Markt (Ökonomie)
thumb|320px|Historische Abbildung eines Marktes
Der Begriff Markt bezeichnet in der Ökonomie den realen oder virtuellen Ort des Zusammentreffens von Angebot und Nachfrage.
Der Mindestmarkt besteht aus einem Nachfrager, einem Anbieter und einem Handelsgut (Ware, Dienstleistung o. ä.). Das Grundprinzip des Marktes ist der Tausch.
Der Marktpreis (Tagespreis) ist im Handel der unter den momentanen Marktverhältnissen ausgehandelte Preis einer Ware. Durch Verwendung eines allgemein anerkannten Tauschmittels (z. B. Geld) kann der Tausch der endgültigen Waren und der Leistungsaustausch zeitlich voneinander getrennt werden. Wenn dieser Marktmechanismus nicht funktioniert, dann spricht man von Marktversagen.
| Inhaltsverzeichnis |
Arten von Märkten
Arten von Märkten nach dem Vollkommenheitsgrad
In der Ökonomie wird oft das Modell des vollkommenen Marktes verwendet. Für einen vollkommenen Markt müssen die folgenden Bedingungen erfüllt sein:
- Homogene (vollkommen gleiche) Güter
- Teilnehmer haben keine persönlichen oder sachlichen Präferenzen
- Punktmarkt (räumlich und zeitlich)
- vollkommene Markttransparenz (Teilnehmer sind immer vollständig über die Marktlage informiert)
- jeder Marktteilnehmer reagiert sofort auf jede Marktveränderung
Sind eine oder mehrere Bedingungen nicht erfüllt, handelt es sich um einen unvollkommenen Markt. Das Modell des vollkommenen Marktes dient theoretischen Betrachtungen und darf nicht mit einer Aussage über die Wirklichkeit verwechselt werden. In der Realität sind selten alle Bedingungen eines vollkommenen Marktes erfüllt.
Arten von Märkten nach der Anzahl der Marktteilnehmer
Märkte lassen sich je nach der Zahl der Anbieter und Nachfrager in verschiedene Marktformen unterteilen. Die gebräuchlichste Einteilung des Marktes geht dabei auf Heinrich von Stackelberg zurück. Dieser teilte in seinem (morphologischen) Marktformenschema den Markt nach der Anzahl an Anbietern und Nachfragern in folgendes Schema ein:
| Nachfrager | ||||
|---|---|---|---|---|
| viele | wenige | ein | ||
| Anbieter | viele | zweiseitiges Polypol (bilaterales Polypol) - homogenes Polypol (vollständige Konkurrenz) | Nachfrageoligopol (Oligopson) | Nachfragemonopol (Monopson) |
| wenige | Angebotsoligopol (Oligopol) | zweiseitiges Oligopol (bilaterales Oligopol) | beschränktes Nachfragemonopol | |
| ein | Angebotsmonopol (Monopol) | beschränktes Angebotsmonopol | zweiseitiges Monopol (bilaterales Monopol) | |
Arten von Märkten nach der Nachfrageintensität
Neben diesen Marktformen gibt es in der Betriebswirtschaftslehre noch:
| Starke Nachfrage | Schwache Nachfrage | |
| Starke Konkurrenz | Massenmärkte | Schrumpfmärkte |
| Schwache Konkurrenz | Zukunftsmärkte | Nischenmärkte |
Arten von Märkten nach dem gehandelten Gut
thumb|Güter- und Faktormärkte Neben der Unterscheidung zwischen (Konsum- und Investitions-)Gütermärkten und Faktormärkten, auf welchen Arbeit und Kapital angeboten und nachgrefragt werden, existiert eine Vielzahl an Märkten, welche je nach Handelsobjekt unter Umständen systembedingte Besonderheiten aufweisen:
- Produktmarkt (Markt für Waren und Dienstleistungen)
- Arbeitsmarkt (Markt für Dienstleistungen abhängig Beschäftigter)
- Kapitalmarkt
- Geldmarkt
- Bodenmarkt
- Immobilienmarkt
- Informationsmarkt
Generell bleibt die jeweilige Marktabgrenzung dem Betrachter überlassen.
Marktverhalten
Es gibt drei mögliche Verhaltensweisen der Anbieter, der Konkurrenten und der Nachfrager, nämlich:
- nichts zu tun
- zu agieren (Preis setzen)
- zu reagieren (Nachfrage ändern, Preis senken)
Siehe auch
Marktwirtschaft, Marktwiderstand, Marktschranke, Markttiefe, Marktgleichgewicht, Angebot, Nachfrage, PAF
