Management by objectives

Management by objectives (deutsch: Führen durch Zielvereinbarung) ist eine Methode aus der Betriebswirtschaftslehre zur Führung von Mitarbeitern eines Unternehmens.

Inhaltsverzeichnis

Ziel

Ziel des Verfahrens ist es, die strategischen Ziele des Gesamtunternehmens umzusetzen, indem Ziele für jede Organisationseinheit und auch für die Mitarbeiter formuliert werden. Aus der Summe der Einzelziele sollen sich dann die Unternehmensziele zusammensetzen. Die Mitarbeiter sollen ihre tägliche operative Arbeit an ihren Zielen ausrichten und so im Sinne der Strategie des Gesamthauses arbeiten. Wenn die Vorgesetzten die Leistung ihrer Mitarbeiter beurteilen, prüfen sie, inwieweit die Mitarbeiter ihre vereinbarten Ziele erreicht haben. Entwickelt wurde diese Theorie maßgeblich von dem österreichisch-amerikanischen Managementtheoretiker Peter F. Drucker, welcher den MBO-Ansatz in den 1960er und 1970er Jahren entwickelte.

Vorgehen

Normalerweise führen Mitarbeiter und Vorgesetzter ein Zielvereinbarungsgespräch, in dem die Ziele und die angestrebten Zielwerte vereinbart werden. Wenn mit der Zielerreichung ein Entlohnungsbestandteil verbunden ist (also z.B. eine Bonuszahlung), werden die Sanktionen der Zielerreichung mit vereinbart. Zur Hälfte des Jahres (bei jährlicher Messung) wird in der Regel eine erste Rückmeldung gegeben, wie der Mitarbeiter bei der Erreichung seiner Ziele "im Rennen" liegt; darüber hinaus bieten die Möglichkeiten der IT heute die Gelegenheit, dass Mitarbeiter selbst (etwa im Verkaufsbereich oder in der Produktion bei Qualitätszielen) ihren Zielerreichungsgrad laufend überprüfen. Nach dem Ende der vereinbarten Laufzeit der Ziele kommen Mitarbeiter und Führungskraft erneut zusammen, besprechen den Grad der Zielerreichung und meist auch die Ziele für die kommende Periode.

Voraussetzungen

Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung von Zielvereinbarungen ist ein hierarchisches Zielsystem ohne Zielkonflikte, mit anderen Worten: die Summe der Einzelziele aller Mitarbeiter darf nicht im Widerspruch zu den strategischen Zielen des Gesamtunternehmens stehen. Außerdem benötigt man ein gutes Informations- und Kommunikationssystem, um messbare, unumstrittene Ziele ermitteln zu können. Zielwerte müssen so gewählt bzw. besser vereinbart werden, dass sie für die Mitarbeiter bei entsprechendem Bemühen erreichbar sind. Außerdem setzt ein derartiges Führungssystem voraus, dass den Mitarbeitern ein adäquater Entscheidungs- und Handlungsspielraum eingeräumt wird. Da es sich beim Führen durch Zielvereinbarung um einen iterativen Prozess handelt muss regelmäßig ein Soll-Ist-Vergleich zur Leistungsbewertung durchgeführt und anschließend eine Anpassung des Arbeitsvollzugs erfolgen.

Bewertung

Positive Auswirkungen gegenüber anderen Führungskonzepten sind die höhere Realitätsnähe auf Grund der Beteiligung ausführender Ebenen. Weiterhin ist, durch die Partizipation der Mitarbeiter an der Entscheidungsfindung, die Akzeptanz der Ziele und die Leistungsmotivation höher als bei autoritärer Vorgabe.

Allerdings bedingt das System einen hohen organisatorischen Aufwand. Weitere Probleme können die Zurechenbarkeit der Zielerreichungsgrade mit Blick auf die Unabhängigkeit bzw. Interdependenz von Einzelleistungen, die Vernachlässigung der Mitarbeiterorientierung durch einseitige Konzentration auf Leistungsziele, Ressortegoismen sowie Zielkonflikte sein.

Siehe auch

See also: Management by objectives, Betriebswirtschaftslehre, Management by delegation, Management by exception, Mitarbeiterführung, Peter F. Drucker, Unternehmen