Mangaben
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Die Mangaben sind eine Gruppe in Afrika lebender Primaten, die zur Familie der Meerkatzenverwandten (Cercopithecidae) gehören. Im Gegensatz zu anderen Gattungen dieser Familie sind Mangaben relativ unbekannt und auch noch wenig erforscht. Sie werden heute meist in zwei Gattungen (Cercocebus und Lophocebus) und vier Arten unterteilt, wobei die Klassifizierung keinesfalls abgeschlossen und unumstritten ist.
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Verbreitung
Mangeben leben im westlichen und zentralen Afrika, ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Senegal bis Kenia und südlich bis zur Demokratischen Republik Kongo und Nordangola.
Beschreibung
Mangaben ähneln Meerkatzen, sind aber größer und schlanker gebaut als diese. Außerdem haben sie eine längere Schnauze und einen ovaleren Kopf als jene. Ihre Fellfärbung variiert von grau über braun bis schwarz und ist je nach Art unterschiedlich gemustert. Männchen haben einen Kehlsack, mit dessen Hilfe sie laute Schreie von sich geben können. Mangaben erreichen eine Kopfrumpflänge von 40 bis 90 cm, dazu kommt noch ein ebenso langer Schwanz, und ein Gewicht von bis zu 20 kg.
Lebensweise
Mangaben sind vorwiegend Waldbewohner, ihr Lebensraum ist variabel und kann neben Regenwäldern auch Mangrovensümpfe, höhergelegene, trockene Wälder sowie auch Plantagen umfassen. Sie sind tagaktiv und leben in Gruppen von 10 bis 30 Tieren zusammen. Die Gruppen setzen sich aus ein bis drei Männchen, etlichen Weibhen sowie deren Nachwuchs zusammen. Körperhaltungen spielen innerhalb der Gruppe eine große Rolle, zum Beispiel das Präsentieren des Afterbereiches mit erhobenem, nach vorne gebogenem Schwanz. Es sind territoriale Tiere, die mit lautem Geschrei andere Gruppen auf das eigene Revier aufmerksam machen.
Nahrung
Mangaben sind in erster Linie Pflanzenfresser, die gelegentlich auch Insekten zu sich nehmen. Sie ernähren sich vorwiegend von Früchten, Nüssen, Samen und Pilzen.
Fortpflanzung
Über die Fortpflanzung der Mangaben ist wenig bekannt. Die Tragzeit beträgt rund 170 Tage und es kommt in den meisten Fällen ein einzelnes Jungtier zur Welt. Jungtiere erreichen die Geschlechtsreife im Alter von 5 bis 7 Jahren. In menschlicher Obhut beträgt die Lebenserwartung bis zu 30 Jahre.
Bedrohung
Da Mangaben ein relativ großes Verbreitungsgebiet haben und in Bezug auf ihren Lebensraum eher flexibel sind, sind sie weniger bedroht als andere Primatenarten. Da sie sich des Öfteren in Plantagen aufhalten, werden sie gejagt, dazu kommt der Verlust des Lebensraums durch Umwandlung der Wälder in Acker- und Weideland.
Systematik
Jüngere Untersuchungen haben gezeigt, dass die Mangaben wahrscheinlich polyphyletisch sind. Diesen Untersuchungen zufolge sind die bodenbewohnenden Mangaben (Cercocebus) am nächsten mit den Backenfurchenpavianen (Mandrill und Drill) verwandt, während die baumbewohnende Mantelmangabe (Lophocebus) enger mit dem Dschelada und den Pavianen verwandt ist.
Arten
- Die bekannteste Art ist die Halsbandmangabe (Cercocebus torquatus). Sie hat ein graues Fell, ein weißer Haarring umgibt den Hals und dehnt sich auch auf den Bauch aus. Die langen Backenhaare sind ebenfalls weiß, und am Kopf haben sie eine rotbraune Kappe. Von allen Mangabenarten verbringen sie die meiste Zeit am Boden. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom Senegal bis Gabun.
- Die Haubenmangabe (C. galeritus) und die eng mit ihr verwandte Art C. agilis leben im zentralen Afrika (von Nigeria bis Tansania und zur Demokratischen Republik Kongo). Sie haben ein gelblich-graues Fell und einen Haarschopf auf dem Kopf.
- Die Mantelmangabe (Lophocebus albigena) sowie die Schopfmangabe, die heute als deren Unterart angesehen wird (L. a. aterrimus), sind im Gegensatz zu den anderen Arten fast ausschließlich Baumbewohner und haben ein dunkles, fast schwarzes Fell. Die Mantelmangabe hat ihren Namen von der langen graubraunen Behaarung im Schulterbereich. Sie kommt im zentralen Afrika, von Kamerun bis Tansania und südlich bis Nordangola vor.
- Neu entdeckt wurden von Zoologen 2004 die Hochlandmangaben (L. kipunji) in den Hochlandwäldern des südlichen Tansanias. Es ist dies die erste Affenart seit 1984 die in Afrika entdeckt wurde. Die Tiere werden bis 16 kg schwer und erreichen eine Körpergröße von etwa 90 cm, dazu kommt der etwa gleich lange Schwanz. Ihr Fell ist am Rücken braun und an Bauch und Schwanz weiß, sie haben eine "Sturmfrisur" und einen Backenbart. Die Hochlandmangaben leben in abgeschiedenen Bergwäldern bis in Höhen von 2500 Metern in den Baumkronen. Ihr dickes Fell schützt sie vor den oft kalten Temperaturen. Die Tiere wurden zeitgleich von zwei verschiedenen Forschergruppen in zwei, 350 km voneinander entfernten Waldgebieten, entdeckt. Jeweils nur etwa 500 Tiere wurden gezählt. So ist die neue Art - kaum entdeckt - auch schon wieder vom Aussterben bedroht. Beschrieben wird die neue Art im Magazin Science vom 20. Mai 2005.
