Max Müller (Philosoph)

Max Müller (*6. September 1906 in Offenburg (Baden); † 18. Oktober 1994 in Freiburg i. Br.) war seit 1946 Prof. in Freiburg und ab 1960 in München.

Als seine Lehrer sind besonders Martin Honecker, Edmund Husserl und Martin Heidegger anzusehen. Beeinflusst wurde er aber auch auch durch den Historiker Friedrich Meinecke, den Theologen und Religionsphilosophen Romano Guardini und die katholische Jugendbewegung (Quickborn, Neudeutschland). Wichtige Begegnungen hatte er während seines Studiums der Geschichte, Romanistik, Germanistik und Philosophie in Berlin, München, Paris (Jacques Maritain, Étienne Gilson, Paul Desjardins) und Freiburg i.Br.

Nach seiner Promotion 1930 ("Grundbegriffe philosophischer Wertlehre") bei Martin Honecker habilitierte er 1937 mit "Realität und Rationalität" (veröffentlicht als "Sein und Geist"). Aus "weltanschaulich-politischen Gründen" von der Lehrtätigkeit an der Universität ausgeschlossen, wurde er als Erzbischöflicher Dozent für Philosophie am Freiburger Collegium Borromaeum tätig. 1946 wurde er als Nachfolger Martin Honeckers ordentlicher Professor, nachdem er den Lehrstuhl schon seit 1945 verwaltet hatte. Neben seiner Tätigkeit an der Universität engagierte sich Müller v.a. in der Freiburger Stadtpolitik. 1960 nahm er einen Ruf an die Universität München wahr. Nach seiner Emeritierung 1972 kehrte er zurück nach Freiburg und hielt Lehrveranstaltungen als Honorarprofessor an der Philosophischen und der Theologischen Fakultät.

Max Müller gehörte im Dritten Reich als Gegner des Nationalsozialismus u.a. mit Reinhold Schneider, Hubert Seemann, Johannes Spörl und Bernhard Welte dem Freiburger Kreis um den Zeitungsredakteur Karl Färber an, der für die Gründung der badischen CDU in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wichtig wurde. Müller war in der Görresgesellschaft tätig; er betreute viele Promotionen.

Inhaltsverzeichnis

Hauptgedanken

Max Müller verknüpft die klassische Metaphysik mit der Phänomenologie Husserls und der Existenzphilosophie Heideggers und entwickelt daraus die „Metahistorik“ als eine Philosophie der geschichtlichen Freiheit.

„Die persönliche und sachliche Begegnung mit Martin Heidegger [...] führte zu einem Gespräch der großen Metaphysiker [...] mit dem Denker, der in seinem geschichtlichen „Seinsdenken“ von ihr nun Abschied zu nehmen versuchte, indem er zugleich der ontischen Fakten-Geschichte in der ontologischen Seins-Geschichte Boden zu geben vermochte. [...] [Der Weg meines Denkens] führte von der Metaphysik, von der ich philosophisch herkam, in meiner Auseinandersetzung mit dieser und mit Heideggers „Seins-Denken“ zu jener Gestalt, die dann meine eigene Denkbewegung wurde und die ich mit dem Namen „Metahistorik“ bezeichnete.“ (Existenzphilosophie, 4. Aufl. 1986, S. 366)

Der Sinn der Geschichte ist in jeder Epoche je neu zu finden. Die transzendentale Erfahrung des Menschen schafft in personaler Auseinandersetzung als Gemeinschaftsleistung die Welt als Werk. Politik, Religion, Kunst und Wissenschaft, aber auch die personale Lebensgemeinschaft von Menschen leisten dazu Antwortversuche und bieten realsymbolisch und repräsentativ Sinn. Das Gelingen des Sinns wird verstanden als Ereignis des Zusammenfalls (Symbolos, Kompromiss, kairologische Mitte) und im Ende als die „Erfahrung absoluten Sinnes – [...] nicht in der Zeit, sondern als Zeit und Zeitlichkeit selbst.“ (Erfahrung und Geschichte, S. 595)

Literatur

Hauptwerke

Sekundärliteratur

Links

http://www.ub.uni-freiburg.de/referate/02/mueller/maxmueller1.htm

http://www.bautz.de/bbkl/m/mueller_max.shtml

http://www.helmut-zenz.de/hzmueller.html


Max Müller Max Müller Max Müller

Personendaten
Müller, Max
{{{ALTERNATIVNAMEN}}}
Philosoph
6.September 1906
Offenburg
18. Oktober 1994
Freiburg im Breisgau

See also: Max Müller (Philosoph), 18. Oktober, 1906, 1994, 6. September, Baden (Land), Berlin, Bernhard Welte, CDU