Master of Business Administration
Der Master of Business Administration (kurz: MBA) ist ein akademischer Grad, der meist durch einen postgradualen Studiengang der Betriebswirtschaft erlangt wird. Auch als normale Weiterführung des undergraduate Studiums (sog. „Junior-MBA“) möglich.
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Ausrichtung
Der Studiengang hat seinen Ursprung in den USA. 1902 wurden am Dartmouth College, Hanover, New Hampshire, USA die ersten Studenten zum "Master of Business Administration" graduiert.
Ein MBA-Studium richtet sich vor allem an Ingenieure, Naturwissenschaftler, Juristen und Mediziner, die sich auf Managementpositionen fixieren wollen und eine Alternative zu einem betriebswirtschaftlichen Aufbaustudium suchen. Es können sich jedoch auch Wirtschaftswissenschaftler durch ein MBA-Studium spezialisieren.
Man erwirbt im Laufe eines MBA-Studiums neben kaufmännischen Grundkenntnissen vor allem Denk- und Arbeitsinstrumente des Management sowie Sozialkompetenz.
Im Allgemeinen ist das MBA-Studium ein generalistisches Managementstudium (s.u. Studium). Allerdings werden auch MBA-Programme mit einer Spezialisierung angeboten, wie z.B. MBA in Arts Management, MBA in Business Engineering oder MBA in Project Management.
Zulassungsbedingungen
Um zu einem MBA-Studium zugelassen zu werden, haben die Universitäten verschiedene Zulassungsbedingungen gesetzt. In der Regel sind folgende Punkte zu erfüllen:
- GMAT "Graduate Management Admission Test". Dieser vierstündige Test findet auf englisch statt. Er soll sowohl das quantitative Denkvermögen, als auch den Sprachumgang testen. Ein "essay" ist zu verfassen, sowie multiple-choice Fragen zu bearbeiten. Die Höhe des GMAT-Score wird meist in Abhängig zur Bewerberanzahl an der Universität als Eignungsmaß herangezogen. Der GMAT-Score ist als wichtigste Zugangsvoraussetzung anzusehen,
- abgeschlossenes Hochschulstudium und für europäische Universitäten zwei bis drei Jahre Berufserfahrung, für amerikanische (z.B. Harvard, Wharton, MIT) 4 bis 5 Jahre. Unter Umständen kann auch ein (wirtschafts-)ingenieurswissenschaftliches Vordiplom und zwei Hauptstudiumssemester ausreichend sein,
- hervorragende berufliche Verdienste,
- "application interview" (Vorstellungsgespräch) vor einer Kommission, meist bestehend aus Ausgewählten des Fakultätslehrkörpers,
- Empfehlungsschreiben,
- TOEFL "Test Of English As A Foreign Language". Dieser Test ist ein standardisierter Test, der die grundlegenden englischen Sprachkenntnisse testet.
Studium
Das curriculum eines MBA-Studiums deckt alle praxisrelevanten Managementfunktionen, wie etwa
- Produktion,
- Logistik,
- Marketing,
- Mikro- und Makroökonomie,
- Rechnungswesen,
- Organisations-/Betriebspsychologie
- Controlling ab.
Außerdem beeinhalten die curricula als Pflichtfächer
- Mathematik, insb. Statistik,
- strategisches Management,
- Projektmanagement.
Neben Pflichtfächern können an vielen Business Schools aus einem breitgefächertem Programm Wahlfächer belegt werden.
Ein MBA-Studium zeichnet sich durch starken Praxisanteil und unkonventionelle Lehrmethoden, wie etwa Fallbetrachtung, Gruppenarbeit und Projektarbeit aus. Nach allen erbrachten Prüfungsleistungen wird ein MBA-Studium meist mit dem Verfassen einer Masterthesis bzw. Masterarbeit und deren Verteidigung zum Abschluss gebracht. MBA-Absolventen mit Prädikatsabschluss haben außerdem die Möglichkeit zum "Doctor of Business Administration" zu promovieren.
Häufig beeinhaltet das curriculum einen Auslandsaufenthalt.
Die Studiengebühren reichen, in Europa, von 5000,- Euro (Universität des Saarlands) über 12.800,- Euro für ein Präsenzstudium, 9.000,- Euro für ein Fernstudium, mit SEKAP-Akkreditierung des zypriotischen Kultusministeriums (Frederick Institute of Technology, Republik Zypern) oder 40.000,- Euro mit FIBAA-Akkreditierung (Graduate School of Business Administration (GSBA), Zürich, Schweiz) bis 43.500,- Euro (Institut Europeen et Administration des Affaires (INSEAD), Fontainebleau, Frankreich).
Bei allen angegebenen Preisen handelt es sich um die reinen Studiengebühren. Kosten für Studienmaterialien und Unterkunft sind nicht enthalten. Zu beachten ist außerdem, dass bei staatlichen Universitäten die Studiengebühren niedriger ausfallen, da die Trägerschaft beim Staat liegt.
Das Studium wird, aufgrund der hohen Nachfrage aus den Reihen berufstätiger Akademiker, auch berufsbegleitend in Form eines Teilzeit-/ Fernstudiums mit Präsenzveranstaltungen, oft mit einem Auslandsaufenthalt angeboten. Die Studienzeiten variieren zwischen zwei und 8 Jahren.
Ein Teilzeitstudium, bis zu zwei Jahren, ist für einen Großteil der Unternehmen ein akzeptabler Zeitraum. Bei der Förderung von Mitarbeitern werden eindeutig Teilzeitstudiengänge bzw. das Fernstudium bevorzugt. Rund 50% der Unternehmen fördern bereits Mitarbeiter bzw. beabsichtigen, sie zukünftig finanziell (Studiengebühren, Reisekosten, Urlaub etc.) zu fördern (Quelle). Die bevorzugten Programmformen vieler Unternehmen umfassen 30 x zwei Tage am Wochenende und einen Monat im Ausland in zwei Jahren = ca. 750 Präsenzstunden oder 11 x 4 Tage inkl. Wochenende in einem Jahr und zwei Wochen im Ausland = ca. 500 Präsenzstunden, wobei man für ein MBA-Präsenzstudium 60 ECTS-Leistungspunkte (Europa), die 1500 Arbeitsstunden entsprechen, erbringen muss, was bedeutet, dass bei einem berufsbegleitenden MBA-Studium noch 1000 Arbeitsstunden im Heimstudium erbracht werden müssen.
Programmarten
- einjähriges Vollzeitstudium
- zweijähriges Vollzeitstudium
- Executive MBA
- Teilzeitstudium
- Fernstudium
- Spezialisierter MBA
Für Unternehmen sind die Bereiche Finanzen (30%) und Absatz und Vertrieb (26%) Haupteinsatzgebiete für MBA-Absolventen. Weitere Einsatzschwerpunkte liegen in den Bereichen Betriebsleitung (18%) sowie Außenwirtschaft (15%).
Informativ für Interessenten ist die jährlich in Frankfurt stattfindende Informationsveranstaltung „MBA Gate“. Die Teilnahme ist nur nach vorheriger (kostenloser) Registrierung im Internet [1] möglich.
Nicht alle angebotenen MBA-Studiengänge werden anerkannt. Um sicher zu gehen, dass das ausgewählte MBA-Studium ein bestimmtes Qualitätsniveau hält, kann man sich an den Akkreditierungsorganisationen orientieren. Werden Mindestanforderungen nicht erfüllt, so wird die Gradführung verweigert werden.
Weitere Hinweise auf die Qualität eines MBA-Programms kann man den einschlägigen Rankings (Ranglisten) entnehmen, die beispielsweise von Financial Times, Wall Street Journal oder Business Week veröffentlicht werden. Wenngleich die Kriterien, anhand derer die Ranglisten erstellt werden, je nach Quelle sehr unterschiedlich sind, gibt ein Querschnitt durch alle Rankings doch Hinweise auf Qualität und Renommée von MBA-Programmen und Business Schools. Eine regelmäßig aktualisierte Liste aller relevanten Rankings findet sich hier.
Akkreditierung
Auf Beschluss der Kultusministerkonferenz wurde der Akkreditierungsrat gebildet, der, bis heute, 7 Agenturen berechtigt MBA-Studiengänge akkreditieren zu dürfen. Die Akkreditierung soll einen Mindeststandard des Studiums gewährleisten. Es kann sowohl der Studiengang, als auch die Universität als Gesamtes akkreditiert werden.
Für den deutschsprachigen Raum exemplarisch:
- FIBAA Foundation for International Business Administration Accreditation. Diese Akkreditierung garantiert ein qualitativ hochwertiges Studium, das alle 4 Jahre reakkreditiert wird.
außerdem gilt:
- Wer an einer staatlichen Universität oder staatlich anerkannten privaten Universität innerhalb des Geltungsbereichs der Europäischen Union ein MBA-Studium absolviert, braucht, zum Tragen des akademischen Grades, diese Akkreditierung nicht, da der Grad durch die Bologna-Verträge in Deutschland, wegen der staatliche Legitimation im Ursprungsland, als "gleichwertig" eingestuft wird.
Für die USA exemplarisch:
- AACSB The Association to Advance Collegiate Schools of Business. Die international anerkannteste Akkreditierung eines MBA-Studiengangs.
Bei amerikanischen Akkreditierungsbehörden ist allerdings zu beachten, dass nicht alle durch die Kultusministerkonferenz in Deutschland anerkannt sind und so die Gradführung nicht erlaubt wird.
Erfolgsaussichten
Das MBA-Studium qualifiziert für anspruchsvollste Tätigkeiten und kann Karriereperspektiven weltweit erweitern, da es sich um einen international anerkannten akademischen Grad handelt.
Da der MBA-Absolvent zum betriebswirtschaftlichen Generalisten ausgebildet wird erhöht sich seine Flexibilität in Bezug auf Branche und Tätigkeitsfeld, was ihn für Unternehmen besonders attraktiv macht. Die Einstiegsgehälter von MBA-Absolventen aus Europa liegen zwischen 95.000 und 145.000 US-Dollar (Quelle: Akkreditierungseinrichtung AMBA). 70% der Unternehmen, die MBA-Absolventen einstellen zahlen Berufeinstiegsprämien (Quelle: „Das MBA-Studium“, Staufenbiel Verlag).
Um den Berufs(-wieder)einstieg zu beschleunigen bieten die Universitäten regelmäßig recruitments an und stellen MBA-Absolventenbücher potentiellen Unternehmen zur Verfügung. Außerdem sind die internationalen Kontakte zu Professoren, Dozenten und Kommilitonen, die während eines MBA-Studium entstehen können, u.U. die Grundlage für den Einstieg in die Führungspositionen internationaler Unternehmen.
Weblinks
- postgraduate.de - MBA in Deutschland
- postgraduate.at - MBA in Österreich
- postgraduate.ch - MBA in der Schweiz
- Bwl-Studium.org Portal & Community rund um das Studium
- MBA-Studium.net - Infos zum MBA, Master und Postgraduate Studium
- Baytech Masterportal.de - MBA's in Bayern
- European Foundation for Management Development
- MBA-Association of Germany
- MBA.com der GMAC
- MBA-Fudan University
- MBA
- GISMA Business School
- MBA-Gate.de
- MBA-Informations-Portal
- MBA in Unternehmensentwicklung - Berufsbegleitend
- zweijährige MBA-Fernstudiengang mit international anerkanntem Abschluss
- MBA General Management Weiterbildung
- Was ist eigentlich ein MBA?
- Part-Time/Abend MBAs in den USA
- Executive MBA IMADEC University
