Mars 96
Bild nicht gefunden Mars 96 Sonde |
Bild nicht gefunden Mars 96 Landestation |
Bild nicht gefunden Mars 96 Penetrator |
Nach dem Zusammenbruch der UdSSR 1991 wurde das planetare Raumfahrtprogramm Russlands gestrichen. Mit starker Beteiligung der europäischen Raumfahrtagentur ESA konnte aber noch eine geplante russische Marsmission finanziert werden, "Mars 94", nach einigen Verzögerungen schließlich "Mars 96" genannt. Nach einem erfolgreichen Start wäre die Sonde in "Mars 8" umbenannt worden.
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Mission
Mars 96 bestand aus einem Orbiter, zwei kleinen Landestationen und zwei Penetratoren (Sonden, die beim Aufschlag tief in die Marsoberfläche eindringen). Die Raumsonde sollte nach etwa 10 Monaten Flug am 12. September 1997 am Mars eintreffen. Etwa vier bis fünf Tage vor der Ankunft sollten die beiden Landestationen freigesetzt werden. Der Orbiter sollte in einen 3-Tage Transferorbit einschwenken und die Penetratoren sollten während des ersten Monats im Orbit eine Landung durchführen. Später sollte die Sonde einen elliptischen Orbit mit einer Umlaufszeit von 14,77 Stunden und einem Periapsis von 300 km einnehmen.
"Mars 96" war die größte Raumsonde, die bisher je gebaut worden war, sie wog 6.220 kg beim Start und hatte eine Größe von 3 × 3 × 9 Meter in Flugkonfiguration. Ihr Design basierte auf den Fobos-Sonden aus dem Jahr 1988.
Fehlstart
Mars 96 wurde am 16. November 1996 um 20:48:53 UTC mit einer Proton-K/Block-D-2 Rakete von Baikonur aus gestartet. Bis zu der Erdumlaufbahn verlief der Start normal, jedoch versagte die zweite Zündung der vierten Stufe der Proton, Block-D, die die Sonde auf eine interplanetare Flugbahn bringen sollte. Die Gründe für das Versagen sind unbekannt, da die Stufe zu dem Zeitpunkt der zweiten Zündung außer Reichweite der Bodenstationen war und es deshalb keine Telemetriedaten gibt. Die Mars 96 Sonde trennte sich dennoch nach dem vorprogrammierten Timer von der Raketenstufe und zündete ihr eigenes Triebwerk, das ihr den letzten Schub zum Erreichen der Transferbahn zum Mars liefern sollte. Da die Zündung der Block-D Stufe nicht stattgefunden hat, beschleunigte sie sich dabei lediglich in die Erdatmosphäre und verglühte bereits während des ersten Orbits. Der Eintritt fand am 17. November 1996 um etwa 00:45 bis 1:30 UTC statt, die Sonde stürzte in einem vermutlich 320 km × 80 km großem Gebiet, das Teile des Pazifischen Ozeans, Chile und Bolivia umfasst. Block-D verglühte einige Orbits später.
Viele Sensationsnachrichten damaliger Zeit, die den Wiedereintritt der Plutonium-Kapseln der Lander voraussagten, verwechselten die Block-D Stufe mit der Raumsonde selbst. Die Sonde war bereits verglüht, als hysterische Reports über den drohenden Niedergang des Plutoniums in Australien oder dem südlichen Pazifik die Weltaufmerksamkeit auf sich zogen. Das Objekt, das dabei in der Umlaufbahn verfolgt wurde, war lediglich die harmlose vierte Stufe der Proton.
Fazit
"Mars 96" war die erste und bislang letzte russische planetare Weltraummission seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Die ESA konnte das investierte Geld wenigstens teilweise retten, in dem sie die entwickelten Instrumente kostengünstig für die Mars Express Sonde nachbaute. Mit an Bord war auch die deutsche HRSC-Kamera, die 2003 in einer weiterentwickelten Form auf Mars Express flog.
Weblinks
- Der Mars 96 Orbiter (dt.)
- Mars 96 Lander und Penetratoren (dt.)
- Homepage der Mars 96 Mission (engl.)
Siehe auch: Liste der unbemannten Raumfahrtmissionen
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