Masematte
Masematte entstand im 19. Jahrhundert in Münster (Westfalen) als Sondersprache sozial schwacher Schichten. Die Bezeichnung Masematte geht ethymologisch auf hebräisch [masa'umatán] "Verhandlung" zurück. Sie entstand aus dem Kontakt der einheimischen Bevölkerung mit fahrenden Händlern, Fremdarbeitern, Hausierern, Schaustellern, Sinti und Roma. Hochzeit war der Bau des Dortmund-Ems-Kanals (in den 1890er Jahren), bei dem viele Fremdarbeiter aus dem Ausland in nahe der Baustelle gelegenen Vierteln wohnten.
Das Vokabular des Masematte entstammt zu einem Teil aus dem Romani (der Sprache der Sinti und Roma) und dem Jiddischen. Hinzu kommen Wörter aus dem Rotwelsch. Daneben sind noch alt-westfälisches Wortgut, sowie Spuren slawischer und romanischer Sprachen enthalten.
Literatur
- Klaus Siewert (Hrsg.): Handbuch der Münsterschen Masematte (ISBN 3-89325-159-6) Waxmann-Verlag
- Klaus Siewert (Hg.): Grundlagen und Methoden der Sondersprachenforschung. Mit einem Wörterbuch der Masematte aus Sprecherbefragungen und den schriftlichen Quellen (Sondersprachenforschung 8). Harassowitz Verlag. Wiesbaden 2003. S. 79. ISBN 3-447-04770-4
- Klaus Siewert (Hrsg.): Mit hamel hallas und helau …. Textbuch Masematte IV
- Klaus Siewert (Hrsg.): Beinahe mulo gedellt. Textbuch Masematte III
- Klaus Siewert (Hrsg.): Olf, bes, kimmel, dollar, hei …. Handwörterbuch der Münsterschen Masematte
- Klaus Siewert (Hrsg.): Und wenn sie nicht machulle sind …. Textbuch Masematte II
- Klaus Siewert (Hrsg.): Es war einmal ein kurantes anim …. Textbuch Masematte I
