Marie Jahoda
Marie Jahoda (* 26. Januar 1907 in Wien; † 28. April 2001 in Keymer, Sussex, UK) ist die bekannteste deutschsprachige Sozialpsychologin.
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Leben
Jahoda entstammt einer bürgerlichen, assimilierten jüdischen Familie. Sie engagierte sich seit ihrer Jugend für die Sache der Sozialdemokratie und gilt auch als eine der großen alten Damen der internationalen Sozialdemokratie. Gemeinsam mit ihrem Mann Paul Felix Lazarsfeld führte sie 1932 eine der berühmtesten sozialpsychologischen Studien überhaupt durch, nämlich über „Die Arbeitslosen von Marienthal“.
1933-36 war Jahoda u.a. an der "Wirtschaftspsychologischen Forschungsstelle" tätig, einem An-Institut der Universität Wien. Daneben war sie für die revolutionären Sozialisten im Untergrund aktiv. 1936 wurde sie entdeckt und aus politischen Gründen inhaftiert. Jahoda kam aufgrund von internationalen Protesten nach neunmonatiger Haft wieder frei, doch mit der Auflage, sofort das Land zu verlassen. Sie emigrierte nach England, wo sie während des 2. Weltkrieges u.a. auch für den Propagandasender "Radio Rotes Wien" arbeitete. Nach acht Jahren in London ging sie 1945 in die USA und lehrte bis 1958 an der «University in Exile», der New School for Social Research in New York, als Professorin für Sozialpsychologie. Hier arbeitete sie auch mit den exilierten Mitgliedern der Frankfurter Schule zusammen. Zwischen 1958 bis 1965 übte sie mehrere Lehrtätigkeiten für Psychologie aus am Brunel College of Advanced Technology in Uxbridge, Hillingdon bei London. Erst spät in ihrem Leben wurde sie 1962 endlich zur Professorin für Psychologie und Sozialwissenschaften berufen. Von 1965 an bis zu ihrer Emeritierung 1973 war sie schließlich die erste Professorin für Sozialpsychologie Englands an der Universität von Sussex.
Zu ihren Ehren wurde ein Lehrstuhl für Frauenforschung an der Ruhr-Universität Bochum für einjährige Gastprofessuren gestiftet.
Werke
- (1932): Die Arbeitslosen von Marienthal. Ein soziographischer Versuch über die Wirkungen langandauernder Arbeitslosigkeit. (mit Paul F. Lazarsfeld, Hans Zeisel) Frankfurt a.M.: Suhrkamp ISBN 3-518-10769-0
- (1951): Research Methods in Social Relations. (mit M. Deutsch und S. W. Cook)
- (1954): Studies in the Scope and Method of "The Authoritarian Personality." (mit Nathan W. Ackermann, Theodor W. Adorno, Bruno Bettelheim, Else Frenkel-Brunswik u.a.)
dt.: Der autoritäre Charakter. Band 2: Studien über Autorität und Vorurteil. Frankfurt a.M.: Materialis, 424 S. ISBN 3-88535-341-5 - (1995): Sozialpsychologie der Politik und Kultur. Ausgewählte Schriften. Graz: Nausner & Nausner, 390 S. ISBN 3-901402-02-0
- (2002): "Ich habe die Welt nicht verändert." Lebenserinnerungen einer Pionierin der Sozialforschung. Weinheim: Beltz ISBN 3-407-22753-1.
- Jahoda, M. (1958)Current Concepts of Positive Mental Health. Report to the Joint Commission of Mental Health and Illness. New York: N Y Basic Books
siehe auch
Literatur
- «Ich habe die Welt nicht verändert.» Gespräch mit Marie Jahoda, in: Mathias Greffrath (Hg.), „Die Zerstörung einer Zukunft. Gespräche mit emigrierten Sozialwissenschaftlern“, Frankfurt a.M.: Campus 1989, 95 - 136.
Weblinks
- Dossier zu Leben und Werk von Marie Jahoda, Wiener Zeitung, 02.05.2001
- detaillierter und tabellarischer Lebenslauf von der Karl-Franzens-Universität Graz
- Kurz-Bio und Dossier zu Jahoda von der Ruhr-Universität Bochum
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Jahoda, Marie |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | Österreichische Soziologin |
| GEBURTSDATUM | 1907 |
| GEBURTSORT | Wien |
| STERBEDATUM | 28. April 2001 |
| STERBEORT | Sussex, Großbritannien |
