Matthias Platzeck

Matthias Platzeck (* 29. Dezember 1953 in Potsdam) ist seit dem 26. Juni 2002 Ministerpräsident des Landes Brandenburg. framed|Matthias Platzeck

Persönliches und Ausbildung

Matthias Platzeck ist der Sohn eines in Potsdam bekannten Arztes und einer Medizinisch-Technischen Assistentin.

Nach der allgemeinbildenden Schule in Potsdam von 1960 bis 1966 besuchte er ab der 7. Klasse die Erweiterte Spezial-Oberschule in Kleinmachnow. Nach dem Abitur 1972 leistete er zunächst seinen Grundwehrdienst in der NVA ab. 1974 begann er dann ein Studium an der Technischen Hochschule Ilmenau, welches er 1979 als Diplomingenieur für biomedizinische Kybernetik beendete.

Von 1978 bis 1984 war er mit der heutigen Potsdamer Kommunalpolitikerin Ute Platzeck verheiratet, mit der er 3 Töchter hat.

Beruf

Matthias Platzeck war zunächst 1979/80 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Lufthygiene in Karl-Marx-Stadt und wurde 1980 Direktor für Ökonomie und Technik im Kreiskrankenhaus Bad Freienwalde. Von 1982 bis 1990 war er Abteilungsleiter Umwelthygiene bei der Hygieneinspektion Potsdam. Von 1982 bis 1987 absolvierte er gleichzeitig ein Postgradualstudium der Umwelthygiene an der Akademie für Ärztliche Fortbildung in Berlin.

Politik

Platzeck war im April 1988 Gründungsmitglied der Potsdamer Bürgerinitiative "Arbeitsgemeinschaft für Umweltschutz und Stadtgestaltung" (ARGUS) und gehörte im November 1989 zu den Gründungsmitgliedern der Grünen Liga, deren Sprecher er wurde. Vom Dezember 1989 bis Februar 1990 vertrat er die Grüne Liga bei den Verhandlungen des Zentralen Runden Tisches der DDR in Berlin. Von Februar bis April 1990 war er Minister ohne Geschäftsbereich im Kabinett von Ministerpräsident Hans Modrow (SED).

Im März 1990 wurde er als parteiloser Abgeordneter für die Grüne Partei der DDR Mitglied der ersten freigewählten Volkskammer der DDR. Dort war er Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktionsgemeinschaft Bündnis 90/Grüne. Von der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 bis zum Zusammentreten des ersten gesamtdeutschen Bundestages im Dezember 1990 war er einer der 144 von der Volkskammer als Mitglied des Bundestages delegierten Abgeordneten.

Von Oktober 1990 bis September 1992 war er in der Fraktion Bündnis 90 Mitglied des Landtages von Brandenburg. Nach Umwandlung der Listenverbindung Bündnis 90 in eine Partei 1991 gehörte er ihrem Bundessprecherrat bis 1993 an. Da er den Zusammenschluß von Bündnis 90 mit der Partei Die Grünen nicht mittrug, schied er aus der Partei aus.

Am 22. November 1990 wurde er im Kabinett von Manfred Stolpe in einer Koalition aus SPD, FDP und Bündnis 90 zum Minister für Umwelt, Naturschutz und Raumordnung berufen. Auch nach seinem Ausscheiden aus Bündnis 90 behielt er als Parteiloser sein Ministeramt und wurde parteilos auch in die 1994 nur durch die SPD gebildete Brandenburger Landesregierung berufen. In diesem Amt erlangte er als realistischer und pragmatischer Krisenmanager große Populariät bei der Bekämpfung des Oderhochwassers im Sommer 1997 und trug ihm im Volksmund den Titel "Deichgraf" ein.
Als Vertreter Brandenburgs war er vom 27. November 1991 bis 12. Oktober 1994 Mitglied und anschließend bis zum 4. November 1998 Stellvertretendes Mitglied des Deutschen Bundesrates.

Am 6. Juni 1995 wurde Platzeck Mitglied der SPD und ist seit Juni 1998 Mitglied im Landesvorstand von Brandenburg. Seit dem 8. Dezember 1999 ist er außerdem Mitglied des Bundesvorstandes der SPD. Am 8. Juli 2000 wurde er zum Landesvorsitzenden der SPD in Brandenburg gewählt.

Im Jahre 1998 lehnte er das Bestreben von Bundeskanzler Gerhard Schröder ab, ihn ins Bundeskabinett zu berufen. Dennoch schied er am 3. November 1998 nicht ganz freiwillig aus dem Amt des Umweltministers aus. Um der SPD bei Oberbürgermeisterwahl in Potsdam eine Niederlage gegen die PDS zu ersparen, kandidierte Platzeck und gewann mit 63,5 % die Wahl am 27. September 1998. Am 4. November 1998 wurde er Oberbürgermeister von Potsdam..

Nach dem Rücktritt von Manfred Stolpe trat er von diesem Amt zurück und wurde am 27. Juni 2002 zum Ministerpräsidenten von Brandenburg gewählt. Sein Krisenmanagement beim Elbehochwasser im Sommer 2002 erhöhte seine Popularität weiter.

Bei der Landtagswahl am 19. September 2004 gewann er in seinem Wahlkreis das Direktmandat und wurde damit wieder Abgeordneter des Brandenburger Landtages. Seinem Auftreten im Wahlkampf war es zu verdanken, dass die SPD trotz größerer Stimmenverluste als stärkste Partei wiedergewählt wurde.

Seit dem 9. Juli 2002 ist Matthias Platzeck wieder Mitglied des Deutschen Bundesrates und war von 1. November 2003 an zunächst 2. Vizepräsident des Bundesrates. Seit dem 1. November 2004 ist er turnusgemäß für ein Jahr Bundesratspräsident.

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Personendaten
Platzeck, Matthias
Ministerpräsident von Brandenburg
29. Dezember 1953
Potsdam

See also: Matthias Platzeck, 1. November, 12. Oktober, 19. September, 1953, 1972, 1974