Maribor
300px|right|Maribor (Slowenien)
Maribor (deutsch: Marburg an der Drau) ist mit 114.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Sloweniens. Sie ist ein römisch-katholischer Bischofssitz und beherbergt eine Universität (gegründet im Jahr 1976). Die Stadt liegt am Fuße des Pohorje-Gebirges (Bachern) und der Slovenske gorice (Windische Hügel) am Ufer des Flusses Drava (Drau). Sie ist die größte Stadt der slowenischen Region Štajerska (Untersteiermark).
| Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
thumb|300px|right|Maribor
Die Stadt wurde zum ersten Mal im 13. Jahrhundert erwähnt. Obwohl sie zweimal von den Türken belagert wurde, blieb Marburg bis zum Ende des Ersten Weltkriegs unter der Kontrolle der Habsburger (als Teil des Herzogtum Steiermark). In den Wirren nach dem Zusammenbruch Österreich-Ungarns wurde die Stadt von der neugegründeten Republik Deutschösterreich beansprucht, aber im Zuge eines Militärcoups unter Rudolf Maister dem neugegründeten Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen einverleibt (SHS-Staat, dem späteren Königreich Jugoslawien). Am 27. Januar 1919 wurden 13 deutsche Marburger, die auf dem Hauptplatz auf die US-Friedensdelegation warteten, von Maisters Soldaten erschossen, mehr als 60 verletzt.
Der deutschsprachige Bevölkerungsanteil betrug vor Ausbruch des Krieges ungefähr 80 % und dominierte das öffentliche Leben. Das gilt auch für die Nachbardörfer Brunndorf, Pobersch, Thesen, Rothwein, Kartschowin und Leitersberg, die mit der Stadt Marburg eine deutsche Sprachinsel bildeten. Das weitere Umland hingegen war (mit Ausnahme anderer kleinerer Städte wie Ptuj/Pettau), St. Leonhard in den Windischen Bühel, Luttenberg, Friedau, St. Egydi, St. Lorenzen, Windisch Feistritz, Pragerhof usw.) beinahe vollständig von Slowenen besiedelt. Obwohl nach dem Krieg ein großer Teil der deutschsprachigen Bevölkerung nach Österreich emigrierte und alle deutschen Schulen und Vereine zwangsaufgelöst bzw. beschlagnahmt wurden, betrug der deutsche Anteil in den 1930er Jahren noch immer 25 %. Es folgte eine Phase der staatlichen Slawisierungspolitik der Sprachinsel. Vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges waren deutsche Naziorganisationen in der Stadt tätig.
1941 wurde der gesamte jugoslawische Teil der Steiermark von Nazi-Deutschland annektiert. Adolf Hitler besuchte die Stadt und forderte in einer Rede vom Balkon des Rathauses seine Anhänger auf "dieses Land wieder deutsch zu machen". Die Stadt wurde während des Zweiten Weltkrieges mehrere Male bombardiert, die verbliebenen Marburger Deutschösterreicher 1945 nach Österreich vertrieben.
Nach 1945 entwickelte sich diese Stadt zu einem blühenden industriellen und kulturellen Zentrum für den gesamten Osten Sloweniens. Nach der Unabhängigkeit Sloweniens von Jugoslawien im Jahr 1991, verlor die gesamte neugegründete Republik den innerjugoslawischen Binnenmarkt. Die Auswirkungen dieses Verlustes auf die Wirtschaft der Stadt war erheblich - eine hohe Arbeitslosenquote war die Folge. Laut einer vergleichenden Studie des Europäischen Statistikamtes Eurostat erlitt Marburg den größten Bevölkerungsverlust in Europa: In den Jahren 1996 bis 2001 verlor die Stadt im Schnitt jährlich 3,1 Prozent seiner Einwohner.
Persönlichkeiten
- Wilhelm von Tegetthoff (Admiral der k.u.k-Marine)
- Drago Jančar (Schriftsteller)
- Anton Martin Slomšek (Bischof von Lavant/ Maribor)
Veranstaltungen
Jedes Jahr im Januar trägt das am Stadtrand gelegene Schigebiet Mariborsko Pohorje den Damen-Slalom und den Damen-Riesenslalom des Weltcups aus.
Jeden Juni findet das zweiwöchige Lent-Festival statt (genannt nach dem am Drauufer gelegenen Stadtbezirk Lent), mit hunderten von Musik-, Theater und Kleinkunst-Veranstaltungen.
Im September findet der ebenfalls zweiwöchige Musikseptember (glasbeni september) statt.
Sehenswürdigkeiten
- Stadtburg ("Mariborski grad") - erbaut von 1478-1483 unter Kaiser Friedrich III.
- Kathedralkirche sv. Janeza Krstnika am Slomškov-Platz ("stolnica") - errichtet im 12. Jahrhundert
- Rathaus am Glavi-Platz ("mestna hiša-rotovž")
- Kulturveranstaltungszentrum ("narodni dom") mit dem Denkmal des Fürsten Kocelj an der Kreuzung Ulica kneza Koclja und Svetozarevska ulica - erbaut von 1897-1898 nach Entwürfen des tschechischen Architekten Jan Veyrich
- Wasserturm ("vodni stolp") - erbaut im 16. Jahrhundert und Teil der Renaissance-Stadtfestung
- Alte Weinrebe am Lent ("stara trta") - Am Ufer der Drau kann der älteste Weinstock der Welt bewundert werden (sein Alter wird auf über 400 Jahre geschätzt).
