschieden hat. Der Thane of Cawdor, einer der Nobelmänner, die sich auf die Seite der Feinde begeben haben, wird gefangen genommen. Der König entscheidet sich Macbeth, dem Thane of Glamis, den Titel des Verräters zu vermachen. Gesandten des Königs sollen die Nachricht überbringen.
Macbeth und sein bester Freund Banquo, der sich in der Schlacht ebenso als erfolgreich bewiesen hat und wie Macbeth auch Thane ist, sind nun auf dem Rückweg zum Schloss des Königs. "Einen so abscheulichen und zugleich schönen Tag habe ich noch nicht gesehen," bemerkt Macbeth. Kurz darauf begegnen die beiden den drei Hexen. Sie prophezeien Macbeth, dass er Thane of Cawdor werden wird und danach selbst König. Überrascht, woher sie seinen Namen kennen, verlangt Macbeth mehr über seine Zukunft zu erfahren. Auf Drängen Banquos prophezeien sie weiter, dass Banquos Nachkommen Könige werden, er selber jedoch nicht. Die beiden reiten weiter und werden wenig später von den Boten des Königs eingeholt. Als Macbeth den Titel erhält und sich somit die erste Prophezeiung erfüllt hat, warnt Banquo, dass oft das Böse Wahres aber Unwichtiges erzählt, um in wichtigeren Angelegenheiten zu betrügen.
Im weiteren Handlungsverlauf tötet Macbeth, angestachelt von seiner Frau, Lady Macbeth, König Duncan eigenhändig, um an dessen Stelle zu treten. Duncans Söhne Malcolm und Donalbain fliehen daraufhin aus Schottland aus Angst, dass ihnen das gleiche Schicksal wiederfährt, aber machen sich dadurch als Mörder verdächtig. Von Sorgen und Angst überschattet, dass Banquos Nachkommen ihn beerben, versucht er Banquo und dessen Sohn Fleance töten zu lassen. Banquo wird ermordet, aber Fleance kann den Mördern entfliehen. Später sucht Macbeth die Hexen auf, um seine weitere Zukunft voraussagen zu lassen. Die rätselhafte Prophezeiung der drei Schwestern wiegt ihn jedoch in Sicherheit. So wird ihm prophezeit, dass er sicher sei, bis der Wald von Great Birnam zu seinem Anwesen kommt, er sich vor Macduff, einem Edelmann, fürchten soll und niemand ihn besiegen kann, der von einer Frau geboren wurde. Daraufhin lässt er Macduffs Familie töten. Macduff floh vorher schon nach England. Derweil, von höllischen Alpträumen geplagt, stirbt Lady Macbeth an ihrem Schuldgefühl, König Duncan umgebracht zu haben. Unter der Führung von Macduff und Duncans Sohn Malcolm haben sich Schotten und Engländer gegen Macbeth verbündet. Verlassen von seinem Gefolge bleibt Macbeth in seiner Burg und glaubt sich in Sicherheit. Doch die anrückenden Truppen tragen zur Tarnung Bäume aus dem Wald von Great Birnam vor sich, dies erfüllt die erste Prophezeiung. Macduff fordert Macbeth zum Kampf heraus, dieser wähnt sich sicher, da er der Ansicht ist, keiner, der von einer Frau geboren wurde, könne ihm gefährlich werden. Als Macduff dies hört, erklärt er Macbeth, dass er durch einen Kaiserschnitt auf die Welt kam und beginnt den Kampf. Dies erfüllt die zweite und dritte Prophezeiung. Nachdem Macduff Macbeth getötet und den Kopf des Usurpators präsentiert hat, besteigt Malcolm endlich den Thron Schottlands.
Deutsche Übersetzungen
Macbeth wurde mehrfach ins Deutsche übersetzt, u. a. von Christoph Martin Wieland, Dorothea Tieck, und Thomas Brasch. Friedrich Schiller hat Macbeth bearbeitet mit Hilfe ihm verfügbarer Übersetzungen, seine Englischkenntnisse waren nicht ausreichend.
Vertonungen
- Macbeth, Masque von John Eccles (1694)
- Macbeth, Oper von John Abraham Fisher (1780)
- Macbeth, Oper von André Hippolyte Chélard (1827)
- Macbeth, Oper von Giuseppe Verdi (1847)
- Macbeth, Schauspielmusik von Arthur Sullivan (1888)
- Macbeth, Oper von Ernest Bloch (1910)
- Macbeth, Schauspielmusik von William Walton (1942)
- Macbeth, Oper von Antonio Bibalo (1990)
- Macbeth, Oper von Salvatore Sciarrino (2002)
- Shakespeares MacBeth - A Tragedy in Steel, Metal-Album von Rebellion (2002)
- Thane to the Throne, Metal-Album von Jag Panzer (2000)
Dimitri Schostakowitschs Oper Lady Macbeth von Mzensk (1934) beruht auf der gleichnamigen Erzählung von Nikolai Leskow.
Filme
- Macbeth (1948 movie), unter der Regie von Orson Welles (Macbeth in der Internet Movie Database)
- The Tragedy of Macbeth, unter der Regie von Roman Polański (The Tragedy of Macbeth in der Internet Movie Database)
- Throne of Blood, unter der Regie von Akira Kurosawa (Kumonosu jô in der Internet Movie Database)
Literatur
- Iris Bünsch und Michael Hanke: William Shakespeare, Macbeth. Reclam-Verlag, Stuttgart 2004. ISBN 3-15-016043-X
Bezugnahmen in anderen Werken
- Paul Watzlawick benutzt seine Analyse von Shakespeares Drama in seinem Buch "Hekates Lösungen" als Aufhänger, um die Gefahr des Glaubens an totale Sicherheit deutlich zu machen.
