Maschiach
Das Wort Moschiach (auch Maschiach) ist ein Wort der hebräischen Bibel und bezieht sich auf die Salbung einer Person oder eines Objektes mit Salböl (1. Samuel 10, 1-2). Moschiach wird in den hebräischen Schriften des Judentums richtig und wörtlich mit Gesalbt übersetzt, niemals mit Messias.
Zu weiteren Wort-Bedeutungen, siehe den Artikel Messias.
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Der jüdische Hoheitstitel Moschiach (Gesalbt)
Der Titel "Gesalbt" (v. hebr.: moschiach = der/das Gesalbte) wird in der hebräischen Bibel für eine Vielzahl von Personen oder Objekten benuzt:
thumb|Das Tabernakel Rekonstruktion
- für einen jüdischen König (1. Könige 1, 39),
- für jüdische Priester (Leviticus 4, 3),
- für Propheten (Jesaja 61, 1),
- für den nichtjüdischen König Cyrus II., König von Persien (Jesaja 45, 1),
- für das Tabernakel mit dem Lampenstand, dem Altar und Aaron mit seinen Söhnen (Exodus 30,22-33),
- für den israelitischen Tempel (Exodus 40,9) und
- für ungesäuertes Brot (Numeri 6,15).
Die jüdische Moschiach-Auffassung
Im Judentum wird der "Messias" (sic!) als ein menschliches Wesen erwartet und nicht als Gott oder ein Teil eines Gottes, nicht als ein menschlich-göttlicher Halbgott und nicht als vergleichbar mit dem ein-einzigen, transzendenten, unteilbaren Ewigen Wesen, Gott erwartet. Vom Moschiach wird erwartet, daß er bestimmte Kriterien erfüllen werden wird, daß er in der Welt bestimmte Veränderungen verursachen werden wird. Wenn ein Mensch nur eine dieser Bedingungen nicht erfüllen wird, kann er nicht als der Moschiach anerkannt werden. Das Judentum wird den Moschiach nicht anbeten, da es nur das Ewige Wesen, Gott anbetet. Viele jüdische Gläubige warten immer noch auf das Kommen des Moschiach viele andere Juden, insbesondere säkulare und liberale, nicht.
Der Moschiach wird nach jüdischer Auffassung...
- jüdisch sein (Deuteronomium 17,15; Numeri 24,17) müssen,
- dem Stamm Juda angehören (Genesis 49,10) und ein direkter männlicher Nachkomme (Sohn nach Sohn) von König David (1. Chronik 17,11; Psalm 89,29-38; Jeremia 33,17; 2. Samuel 7,12-16) und König Salomon sein müssen (1. Chronik 22,10; 2. Chronik 7,18),,
- das jüdische Volk aus dem Exil in Israel versammeln müssen (Jesaja 27,12-13; Jesaja 11,12),
- den jüdischen Tempel in Jerusalem wieder aufbauen müssen(Micah 4,1),
- den Weltfrieden bringen müssen (Jesaja 2,4; Jesaja 11,6; Micah 4,3),
- die ganze Menschheit der Welt dazu bringen müssen, den ein-einzigen Gott anzuerkennen und ihm zu dienen (Jesaja 11,9; Jesaja 40,5; Zephania 3,9).
Das Buch Ezechiel liefert eine zusammenfassende Synopse (=Zusammenschau):
"Und mein Knecht David wird über sie König sein, und ein Hirte wird sein für sie alle, und sie werden in meinen Rechtssprüchen wandeln, und meine Satzungen wahren und tun. Sie werden in dem Land leben, das ich Jakob, meinem Diener, gab... Ich will mit ihnen einen Bund des Friedens schließen, der ihnen ewig bestehen bleibt, ich will sie halten und mehren, und mein Heiligtum gebe ich in ihre Mitte in Ewigkeit, meine Wohnstätte wird unter ihnen sein, und ich werde ihr G-tt sein und sie werden mein Volk sein. Und daran werden die Völker sehen, daß ich es bin, der Israel heiligt, wenn mein Heiligtum in ihrer Mitte bleibt, auf ewig." (Ezechiel 37,24-28)
Warum Jesus nach jüdischer Sicht nicht der Moschiach war
Ist der "rechte Glauben" an Jesus von Nazareth als den Christos, "den Gesalbten" für die Christen conditio sine qua non, also Grundbedingung. So ist die Glaubensfrage für Juden differenzierter (=> Judentum, Jüdischer Glaube), bestimmt ist der Glaube an den jüdischen Handwerker und Wanderprediger, manche sagen auch Rabbi Jesus für Juden definitiv verboten und völlig irrelevant, da Jesus Ben Joseph keine der Bedingungen, die das Volk der "Lehre" bzw. "Weisung" (=>Tora) an einen Moschiach stellt, bis auf die Grundbedingung, daß er eben jüdisch war (Deuteronomium 17,15; Numeri 24,17), erfüllt. Schwierig ist es hier den neutralen Betrachtungspunkt (NPOV) einzunehmen, da das Christentum behauptet, Jesus sei der in den heiligen jüdischen Schriften, besonders dem Tanach vorausgesagte Moschiach, indem sie auf die in christlicher Weise übersetzten heiligen jüdischen Schriften verweisen. Da hilft es darzulegen, welche Position das Judentum zur Frage der Moschiachschaft Jesu einimmt, da diese ihre heiligen Schriften tangiert (=berührt) und die religiösen Vorstellungen einer Auferstehung oder eines "Moschiach" im Judentum lange vor der Entstehung des Christentums entwickelt wurden und von es ausgehend in das Christentum Aufnahme mit Umdeutungen fand.
Unerfüllte Bedingungen des Jesus als jüdischer Moschiach
- Der Moschiach wird dem Stamm Juda angehören und ein direkter männlicher Nachkomme von König David und König Salomon sein müssen
Die heiligen jüdischen Schriften besagen deutlich, daß die Genealogie eines Menschen und seine Stammeszugehörigkeit durch seinen physischen, leiblich-weltlichen Vater übertragen wird. (Numeri 1,18; Jeremia 33,17) .
- In manchen Ausgaben des Neuen Testamentes wird dargestellt, Jesus habe keinen physischen Vater.
- Das Neue Testament beschreibt Josef, den weltlichen Vater Jesu als ein Nachkomme von König Jojachin, der in der hebräischen Bibel verflucht wird, niemals einen Nachkommen zu haben, "der auf dem Thron Davids sitzt und in Judah regiert" (Jeremia 22,30).
- Das Neue Testament liefert widersprüchlichen Angaben der Genealogie Jesu in 1. Kapitel Matthäus, und 3. Kapitel Lukas. Der christliche Erklärungsversuch dieses Widerspruches lautet, daß die Genealogie von Lukas die von Jesu Mutter Maria sei. Dieser Deutungsversuch hat keine Grundlage in der Schrift, selbst nicht im griechischen Original (Septuaginta). Und eine maternale (=mütterliche) Genealogie ist irrelevant da die Genealogie, nach jüdischer Sicht, nur durch den Vater übertragen wird. Und wenn man Jesu Abstammung durch seine Mutter
darlegen könnte, ergibt sich ein weiterer Widerspruch, daß Lukas 3,31 Maria als Nachfahre von König David durch Nathan und nicht durch König Salomon darstellt, wie es in der jüdischen Bibel prophezeit wird (1. Chronik 22,10; 2. Chronik 7,18) .
- Der Moschiach wird das jüdische Volk aus dem Exil in Israel versammeln müssen
Diese Bedingung ist seit der Zeitenwende nicht erfüllt worden, obschon es nach dem II. Weltkrieg und der Schoa den demokratischen Staat Israel gibt. Diese Bedingung veranlasst christliche Organisationen und Gläubige dazu, Israel zu unterstützen um ihre christliche Heilserwartung mit dem Jüngsten Gericht mehr wahrscheinlich werden zu lassen.
- Der Moschiach wird den jüdischen Tempel in Jerusalem wieder aufbauen müssen
Diese Bedingung ist seit der Zeitenwende nicht erfüllt worden. Jüdische Betende stellen sich nach wie vor die Westmauer auf, dem verbliebenen Rest des um 70 zerstörten jüdischen zweiten Tempels.
- Der Moschiach wird den Weltfrieden bringen müssen
Auch diese Bedingung ist seit der Zeitenwende offensichtlich nicht erfüllt worden. Gerade erleben wir (2001-2005) eine Zeit der Zuspitzung der politischen Lage und der Unsicherheit. Im Bereich des Nahen Ostens mit Israel gibt es einen Krieg, in den die christlich dominierten Weltmacht USA und der islamisch dominierte Irak involviert sind.
- Der Moschiach wird die ganze Menschheit der Welt dazu bringen müssen, den ein-einzigen Gott anzuerkennen und ihm zu dienen
Auch diese Bedingung ist seit der Zeitenwende offensichtlich nicht erfüllt worden. Selbst wenn die gesamte Menschheit, bis auf das Judentum, christlich werden sollte, so wäre dies auch keine Erfüllung dieser Bedingung. Zudem steht diese Bedingung im Widerspruch zu den heutigen liberalen Ansichten von mehrheitlichen Teilen des Judentums, was zur Folge hat, daß insbesondere die liberalen Strömungen des heutigen Judentums ihre Liturgie dahingehend abändern, dass nicht mehr das Kommen eines menschlichen "Messias" (sic!) im Gebet erhofft wird, sondern durch die Formulierung der Hoffnung auf umfassenden weltumspannenden Frieden ersetzt wird. Das Judentum sah und sieht es in seinen normativen Traditionen nicht als Ziel an, die ganze Welt jüdisch zu missionieren, obschon es freiwilligen Proselyten, d. h. Konversionswilligen Menschen offenstand und offensteht.
Die zweite Ankunft des Moschiach
Die christlichen Aussagen, daß obige Kriterien für einen jüdischen Moschiach, in der zweiten Ankunft desselben „Messias“ (sic!) Jesus, in seiner Wiederkunft oder Parusie erfüllt werden werden, sind nicht relevant, da die Vorstellung eines Moschiach, der zweimal kommt, keine Grundlage in den heiligen jüdisdchen Schriften hat.
Falsche christliche Bibelstellen bezüglich des Moschiach
- Im Matthäus-Evangelium des Neuen Testament wird erzählt, daß Jesus der Moschiach war, weil er in Nazaret gelebt habe: "und (Jesus) kam und wohnte in der Stadt, die da heißt Nazaret; auf daß erfüllt würde, was da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarener heißen." (Matthäus 2,23).
Ein Nazarener ist ein Bewohner der Stadt Nazaret und diese Stadt hat zur Zeit der Propheten nicht existiert. Dieser Verweis des Matthäus auf eine biblische hebräische israelitische Quelle wurde erfunden und sie existiert nicht in den hebräischen jüdischen Schriften.
- In den Römerbriefen des Paulus (Römer 11,26) im Neuen Testament wird mit den Worten: "Es wird kommen
aus Zion der Erlöser, der da abwende das gottlose Wesen von Jakob," (Jesaja 59,20), eine Stelle aus der griechischen Übersetzung der hebräischen Bibel, der Septuaginta, übersetzt, zitiert. Die christliche Bibel legt so nahe, daß der Moschiach den Menschen die Sünden abnehmen wird. Die hebräische Originalquelle sagt akkurat übersetzt das genaue Gegenteil, "Aber für Zion wird kommen ein Erlöser, für die in Jakob, die von der Abtrünnigkeit umkehrten, spricht der H-rr" (Jesaja 59,20) . Der Moschiach wird den gläubigen, observanten Juden nicht die Sünden abnehmen, sondern wenn diese sich von ihren Sünden abwenden, dann wird der Moschiach kommen. Es ist bemerkenswert, daß viele christliche Bibeln diesen Vers in Jesaja richtig übersetzen, in Römer dagegen falsch.
Hier zeigt sich die Methode christlicher Mission, Zitate der hebräischen Bibel aus dem Kontext genommen zu präsentieren, falsch und propagandistisch erwünscht umgeschrieben zu zitieren, oder falsch zu übersetzen. Dazu wird mit ungenauen Zweitübersetzungen der früheren griechischen Fehlübersetzungen gearbeitet und wird es vermeiden, das hebräische Original anzuschauen.
Zusammenfaßung
Das christliche Verständnis des Messias und Jesu unterscheidet sich sehr von dem biblischen jüdischen Verständnis des Moschiach. Diese Unterschiede entwickelten sich in der christlichen Kirche zur Zeit des römischen Kaiser Konstantins und dem ersten Konzil von Nicäa (325), in dem das Nicäanische Glaubensbekenntnis, zur Stabilisierung des römischen wiedervereinten Reiches und zur Niederlegung des christlichen Streites ztwischen Arianern und Trinitariern, im 4. Jahrhundert verabschiedet wurde. Der biblische jüdische "Messias" (sic!) war niemals als jemand vorgestellt, der angebetet werden sollte. Dessen vornehmste Aufgabe und Errungenschaft wird es sein, den Weltfrieden zu bringen und die Welt mit dem Wissen und der Erkenntnis des ein-einzigen, unteilbaren, Ewiges Wesen, Gott, voll der Liebe und der Güte, zu erfüllen.
Selbsternannte und abgelehnte jüdische Moschiach'
- Jesus von Nazaret, Bar Kochba, Schabbtai Zwi
Weblinks
- [www.degruyter.de/journals/znw/2001/pdf/92_273.pdf Nazaret Archäologie Alter]tum
Kategorie:Bibel
Kategorie:Judentum
