Martin Bormann
Martin Bormann (* 17. Juni 1900 in Wegeleben bei Halberstadt; † 2. Mai 1945 in Berlin) war im Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus Leiter der Parteikanzlei der NSDAP mit den Befugnissen eines Reichsministers. thumb|Martin Bormann
Bormann trat 1927 in die NSDAP ein, in der er ein Jahr später in die Führungsriege aufstieg. 1933 wurde er Stabsleiter bei Rudolf Heß, dem "Stellvertreter des Führers", und machte sich unentbehrlich. Adolf Hitler ernannte Bormann zum Verwalter seines Vermögens und betraute ihn mit dem Bau und der Aufsicht seines Berghofes Obersalzberg. Nachdem Heß 1941 nach England geflogen war, ernannte Hitler keinen neuen Stellvertreter, machte aber Bormann zum Chef der Parteikanzlei mit den Befugnissen eines Reichsministers. Bormann war inoffiziell der mächtigste Mann nach Hitler. Je länger der Krieg dauerte, umso mehr konnte er beeinflussen, wer direkten Zugang zu Hitler bekam um seine Anliegen vorzutragen. Am 12. April 1943 erhielt er dann den Titel eines "Sekretärs des Führers".
Bis zum Ende im Führerbunker im April 1945 blieb der in Parteikreisen und dem Militär unbeliebte Bormann bei seinem "Führer", ohne dessen Anwesenheit seine Machtbasis und Legitimation nicht sichergestellt war. Bormann war bei der Verbrennung von Hitlers Leiche dabei, verschwand danach Anfang Mai vorerst spurlos und wurde 1946 bei den Nürnberger Prozessen in Abwesenheit zum Tod verurteilt.
Im Mai 1945 hatten Bormann und der letzte Leibarzt Hitlers, Ludwig Stumpfegger, nach Hitlers Tod, zusammen mit anderen Insassen des Führerbunkers, einen Durchbruch aus dem damals stark umkämpften Stadtzentrum von Berlin versucht. Dabei wurden die beiden von ihrer Fluchtgruppe getrennt und verübten schließlich, erschöpft und demoralisiert, am Lehrter Bahnhof Selbstmord mittels Giftampullen.
Erst 1973 wurde Bormanns Tod durch Untersuchungen offiziell bestätigt und 1998 durch eine DNA-Analyse endgültig bewiesen.
siehe auch: Antiqua-Fraktur-Streit
Literatur
- Jochen v. Lang: Der Sekretär. Martin Bormann: Der Mann, der Hitler beherrschte. F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung, 3. überarbeitete Neuauflage, München/Berlin 1987, ISBN 3776614951.
- Martin Bormann jr.: Leben gegen Schatten. Bonfifatius Druckerei, 9., aktualisierte Auflage, Paderborn 2003, ISBN 3897102668.
- Albert Speer: Erinnerungen. Propyläen, ISBN 3549071841.
Weblinks
- Ausführliche Biographie zu Martin Bormann bei Shoa.de
- http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/BormannMartin/
- http://www.geschi.de/artikel/bormann.shtml
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bormann, Martin |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | Leiter der Parteikanzlei der NSDAP |
| GEBURTSDATUM | 17. Juni 1900 |
| GEBURTSORT | Wegeleben bei Halberstadt |
| STERBEDATUM | 2. Mai 1945 |
| STERBEORT | Berlin |
