Mandach

Wappen
98px|Wappen von Mandach
Basisdaten
Kanton: Aargau
Bezirk: Brugg
BFS-Nr.: 4105
PLZ: 5318
Koordinaten: 47° 33' n. Br.
8° 11' ö. L.
Höhe: 489 m ü. M.
Fläche: 5.54 km²
Einwohner: 308 (31. Dezember 2004)
Website: www.mandach.ch
Karte
299px|Karte von Mandach

Mandach ist eine Gemeinde im Bezirk Brugg des Schweizer Kantons Aargau. Sie liegt etwa sieben Kilometer nördlich des Bezirkshauptorts.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Das Dorf liegt inmitten des Tafeljuras zwischen Aare- und Rheintal und ist auf allen Seiten von Hügeln umgeben. Es befindet sich am oberen Ende eines Tals, das in Richtung Norden zur Aare hin entwässert wird. Im Westen liegt der 605 Meter hohe Wessenberg mit einer alten Burgruine, im Südwesten der Besseberg (618 Meter), im Süden der Rotberg (638 Meter) und im Osten die Ausläufer des Böttebergs. Dem Rotberg vorgelagert ist der Hirzigen (538 Meter). Das Dorf selbst schmiegt sich an einen 561 Meter hohen Hügel, der schlicht und einfach „Berg“ heisst. An den Südhängen von Besseberg, Berg und Hirzigen befinden sich Rebberge mit einer Anbaufläche von insgesamt rund 10 Hektaren.

Die Fläche der Gemeinde beträgt 554 Hektaren, davon sind 151 Hektaren bewaldet und 32 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt ist der Grat des Rotbergs (638 Meter), die tiefste Stelle liegt auf 430 Metern.

Nachbargemeinden sind Leuggern im Norden, Böttstein im Osten, Villigen im Süden, Hottwil im Westen und Wil im Nordwesten.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung Mandachs erfolgte im Jahr 1072. Doch diese Gegend war schon um 500 v. Chr. vom Keltenstamm der Helvetier besiedelt worden. Ab 58 v. Chr. herrschten die Römer. 1930 wurden Reste eines römischen Wachturms gefunden, der nach den Alemannenüberfällen von 259 bis 270 errichtet worden war. Ob der Ortsname von einem römischen Legionär namens Mandacus stammt, der hier ein Landhaus besessen haben soll, ist nicht gesichert.

Im Mittelalter gehörte der meiste Grundbesitz den Edlen von Wessenberg, deren Burg auf dem gleichnamigen Berg an der Grenze zu Hottwil lag. Landesherren und Richter waren die Habsburger, die das Dorf dem Amt Waldshut zuteilten. 1316 mussten die Habsburger die Dörfer Mandach und Hottwil wegen Geldmangel an die Wessenberger verpfänden. Diese erwarben auch die Niedere und Hohe Gerichtsbarkeit und schufen damit ein kleines, fast völlig souveränes Herrschaftsgebiet.

Im Waldshuterkrieg von 1468 besetzte Bern die Herrschaft Wessenberg und fügte es zu seinen Untertanengebieten im Berner Aargau an; Mandach war nun ein Teil der Landvogtei Schenkenberg. Die Burg wurde dem Zerfall überlassen. 1528 wurde die Reformation eingeführt. Als 1798 die Franzosen die Schweiz eroberten und die Helvetische Republik ausriefen, kam Mandach zum neuen Kanton Aargau.

Bis heute ist Mandach ein von der Landwirtschaft und vom Weinbau geprägtes Dorf geblieben. Zwischen 1900 und 1970 sank die Einwohnerzahl um über 30 Prozent, da viele Dorfbewohner gezwungen waren, anderswo nach Arbeit zu suchen. Seither ist die Bevölkerungszahl jedoch wieder leicht ansteigend.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1900 361
1930 300
1950 292
1960 294
1970 251
1980 275
1990 303
2000 313

Am 31. Dezember 2004 lebten 308 Menschen in Mandach, darunter nur gerade vier Ausländer. Bei der Volkszählung 2000 waren 53,1% reformiert und 32,2% römisch-katholisch. 98,4 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache.

Behörden

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Die 5 Gemeinderäte sind:

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Brugg zuständig. Mandach gehört zum Friedensrichterkreis Rein.

Wirtschaft

In Mandach gibt es knapp 100 Arbeitsplätze, davon mehr als die Hälfte in der Landwirtschaft. Zahlreiche Erwerbstätige sind Wegpendler und arbeiten in der Region Brugg oder in den Gemeinden des unteren Aaretals.

Verkehr

Das Dorf liegt abseits der grösseren Durchgangsstrassen, die Hauptzufahrt erfolgt von Leuggern her. Weitere Nebenstrassen führen nach Hottwil und über den Rotberg nach Villigen. Mandach ist durch eine Postautolinie mit Leuggern und dem Bahnhof von Döttingen verbunden.

Bildung

Mandach verfügt über ein Schulhaus mit Kindergarten und Primarschule. Die Realschule und die Sekundarschule können in Kleindöttingen besucht werden, die Bezirksschule in Leuggern. Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Baden und Wettingen.

Weblinks


See also: Mandach, 1072, 1316, 1468, 1528, 1798, 1900