Maniema

right| Maniema ist eine Binnenprovinz der Demokratischen Republik Kongo knapp südlich des Äquators mit 1,2 Millionen Einwohnern und einer Fläche von 132.250 km². Sie liegt im östlichen Teil des Landes und grenzt an die Provinzen Kasai-Oriental im Westen, an Orientale im Norden, Katanga im Süden sowie Nord- und Sud-Kivu im Osten. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 500 km, die maximale West-Ost-Ausdehnung (an der Südgrenze) etwa 400 km.

Die Provinz Maniema entstand 1988 bei der Aufteilung der ehemaligen Provinz Kivu. Maniema ist eingeteilt in 7 Territorien (Kibombo, Kasongo, Pangi, Punia, Lubutu, Wamaza und Kaïlo) mit gleichnamigen Zentralorten sowie die Provinzhauptstadt Kindu. Kindu hat 221.000 Einwohner (2003). Die Stadt ist Endpunkt einer Bahnlinie, die den Osten der Republik Kongo mit dem Eisenbahnnetz des südlichen Afrika verbindet.

Der Strom Lualaba, der Hauptquellfluss des Kongo, fließt von Süd nach Nord durch Maniema und durchquert auch Kindu.

In Maniema wird Swahili gesprochen, die Bantu-Sprache des östlichen Afrika. Der Lualaba ist hier eine (unscharfe) Sprachgrenze; weiter westlich, insbesondere in den Kasai-Provinzen, sprechen die Menschen Tshiluba (Luba-Kasai).

Die südlichen und östlichen Teile der Demokratischen Republik Kongo sind reich an Bodenschätzen. In Maniema gibt es Wolfram-, Tantal- (in Form von "Coltan"), Zinn- und Goldvorkommen.

Diesbezügliche Begehrlichkeiten und die Schwäche der Zentralregierung im weit entfernten Kinshasa haben zu kriegerischen Auseinandersetzungen geführt, die seit 1998 im Osten der Demokratischen Repblik Kongo wüten. Beteiligt sind die Armeen Ruandas und Ugandas sowie etliche Rebellengruppen. Eine humanitäre Katastrophe (Morde, massenhafte Vergewaltigungen, Rekrutierung von Kindersoldaten, marodierendes Plündern) hat zum Zusammenbruch jeglicher Infrastruktur geführt. Eine Gesundheitsversorgung ist weder materiell noch personell vorhanden, rechtsstaatliche Institutionen gibt es nicht mehr. Drei Millionen Menschen haben im Kongo ihr Leben verloren, davon 90% im Osten des Landes.

Seit im Jahre 2003 in Kinshasa unter internationalem Druck eine Übergangsregierung unter der Einbindung von Rebellengruppen gebildet worden ist, keimt etwas Hoffnung auf stabilere Verhältnisse auch in Maniema. Während in den östlichen Nachbarprovinzen Nord- und Süd-Kivu die kriegerischen Menschenrechtsverletzungen noch an der Tagesordnung sind, verzeichnet Maniema eine gespannte Ruhe, eine Situation zwischen Krieg und Frieden. (Ausführliche Informationen liefert der Artikel Geschichte der Demokratischen Republik Kongo)


See also: Maniema, Bandundu, Bas-Congo, Coltan, Demokratische Republik Kongo, Equateur, Geschichte der Demokratischen Republik Kongo, Gold