Marskolonisation
Die Marskolonisation ist eine Variante der Besiedlung eines anderen Planeten durch Menschen. Diese wird bisher nur in Literatur und Filmen beschrieben, konkrete Projekte zur Verwirklichung gibt es momentan nur im Bereich der Grundlagenforschung.
Die Motivation dieser noch theoretischen Diskussion liegt in der Angst der Menschen, dass die Erde als Lebensgrundlage nicht mehr ausreichend ist oder gar durch eine kosmische oder sonstige Katastrophe zerstört wird. Andere begründen die Pläne einer solchen Kolonisation mit dem Expansions- und Forschungsdrang des Menschen.
Einen Aufschwung erlebte das bisher eher theoretische und philosophische Gedankenspiel der Marskolonisation Anfang 2004, als durch neue Planungsszenarien der NASA und der ESA der Zeitplan eines bemannten Marsflugs konkretisiert wurde und dieser nun wahrscheinlich erscheint.
| Inhaltsverzeichnis |
Atmosphäre
Der Mars hat eine sehr dünne Atmosphäre, da aufgrund seiner kleinen Masse eine dichtere Atmosphäre schnell in den Weltraum verdunsten würde.
Als Hilfsmittel zur leichteren Kolonisierung des Mars wird das so genannte Terraforming angesehen. Der dauerhafte Verbleib von Menschen auf dem Mars ist zwar auch ohne Terraforming möglich, die logistischen, technischen und wissenschaftlichen Anstrengungen wären aber um ein Vielfaches größer.
Grundvoraussetzung für menschliches Leben ohne technische Hilfsmittel ist unter anderem das Vorhandensein einer atembarem Atmosphäre, ein genügend hoher Atmosphärendruck und eine weitgehende Reduzierung der aus dem Weltall einfallende Strahlung.
Kosmische Strahlung
Aufgrund des fehlenden globalen Magnetfelds und der dünnen Atmosphäre des Mars kann kosmische Strahlung nahezu ungehindert auf den Marsboden vordringen. Wenn Menschen dieser schutzlos ausgeliefert würden, würden sie sehr schnell an Strahlungsschäden sterben. Allerdings kann die Kosmische Strahlung auch als Energiequelle genutzt werden, schließlich ist sie bei weitem energiereicher als die solare Strahlung, die die Erdoberfläche erreicht.
Schwerebeschleunigung
Die Schwerebeschleunigung auf der Marsoberfläche beträgt ca. 38 % der irdischen. Bei längeren Aufenthalten von Menschen in der Schwerelosigkeit kommt es zu verschiedenen Veränderungen im Körper, die problematischste ist der Verlust von Knochenmaterial. Wie sich der Körper bei reduzierter, aber nicht verschwindend geringer Schwerebeschleunigung verhält, ist aber kaum erforscht. Deshalb ist von einigen australischen und US-amerikanischen Universitäten ein Satellit geplant, der Mäuse über einige Wochen durch Rotation des Satelliten der selben Schwerebeschleunigung aussetzt, die auf dem Mars herrscht (Website des Projekts).
Wasser
Flüssiges Wasser ist Voraussetzung für jedes Leben, wie wir es kennen. Neuere Erkenntnisse sprechen für das Vorhandensein von größeren Mengen von Wassereis auf dem Mars.
Literatur- und Filmvorlagen
- Total Recall
- Armitage III
- Marschroniken
- Mars und Rückkehr zum Mars, Bücher von Ben Bova zum Thema Marskolonisation
- Roter Staub, Buch von Paul J. McAuley (ISBN 3-453-09425-5)
- Mars-Trilogie (Roter Mars, Grüner Mars, Blauer Mars) von Kim Stanley Robinson
