Max Liebermann
thumb|Max Liebermann 1904Max Liebermann (* 20. Juli 1847 in Berlin; † 8. Februar 1935 in Berlin) war ein deutscher Maler. Er lebte und arbeitete seit 1884 vornehmlich in Berlin.
| Inhaltsverzeichnis |
Leben
230px|thumb|Stevenstift in Leiden Max Liebermann wurde am 20. Juli 1847 als Sohn des wohlhabenden jüdischen Industriellen Louis Liebermann und seiner Frau Philippe (geborene Haller) in Berlin geboren. 1859 ziehen die Liebermanns mit ihren vier Kindern in das Haus am Pariser Platz. Bei Eduard Holbein und Carl Steffeck bekommt Max Liebermann schon in der Schulzeit privaten Malunterricht – das erste Ölbild entsteht 1865.
Nach dem Abitur schreibt er sich an der Philisophischen Fakultät der Berliner Friedrich-Wilhelm Universität ein, besucht dort aber keine Vorlesungen. 1868 beginnt er als 21-Jähriger sein Kunststudium an der Weimarer Akademie, zu der dort gelehrten Historienmalerei findet er jedoch keinen Zugang.
Erst im Realismus und Naturalismus – inspiriert von Mihály Munkácsy – findet Liebermann seine Passion. 1873 zieht Liebermann nach Paris und später Barbizon in Kontakt mit Künstlern wie Munkácsy, Troyon, Daubigny, Corot, Millet und Edouard Manet zu kommen – die meisten Versuche dazu scheitern.
Seit dieser Zeit sammelt Liebermann Bilder der französischen Impressionisten. Seinen Freund Alfred Lichtwark, den Direktor der Hamburger Kunsthalle brachte er dazu, eine Sammlung der französischen Impressionisten aufzubauen.
Von 1874 bis 1914 finden regelmäßige, mehrmonatige Sommeraufenthalte in Holland, u.a. in Laren (Nordholland), Scheveningen und Noordwijk statt. Hier entstehen viele Bilder über das einfache Landleben.
1878 zieht Liebermann von Paris nach München. Sein Bild Der zwölfjährige Jesus im Tempel ist der Anlass für heftige antisemitische Erregungen, die in einer zweitägigen Debatte des bayrischen Landtags gipfeln.
Zurück in Berlin heiratet der 37-Jährige 1884 Martha Marckwald. Ein Jahr später kommt ihr einziges Kind Käthe zur Welt. Nach dem Tod der Mutter 1892 zieht Liebermann mit seiner Famillie in das elterliche Palais am Pariser Platz. Zwei Jahre später stirbt auch der Vater, Max Liebermann erbt das Palais und ein Millionenvermögen. Durch den nun höheren sozialen Status verändert sich auch sein Malstil: Liebermann wendet sich von Naturalismus hin zum Impressionismus und malt mehr Portraits.
Obwohl Liebermann seit 1897 Professor der Königlichen Akademie und Jurymitglied der Akademieausstellungen war gründete er 1899 zusammen mit Walter Leistikow die Berliner Secession als Gegenpol zum unmodernen Akademiebetrieb. Unter seiner Führung als Präsident erlangt die Berliner Secession einen überragenden Ruf und wird zur wichtigsten deutschen Kunstinstitution.
1910 beziehen die Liebermanns das Landhaus am Wannsee. Liebermann widmet sich vor allem der genauen Planung des Gartens der Motiv der meisten Bilder seines Spätwerks wird. 1920 wird Liebermann Präsident der Preußischen Akademie der Künste, 1932 ihr Ehrenpräsident.
Seit der Machtergreifung Hitlers wird Liebermann gesellschaftlich geächtet. Um der Entlassung als Jude durch die Nationalsozialisten zuvorzukommen, tritt er 1933 als Ehrenpäsident zurück.
Als er vom Fenster seiner Wohnung am Brandenburger Tor den Fackelaufmarsch anlässlich der Machtergreifung Hitlers sah, soll Liebermann gesagt haben: „Man kann gar nicht so viel fressen wie man kotzen möchte.“
1935 stirbt Max Liebermann nach längerer Krankheit als 88-Jähriger in Berlin. Er wird auf dem Jüdischen Friedhof in Prenzlauer Berg beigesetzt, unter den etwa achtzig - davon sind mehr als vierzig namentlich bekannt - Trauergästen befinden sich auch Ferdinand Sauerbruch, Hans Purrmann und Käthe Kollwitz.
Funktionen und Ämter
- Professor der Königlichen Akademie
- 1899 bis 1911 Präsident der Berliner Secession
- 1920 bis 1933 Präsident der Preußischen Akademie der Künste
Werk
In den frühen französischen Jahren malte Liebermann Szenen des Landvolkes, seines Lebens und seiner Arbeit. Später wurden Lovis Corinth, Max Slevogt und er zu den drei Vertretern des so genannten "Deutschen Impressionismus".
Motive seiner Malerei waren nun Szenen des Bürgertums, der Schicht, der er sich zugehörig fühlte. In Berlin avancierte er zu einem gefragten Portraitmaler. Viele, die sich nicht der Ordnung anpassen wollten, ließen sich von ihm malen. Nach Bezug seines Hauses am Wannsee lieferte der dortige Garten für über 200 Bilder das Motiv.
(Auswahl)
- 1872, „Gänserupferinnen“ (unter Einfluss der Werke des Ungarn Munkàcsy)
- 1875, „Kartoffelernte“ (Barbizon)
- 1879, „Der zwölfjährige Jesus im Tempel“, Kunsthalle, Hamburg
- 1880, „Altmännerhaus in Amsterdam“
- 1882, „Freistunde im Amsterdamer Waisenhaus“
- 1883, „Wäschebleiche“
- 1900, „Badende Knaben“
- 1902, „Polospiel“, Kunsthalle, Hamburg
- 1906, „Landschaften von Noordwijk“, Neue Nationalgalerie, Berlin
- 1912, Portrait „Walther Nernst“
- 1925, „Gartenbank unter dem Kastanienbaum im Wannseegarten“
- 1927, Portrait „Paul Hindenburg“
Weblinks
- Liebermann-Gesellschaft
- http://www.hagalil.com/tmunoth/bilder/kunst/liebermann.htm
- http://mars.f4.fhtw-berlin.de/~s0504814/natgal/
Liebermann, Max Liebermann, Max Liebermann, Max Liebermann, Max Liebermann, Max Liebermann, Max Liebermann, Max
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Liebermann, Max |
| ALTERNATIVNAMEN | |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Maler |
| GEBURTSDATUM | 20. Juli 1847 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 8. Februar 1935 |
| STERBEORT | Berlin |
