Mantua

Dieser Artikel befasst sich mit der Stadt Mantua in Italien, andere Bedeutungen unter Mantua (Begriffsklärung).


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thumb|Andere Seite der Piazza mit dem Palazzo della Ragione
thumb|Rotonda di San Lorenzo

Mantua (italienisch Mantova) ist eine Stadt in der Lombardei in Italien mit etwa 65000 Einwohnern und einer Fläche von 64 km². Sie ist Hauptstadt der Provinz Mantua. Besonderheiten der Stadt sind der romanische Dom, die Renaissance-Kirche S. Andrea und der Palazzo Ducale. Mantua ist einer der größten Umschlagsplätze für Agrarprodukte in der Poebene. Die Stadt gilt als Geburtsort Vergils.

Geschichte:

Mantua wurde von den Etruskern gegründet. Seit 1328 regierte dort die Adelsfamilie der Gonzaga, die von den römisch-deutschen Kaisern 1362 zu Grafen, 1433 zu Markgrafen (Marchesi) und 1530 zu Herzögen von Mantua erhoben wurden. Kaiser Karl V. sicherte den Gonzaga als treuen Verbündeten 1536 auch die Herrschaft über die wichtige Markgrafschaft Monferrato an der oft umkämpften französisch-italienischen Grenze. Zeitweilig stiegen die Gonzaga dadurch zu einer der bedeutendsten Fürstendynastien Italiens auf, einen Höhepunkt der Kunstförderung erreichten sie unter Markgraf Franz II. (+ 1519). Eine Nebenlinie der mantuanischen Gonzaga etablierte sich in der Grafschaft Guastalla, deren Herrscher Ferdinand (Ferrante, + 1557) in kaiserlich-spanischen Diensten zum Vizekönig von Sizilien und Statthalter des Herzogtums Mailand aufstieg.

Das Aussterben der mantuanischen Hauptlinie der Gonzaga 1627 löste den zwischen Frankreich und den Habsburgern Habsburger geführten Mantuanischen Erbfolgekrieg um das strategisch wichtige Herzogtum aus, der die ökonomische und kulturelle Blütezeit des Landes schlagartig beendete. 1631 mußte der Habsburger-Kaiser die französischen Erbfolge-Kandidaten, die Herzöge von Gonzaga-Nevers, als Herzöge von Mantua anerkennen. Im Spanischen Erbfolgekrieg ab 1701 wiederum auf französischer Seite gegen Österreich, verlor der letzte Herzog von Gonzaga-Nevers 1708 sein Land Mantua, da ihn der Kaiser absetzte und Mantua seither direkter Teil des Habsburgerreiches wurde. Seit 1745 Teil des habsburgischen Herzogtums Mailand, stand Mantua zwischen 1805 und 1814 unter französischer Herrschaft; Napoleon I. ließ dort 1810 den gefangenen Führer des Tiroler Aufstandes Tirol, Andreas Hofer, hinrichten. 1814 wurde Mantua erneut österreichisch und kam erst 1866 zu Italien.

Nebenlinien des Hauses Gonzaga regierten länger als in Mantua noch in Guastalla, das 1621 zum Herzogtum erhoben worden war, und in der Grafschaft Novellara. Diese wurde 1737 von Modena annektiert, Guastalla fiel nach dem Aussterben der dortigen Gonzaga-Linie 1746 an Österreich, dann an Parma. Riccarda Gonzaga, die gestürzte Gräfin von Novellara und zeitweilige Regentin von Massa und Carrara (1731-1741), starb 1768.

Viamichelin-Karte

See also: Mantua, Andreas Hofer, Carrara, Frankreich, Gonzaga, Guastalla, Habsburger, Italien, Karl V. (HRR), Lombardei