Maultier
| thumb|Maultier am Führstrick |
| thumb|Maultier als Lastenträger beim Militär |
Das Maultier (auch "Muli", nach dem lateinischen Wort dafür: mulus) ist das Kreuzungsprodukt (Bastard) einer Pferdestute und eines Eselhengstes. Die umgekehrte Kombination (Vater Pferd, Mutter Esel) wird Maulesel genannt.
Ein Maultier ist meist größer als sein Eselvater, aber meist kleiner als die Pferdemutter. Üblicherweise werden Maultiere mit einem Stockmaß zwischen 140 und 155 cm gezogen, je nach Rasse der Eltern gibt es auch größere oder sehr viel kleinere Maultiere.
Maultiere sind in nahezu allen Fällen unfruchtbar. Durch die Vermischung des Erbguts von Pferd und Esel entsteht ein ungerader Chromosomensatz, welcher eine Geschlechtszellenbildung unmöglich macht. Gelegentlich sollen jedoch fruchtbare Stuten vorgekommen sein.
Maultiere sind leistungsfähiger, stärker und einfacher zu beherrschen als Esel. Sie sind genügsamer und anspruchsloser in der Fütterung und Haltung als Pferde, auch weniger scheu. Sie ertragen Kälte wie Hitze recht gut und erholen sich schneller als Pferde. Ihre Hufe sind schmaler und härter, das macht sie in unwegsamem Gelände trittsicherer. Sie werden deshalb vor allem gerne als Lasttiere oder Saumtiere verwendet (neben den Trainpferden). Bevor die Alpenpässe mit zahlreichen komfortablen Straßen asphaltiert und mit Eisenbahn- und Autotunnels durchbohrt wurden, spielten die robusten Maultiere jahrhundertelang für die Handelswege über die Berge auf den Saumpfaden eine wichtige Rolle. Ein Maultier kann an einem Tag rund 150 kg etwa 30 - 40 km weit transportieren, und ist selbst für ungeübte Reiter ein gutes Reittier. Schlechte Behandlung verträgt es jedoch nicht, es kann blitzschnell und ohne Vorwarnung reagieren.
Die größte Maultierpopulation befindet sich in Bad Reichenhall im Einsatz für die dortigen Gebirgsjäger der Bundeswehr.
