Mangana

Der Manganapalast in Konstantinopel wurde nach den nahegelegenen Magazinen (Mangana) benannt. Diese Magazine, wie auch der sogenannte 'Neue Trakt' wurden von Kaiser Basileios I. (867-886) erbaut, nach Auskunft seines Biographen, des Kaisers Konstantin VII. (913-959), um hier Nahrungsmittel für die kaiserliche Tafel zu lagern und nicht die Steuern für seinen persönlichen Unterhalt zu verwenden und "auf Kosten anderer den Tisch zur Freude derer, die im Verlauf des ganzen Jahres von ihm geladen waren, decken lassen."

Das Kloster St. Georg von Mangana wurde Mitte des 11. Jahrhunderts von Konstantin IX. Monomachus (1042-1054) als Erweiterung des Großen Palastes gegründet, wie in der Chronika des Theodoros Skutariotes und der Chronika des Michael Psellos berichtet wird. Der ausgedehnte Komplex lag auf drei Terrassen und war von einer Mauer eingefaßt. Er enthielt auch ein Palastgebäude, einen Garten und ein Hospital. Das Gelände war mindestens 800 m lang, zwischen der Mauer des Serails und der Seemauer gelegen. Große Zisternen lieferten Wasser für die Bewässerung des Gartens und die Bäder. Nach Michael Psellos änderte der Kaiser den Bauplan der St. Georgs-Kirche dreimal, um sie noch prächtiger zu gestalten. Das Kloster besaß eine reiche Bibliothek.

Die Gärten des Mangana lagen oberhalb des Palastes und waren so groß, dass man die Umfassungsmauer nicht sah und man zu Pferd darin umherreiten konnte. Nach Psellos (Chronographia CLXXIII) ließ Konstantin, der sein Übermaß an Intelligenz gleichermaßen auf ernsthafte Zwecke und sein Amüsement verteilte, Erde mit den darauf wachsenden Pflanzen und Büschen sowie ganze Bäume samt ihrer Früchte und Wurzeln aus den Bergen herbeibringen, um den Garten anzulegen. Der Kaiser wartete nicht die natürlichen Veränderungen und die Jahreszeiten ab, sondern schuf alles neu, wie der Schöpfer selber. Konstantin IX Monomachus wurde 1054 im Mangana bestattet.

Im 14. Jahrhundert erhielt der Abt des Mangana den Titel Protosyncellus und stand nur dem Abt des Klosters von St. Johannes Studius im Rang nach. Während der Besetzung durch die Kreuzritter fand Johannes Mesarites im Mangana Zuflucht. Ab 1207 gehörte das Kloster den Lateinern, bis Michael VIII. Palaiologus (1261-1282) Konstaninopel zurückeroberte. Als Manuel Komnenus eine Festung (Kiz Kulesi) in Üsküdar erbaute, um den Bosporus mit einer Kette verschließen zu können, wurde das andere Ende der Kette an einem Turm des Mangana befestigt.

Noch 1402 war das Kloster von Gärten umgeben, wie einer Beschreibung des spanischen Botschafters Ruy Gonzalez de Clavijo zu entnehmen ist. Er beschreibt auch den vielfarbigen Fußboden der Kirche. Nach der Einnahme der Stadt durch die Osmanen wurde das St. Georgskloster zerstört, Bauteile fanden in dem von Mehmet Il. Fatih (1467) errichteten Serail Verwendung. Der Park wurde beibehalten und mit einigen Kiösks versehen, in der östlichen Ecke entstand ein Zoo.

Der Bau einer Eisenbahn richtete schwere Schäden an und zerstörte die Apsis der St. Georgs-Kirche.

Inhaltsverzeichnis

Wichtige Ereignisse, die hier stattfanden:

Forschungsgeschichte

Das Gelände wurde 1921-22 von den französischen Archäologen R. Demangel und E. Mamboury untersucht. Wegen einer Erweiterung der Eisenbahnlinie führte das archäologische Museum Istanbul 1976 Rettungsgrabungen durch. Bei der Restaurierung der Stadtmauern wurde auch das Gebiet des Mangana gesäubert und untersucht. Dabei fanden sich Bauteile der Kirche des heiligen Polyeuktos sowie Bauteile, die bereits von Demangel and Mamboury beschrieben worden waren.

Quellen

externe Quellen

See also: Mangana, Alexios I. (Byzanz), Andronikos I. (Byzanz), Andronikos II., Andronikos III., Basileios I., Bosporus, Ephesus, Garten, Johannes VI. (Byzanz)